Pflegekosten für Eltern: Was bringt das neue Gesetz?

Eine Pflegekraft hält die Hand einer Bewohnerin einer Pflegeeinrichtung

Pflegekosten für Eltern: Was bringt das neue Gesetz?

  • Kinder pflegebedürftiger Eltern sollen finanziell entlastet werden
  • Bundeskabinett billigt Gesetzesentwurf
  • Geplante Einkommensgrenze von 100.000 Euro

Pflegeplätze sind teuer - wenn alte Menschen ins Pflegeheim müssen, reichen das Geld aus der Pflegeversicherung und die eigenen Ersparnisse oft nicht aus. Häufig müssen dann die erwachsenen Kinder einen Teil der Pflegekosten übernehmen - und das kann teuer werden.

Viele von ihnen sollen jetzt entlastet werden. Die Bundesregierung hat am Mittwoch (14.08.2019) das Angehörigen-Entlastungsgesetz auf den Weg gebracht.

Was ändert sich für Kinder pflegebedürftiger Eltern?

Der Grundsatz bleibt: Wenn das Geld des zu Pflegenden und die Mittel der Pflegeversicherung nicht reichen, können die Kinder für die Leistungen zur Kasse gebeten werden.

Aber: Dies soll künftig erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von 100.000 Euro möglich sein. Alle, die weniger verdienen, müssten nicht mehr für die Pflegekosten der Eltern aufkommen. So haben es Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart.

Pflegekosten: "Wir brauchen eine gerechte Lösung"

WDR 5 Morgenecho - Interview 09.04.2019 06:45 Min. Verfügbar bis 08.04.2020 WDR 5

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Für wen gilt die Einkommensgrenze von 100.000 Euro?

Die Schwelle gilt immer pro Unterhaltspflichtigem, also pro Tochter oder Sohn der pflegebedürftigen Person. Aktuell liegen die Einkommensgrenzen bei Alleinstehenden bei 21.600 Euro netto im Jahr und bei Familien bei 38.800 Euro netto.

Auch auf Menschen mit Einkommen über 100.000 Euro sollen keine übermäßigen Lasten zukommen. Denn das Einkommen des Ehepartners wird nicht mehr mit einberechnet. Zudem werden sie weiterhin hohe Freibeträge geltend machen können, so dass am Ende ihre Belastung im Regelfall wenige hundert Euro monatlich betragen dürfte.

Ändert sich auch für Eltern von behinderten Kindern etwas?

Ja, auch Eltern volljähriger Kinder mit Behinderungen sollen entlastet werden. Zukünftig sollen nur noch Eltern mit einem Bruttoeinkommen von mehr als 100.000 Euro pro Jahr verpflichtet werden, sich selbst zu beteiligen, wenn zum Beispiel Eingliederungshilfen gewährt werden.

Derzeit müssen Eltern mitbezahlen, wenn behinderte Kinder beispielsweise Anspruch auf eine Eingliederungshilfe haben, also etwa auf den staatlich finanzierten Umbau zu einer barrierefreien Wohnung oder einen Gebärdendolmetscher.

Warum ist die Pflege so teuer? Markt 13.03.2019 06:55 Min. UT Verfügbar bis 13.03.2020 WDR Von Philine Eling; Udo Eling

Stand: 14.08.2019, 10:36

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