Streit um Elon Musks Friedensplan für die Ukraine: Darum geht's

Stand: 04.10.2022, 21:22 Uhr

Immer wieder eckt US-Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk mit provokanten Äußerungen an. Jetzt sorgte er auf Twitter für Irriationen mit einem russlandfreundlichen Friedensplan für die Ukraine.

Provokante Äußerungen liebt er, damit sorgt Tesla-Chef Elon Musk immer wieder für Wirbel. So auch jetzt. Via Twitter verkündete der US-Amerikaner, der als reichster Mann der Welt gilt, seine Vorstellungen von einem Ende des Ukraine-Kriegs und einer Abstimmung darüber.

Musk machte sich in einem Tweet dafür stark, dass in der Ukraine die "Wahlen in den annektierten Regionen unter UN-Aufsicht" wiederholt werden. Zudem ziehe sich Russland aus der Ukraine zurück, "wenn dies der Wille des Volkes" ist.

Musk ließ Twitter-Nutzer mit "ja" oder "nein" abstimmen

Der Multimilliardär schlug außerdem vor, dass die Krim als Teil Russlands anerkannt werde, dass die Wasserversorgung der Krim sichergestellt werde und dass die Ukraine "neutral" bleibe - vermutlich ein Verweis auf die Nato-Ambitionen des Landes. Twitter-Nutzer rief Musk auf, mit "ja" oder "nein" über seinen Vorschlag abzustimmen.

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Der Unternehmer fügte kurze Zeit später hinzu, sein Szenario sei ohnehin "wahrscheinlich letztlich der Ausgang" des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. "Die Frage ist nur, wie viele Menschen davor sterben." Es gebe außerdem die Gefahr, dass der Konflikt in einen "Atomkrieg" münde, schrieb Musk.

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Selenskyjs Antwort: Eine eigene Twitter-Umfrage

Die Reaktion der ukrainischen Führung ließ nicht lange auf sich warten. Staatschef Wolodymyr Selenskyj lancierte auf Twitter eine eigene Umfrage mit der Frage: "Welchen Elon Musk mögen Sie mehr? Einen, der die Ukraine unterstützt. Einen, der Russland unterstützt."

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Scharfe Reaktion vom scheidenden ukrainischen Botschafter in Berlin

Expliziter wurde der scheidende ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk. "Verpiss dich (im Englischen Original: Fuck off) ist meine sehr diplomatische Antwort an dich, Elon Musk", schrieb er auf Twitter. "Jetzt wird kein Ukrainer jemals deinen verdammten Tesla-Scheiß kaufen. Also viel Glück."

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Geteilte Reaktion seitens des Kreml

Der Kreml hat derweil die Ideen von Musk zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine begrüßt, Kernforderungen dieses Vorstoßes aber zugleich zurückgewiesen. "Es ist doch positiv, dass jemand wie Elon Musk nach einem friedlichen Ausweg aus der Situation sucht", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Staatsagentur Ria Nowosti zufolge. "Was aber die Durchführung von Referenden betrifft, haben die Einwohner bereits ihre Meinung geäußert. Und hier kann nichts anderes gelten."

Musk will Twitter doch übernehmen

Derweil hat Elon Musk bekannt gegeben, den Kurznachrichtendienst Twitter jetzt doch übernehmen zu wollen. Das bestätigte der Tech-Milliardär am Dienstag in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC.

Musk hatte im April angekündigt, er wolle Twitter für 44 Milliarden Dollar übernehmen. Anfang Juli ließ Musk den Deal jedoch wegen angeblich "falscher und irreführender" Angaben des Kurzbotschaftendienstes platzen. Hintergrund ist die Zahl von Spam- oder Fake-Konten auf Twitter. Musk wirft Twitter vor, die tatsächliche Zahl der Nutzer zu hoch zu beziffern. Musk und Twitter haben sich gegenseitig verklagt. Der Beginn des Gerichtsprozesses ist für den 17. Oktober geplant.

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