Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München

Erste Affenpocken-Fälle in NRW bestätigt

Stand: 24.05.2022, 21:19 Uhr

In NRW gibt es die ersten Affenpocken-Fälle. Die Stadt Köln bestätigte am Dienstag, dass sich drei Personen infiziert haben. Landesweit gibt es weitere Verdachtsfälle.

In Köln gibt es bisher drei bestätigte Affenpocken-Fälle. Das teilte die Stadt am Dienstag mit. Diagnostiziert wurde die Krankheit bei drei Männern im Alter von 36 bis 45 Jahren. Es bestehe ein weiterer begründeter Verdacht bei einem 57-jährigen Mann. Alle Personen zeigen Symptome und befinden sich in häuslicher Isolierung.

Die Symptome ähneln Experten zufolge denen der Pocken. Dazu zählen Hautausschlag im Gesicht, an den Handflächen oder Fußsohlen, Schorf, Fieber, Muskelschmerzen und Schüttelfrost. Ohne engen Körperkontakt gehen Fachleute von einem geringen Übertragungsrisiko aus. Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland wird nach derzeitigen Erkenntnissen des Robert Koch-Instituts (RKI) als gering eingeschätzt.

Dem Gesundheitsministerium liegen aktuell weitere Hinweise auf mögliche Kontakte von Personen mit dem Affenpockenvirus in NRW vor. Diesen Hinweisen gehen die Gesundheitsämter nach. Das Landeszentrum Gesundheit (LZG) steht in engem Austausch mit dem Ständigen Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB). Die Situation wird genau beobachtet. Bereits in der vergangenen Woche hat das Gesundheitsministerium Ärztinnen und Ärzte sowie die Gesundheitsämter im Land um verstärkte Wachsamkeit gebeten.

Mindestens 21 Tage in Isolation

Affenpocken auf der Haut (Bildcollage)

Die Symptome von Affenpocken ähneln "normalen" Pocken.

Mit Affenpocken Infizierte sollen in Deutschland für mindestens 21 Tage in Isolation. Zudem müssten die Symptome ausgeheilt sein, bevor die Isolation beendet werden könne, hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Rande des Ärztetags in Bremen gesagt. Auch für Kontaktpersonen von Infizierten gelte die "dringende Empfehlung", sich für 21 Tage in Quarantäne zu begeben.

Lauterbach sieht gute Chancen, den Erreger zu stoppen. Man stehe nicht vor dem Beginn einer neuen Pandemie. Gleichwohl sprach der Minister in der "Aktuellen Stunde" von einer "ernsten Sache". Derzeit sei unklar, warum die Fälle so schnell aufgetreten seien. Möglicherweise habe sich das Virus verändert. Wichtig sei jetzt, schnell zu reagieren. Bei Verdacht auf Affenpocken sollten sich Betroffene schnell untersuchen lassen, die Krankheit dürfe keinesfalls verschleppt werden.

Der Minister sagte, als Vorsichtsmaßnahme habe er Impfstoff bestellt, und zwar 40.000 Einheiten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei jedoch Impfen noch kein Thema.

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