Ladesäulen müssen EC-Karten-tauglich werden

E-Auto an Ladesäule

Ladesäulen müssen EC-Karten-tauglich werden

Ab Juli 2023 müssen alle neuen Ladesäulen für E-Autos mit einem Kartenlesegerät ausgestattet sein, das Ziel: Verbraucher sollen spontan tanken können. Daran gibt es Kritik.

Bei den 46.000 öffentlichen Ladesäulen gibt es momentan unterschiedliche Bezahlsysteme: Viele funktionieren ausschließlich über Apps oder Kundenkarten.

Die Tarife sind zudem höchst unterschiedlich und lassen sich schwer vergleichen. Es gibt Anbieter, die eine Grundgebühr verlangen oder - zu den Preisen pro Kilowattstunde - auch einen Minutenpreis erheben.

Hemmt oder befördert es den Ausbau?

Damit E-Autofahrerinnen und -fahrer spontan und ohne vorherige Anmeldung über eine App oder eine Webseite Strom tanken können, sieht die neue Ladesäulen-Verordnung eine Pflicht vor, EC- oder Kreditkartenbezahlung zu ermöglichen. 

Auto- und Energiewirtschaft kritisieren das, weil die entsprechende Ausrüstung die einzelne Ladesäule um rund 500 Euro verteuern und damit den schnellen Ausbau der Infrastruktur hemmen würde. Der Chef des Stadtwerkeverbandes VKU, Ingbert Liebing, sagte: "Viel effizienter wäre es gewesen, konsequent auf kostengünstige, digitale und mobile Lösungen zu setzen."

Die Verbraucherzentrale Bundesverband sieht das dagegen als wichtige Entscheidung an, um das Aufladen so niedrigschwellig wie möglich zu machen: "Nicht jeder hat ein Smartphone oder man hat vielleicht auch mal keinen Empfang", sagte Mobilitätsexpertin Stephanie Weller. "Gerade dadurch, dass es auch der Wunsch der Verbraucher ist, mit Karte zu bezahlen, ist es auch förderlich für die E-Mobilität."

ADAC kritisiert Blockade aus wirtschaftlichem Interesse

Auch der ADAC begrüßt die Entscheidung, weil damit ein einheitliches Bezahlsystem eingeführt und für Verbraucherinnen und Verbraucher einfacher gemacht werde. ADAC-Sprecherin Katrin van Randenborgh sagte dem WDR, der Widerstand der Stromanbieter hänge auch damit zusammen, "dass es an manchen Stellen nicht einfach nur um das Bezahlen geht und um die Technik, sondern darum, dass man Kunden binden möchte - und das ist nicht im Sinne des Verbrauchers."

Wo ist die nächste freie Ladesäule und was kostet es dort?

Die Verpflichtung, Ladesäulen mit Kartenbezahlsystem auszustatten, gilt allerdings erst ab Juli 2023. Dabei gibt es keine Pflicht zur Nachrüstung.

In der Verordnung wurde außerdem beschlossen, dass neu errichtete Ladepunkte über eine Schnittstelle verfügen müssen, mit deren Hilfe ihre Standortinformationen und Daten wie der Belegungsstatus übermittelt werden können.

Das soll für mehr Transparenz sorgen bei zentralen Fragen wie: Wo ist eine funktionierende Ladesäule, was kostet die Kilowattstunde dort und ist diese Ladesäule gerade frei?

Stand: 17.09.2021, 21:18

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