Wieder Erdbeben in der Eifel

Seismograph einer Erdbebenwarte

Wieder Erdbeben in der Eifel

  • In der Ost-Eifel hat die Erde zwei Mal gebebt
  • Die leichten Beben wurden auch in NRW registriert
  • Für Landeserdbebendienst nicht ungewöhnlich

In der Region Koblenz hat es am frühen Dienstagmorgen (12.02.2019) erneut ein leichtes Erdbeben gegeben. Anwohner berichten von einem deutlichen "Knacken und Knarzen" - und wurden dadurch zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen aus dem Schlaf gerissen.

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Der jüngste Erdstoß hatte eine Stärke von 2,5 auf der Richterskala. Etwa um die gleiche Zeit, gegen fünf Uhr, hat dort auch am Montag (11.02.2019) die Erde gebebt - mit einer Stärke von 2,8.

Die Beben wurden auch an allen Messstationen in NRW registriert. "In der Gegend von Koblenz, dem sogenannten Neuwieder Becken, gibt es regelmäßig und sehr häufig Beben, die aber meist nicht spürbar sind", sagte Klaus Lehmann, Leiter des Landeserdbebendienstes NRW, am Dienstag dem WDR.

Keine Verbindung mit Vulkan

Für Lehmann besteht kein Grund zur Panik: "Beide Beben bewegten sich im Rahmen." Die Häufung sei zufällig. Ursache seien normale tektonische Bewegungen, bei denen sich Erdschollen verschieben.

Die Beben hätten auch nichts mit Vulkanaktivitäten am Laacher See zu tun. "Erdbeben und Vulkanaktivitäten sind zwei unterschiedliche Bewegungen."

Niederrheinische Bucht gefährdeter als Eifel

"Entgegen der landläufigen Meinung ist die Eifel von Erdbeben weniger betroffen als die Niederrheinische Bucht", sagte Geophysiker Lehmann. Im Dreieck zwischen Aachen, Bonn und Niederrhein könnten hingegen durchaus starke Erdbeben auftreten.

Ein solches Erdbeben hat sich im April 1992 im Rheinland ereignet. "Bei einer Stärke von 5,9 war es das stärkste Beben seit 1756", sagte Experte Lehmann. Damals habe es Verletzte und Sachschäden gegeben.

In Erinnerung geblieben sei auch das Beben von 2002, das mit einer Stärke von 4,8 in der Umgebung von Alsdorf bei Aachen zu leichten Gebäudeschäden geführt habe. Das Beben von 2011 in Goch am Niederrhein habe mit einer Stärke von 4,3 jedoch keine Schäden hinterlassen.

Keine Voraussage, aber Schnellalarm

Ob und wann mit weiteren Erdbeben zu rechnen ist, bleibt offen. "Es sind weder Prognosen, noch Warnungen möglich", so Lehmann. "Man kann nur Daten sammeln und Wahrscheinlichkeiten ableiten, die dann ihren Niederschlag in Baubestimmungen finden."

Was aber möglich ist, ist eine sogenannte Schnellalarmierung durch eine selbstentwickelte Software. "Bei Beben in NRW ab Stärke drei erhalten die zuständigen Dienststellen des Landes innerhalb weniger Minuten eine automatisch generierte Meldung."

Erdbeben – Leben mit der Gefahr Quarks 27.03.2018 43:37 Min. UT DGS Verfügbar bis 27.03.2023 WDR

Stand: 12.02.2019, 15:41

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