Tag der Arbeit: 72 Veranstaltungen in NRW geplant

Gelsenkirchen: Ein Banner "1. Mai DGB-Jugend" ist bei der zentralen Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zu sehen.

Tag der Arbeit: 72 Veranstaltungen in NRW geplant

  • Vor 100 Jahren: 1. Mai erstmals gesetzlicher Feiertag
  • In diesem Jahr: 72 Veranstaltungen in NRW
  • Im Zentrum für die Gewerkschaften: die Europawahl

"Europa. Jetzt aber richtig!" lautet das Motto des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Tag der Arbeit. In NRW findet am Mittwoch (01.05.2019) die zentrale Kundgebung in Bielefeld statt. Dort spricht neben der DGB-Landesvorsitzenden Anja Weber auch Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Das hat Tradition in NRW. "Seit Jahrzehnten nimmt auch der Ministerpräsident oder die Ministerpräsidentin teil", sagt DGB-Pressesprecherin Julia Bandelow. "Das ist einmalig, das machen andere Bundesländer nicht." Darum werde die Chance genutzt, um der Regierung "einige Botschaften" mit auf den Weg zu geben.

Nahles, Laumann, Wagenknecht

Auch bei vielen anderen Kundgebungen werden prominente Redner erwartet - darunter SPD-Chefin Andrea Nahles in Recklinghausen, ihr Amtsvorgänger Martin Schulz in Bottrop, NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in Mönchengladbach, die Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Sahra Wagenknecht, in Moers und der Europa-Parlamentarier der Grünen, Sven Giegold, in Solingen.

Insgesamt sind in NRW 72 Veranstaltungen geplant. "In den vergangenen Jahren waren landesweit jeweils weit über 70.000 Teilnehmer dabei", so DGB-Sprecherin Bandelow. Prognosen für dieses Jahr will sie nicht abgeben. Das hänge unter anderem vom Wetter ab.

Umdeutung von ganz rechts

In Duisburg hat die rechtsextreme Partei "Die Rechte" zu einem landesweiten Aufmarsch aufgerufen. Dagegen will ein breites Bündnis aus Initiativen, Parteien, kirchlichen Verbänden und Gewerkschaften protestieren.

Der 1. Mai, der seit 1890 der internationale Kampftag der Arbeiterbewegung für bessere Arbeitsbedingungen ist, wurde bereits von den Nazis vereinnahmt. 1933 deuteten sie den 1. Mai zum "Tag der nationalen Arbeit" um: Architekt Albert Speer inszenierte für Adolf Hitlers Rede in Berlin eine Show aus Scheinwerfern und Hakenkreuzfahnen.

Feiertag mit Unterbrechung

Zum Feiertag erklärt wurde der 1. Mai erstmals 1919 - von der Weimarer Nationalversammlung. Doch das Gesetz galt nur für ein Jahr. Eine internationale Regelung sollte folgen, doch diese blieb aus. 1920 war der Feiertagsstatus in Deutschland wieder aufgehoben.

Erst 1933 wurde der 1. Mai zu einem dauerhaften Feiertag. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1946, bestätigte das der Alliierte Kontrollrat. Im NRW-Feiertagsgesetz wird der 1. Mai als "Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde" benannt.

Stand: 30.04.2019, 15:00

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