Ist das E-Auto die einzige Alternative?

Betankung mit Wasserstoff

Ist das E-Auto die einzige Alternative?

  • Elektro-Offensive auf der Automesse IAA
  • Auch andere Alternativen zum Verbrenner möglich
  • Vor- und Nachteile bei Brennstoffzellen

Auf der diesjährigen Automesse IAA gehen die Hersteller in die Elektro-Offensive. Volkswagen, Audi, BMW und Co. präsentieren ihre neuen Modelle. Dabei gibt es neben E-Autos noch andere Alternativen zum Verbrennungsmotor.

Welcher andere Autoantrieb spielt auf der IAA eine Rolle?

Der Fokus liegt ganz klar auf E-Autos. Doch immer wieder warnen Experten davor, im Elektroauto ein "Allheilmittel" für die Mobilität der Zukunft zu sehen. Ein Beispiel dafür, was noch möglich ist, wird auf der Automesse in Aktion präsentiert. Journalisten werden auf ihren Rundgängen zwischen den Hallen in Autos mit Brennstoffzellen transportiert. Auch die Hersteller zeigen eigene Modelle.

Welche Vor- und Nachteile haben Wasserstoff-Brennstoffzellen?

Wasserstoff ist keine Energiequelle wie Erdöl. Von Natur aus kommt Wasserstoff nur in gebundener Form vor, etwa in Wasser oder Erdgas. Um das farblose chemische Element aus dieser Bindung abzuspalten, ist Energie notwendig.

Ein Pluspunkt ist: Aus dem Auspuff kommt am Ende nur Wasser und Dampf. Mit einer Ladung Wasserstoff kommt der Fahrer viel weiter als mit einem batterieelektrischen Auto. Aber Wasserstoff gibt es in der Natur nicht, er muss erst hergestellt werden.

Alternative Antriebe auf der IAA

WDR 5 Profit - Topthemen aus der Wirtschaft 11.09.2019 02:53 Min. Verfügbar bis 10.09.2020 WDR 5 Von Arndt Brunnert

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"Sie brauchen einfach Wasserstoff, der CO2-neutral hergestellt ist. Und das ist heute praktisch unmöglich, weil sie da die Kapazitäten gar nicht haben", sagt VW-Chef Herbert Diess. Unterm Strich müsse für 100 Kilometer mit einem Wasserstoffauto dreimal mehr Ökostrom aufgewendet werden als beim Elektroauto. Außerdem sei die Technik teuer, und es müsste erst ein komplett neues Tankstellennetz geknüpft werde.

Woran wird noch geforscht?

Schon lange wird versucht, Kraftstoffe aus Pflanzenmaterial so zusammenzusetzen, dass sie optimal auf einen Verbrennungsmotor abgestimmt sind. Das wäre klimafreundlich. Denn die Pflanzen haben schon vorher CO2 in Sauerstoff umgewandelt. Aber es gibt auch Nachteile: "Das Problem ist, diese Produktion ist extrem energieaufwendig", sagt Michael Müller-Görnert vom Verkehrsclub Deutschland. So sei fünf bis sechs Mal mehr regenerativer Strom bei der Herstellung des Kraftstoffes nötig als bei einem herkömmlichen Elektroauto.

E-Autos – wie alltagstauglich sind sie? Servicezeit 01.07.2019 08:44 Min. UT Verfügbar bis 01.07.2020 WDR

Stand: 11.09.2019, 18:54

Kommentare zum Thema

10 Kommentare

  • 10 Die Ärmsten werden leiden 12.09.2019, 19:34 Uhr

    Mit den Ärmsten sind nicht die gemeint, die sich kein E-Auto leisten können. Es sind die Armen in den Lithium-Abbauländern, die letzlich um ihre schon jetzt bescheidenen Lebensgrundlagen gebracht werden. Nach derzeitigen Schätzungen befinden sich mehr als 50 % der bekannten Lithiumvorräte in Südamerika. Schon jetzt, wo es E-Autos noch nicht einmal in großem Umfang weltweit gibt, kommt es dort zu Umweltschäden, riesigem Land- und Wasserverbrauch zum Nachteil kleiner Landwirte und deren Familien. Abgebaut wird das Lithum von großen internationalen Bergbauunternehmen, die örtliche Arbeitskräfte kaum einsetzen. Die und deren Aktionäre verdienen. Die Bevölkerung kämpft um das Überleben. Wenn alles abgebaut ist, wird wertloses und nicht mehr nutzbares Land hinterlassen. Noch gibt es zu dem Thema nur sehr wenige Berichte. In einigen Jahren wird der WDR dann über die Verarmung der Bevölkerung in Bolivien, Chile und Argentinen und die immensen Umweltschäden der E-Mobilität berichten.

  • 9 Samuel Fleiner 12.09.2019, 16:19 Uhr

    Lieber WDR die Deutsche Gesellschaft für Luft und Raumfahrt mit Sitz in Köln, also in ihrem Sendegebiet, hat ein Verfahren für die Herstellung von Solarwasserstoff entwickelt, also ganz ohne Strom. Weiß leider kaum jemand, kann aber die Diskussion in eine komplett andere Richtung lenken. Die ETH Zürich hat ein Verfahren entwickelt wie man mit Hilfe von Solarkonzentratoren aus Wasser und CO2 Kerosin, Diesel und andere Kraftstoffe herstellen kann. Das sog Redox Verfahren. Super sauberer Kraftstoff 100 % Klimaneutral. Das sollte man maximal fördern statt für die Gewinnung von Batterierohstoffen Naturschutzgebiete zu verwüsten. Zwischenzeitlich hat General Electric eine Brennstoffzelle entwickelt, die ohne Platin auskommt, was diese Technologie enorm verbilligen wird. Besuchen Sie uns doch mal im Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit in Wiesenbach bei Heidelberg! Dann erfahren Sie mehr.

  • 8 Klaus Peper 12.09.2019, 14:06 Uhr

    Es gibt bereits jetzt in Deutschland über 100 Bio-Erdgas-Tankstellen. Das Bio-Erdgas stammt aus Abfall-Stroh. 100% klimaneutral - mit Verbrennungsmotor. Das deutsche Abfall-Stroh muss keineswegs energieaufwendig hergestellt werden. Es reicht für 8-9 Millionen Fahrzeuge. Unsere Familie fährt seit 6 Jahren mit Bio-Erdgas.

  • 7 Hartmut Lucas 12.09.2019, 12:39 Uhr

    Das Elektroauto mit Batterie ist die bisher einzige diskutierte Technik, mit der es auf Dauer möglich ist, die Antriebsenergie regenerativ, effizient (s. o.) und mit geringem Landverbrauch auf die Strasse zu bringen. Die noch bestehenden Schwächen, sei es in der Rohstoffgewinnung, sei es in der Infrastruktur (Strom gibt es im Gegensatz zu Benzin und schnellem Internet in jedem Dorf und auf jedem Bauernhof), sei es in der Batteriekapazität und im Ladeverhalten, können bei entsprechendem politischen Willen und Wollen der Industrie vermutlich schnell bis sehr schnell behoben werden.

  • 6 bleibamball 12.09.2019, 12:38 Uhr

    was ist mit wasserstoff? wir sollten uns ein beispiel an unserem nachbarn schweiz nehmen, hier bestand der wunsch nach einem wasserstoffbetriebenen LKW, den keiner der großen automarken entwickeln wollte, HUNDAI hats getan und beliefert jetzt die schweiz mit wasserstoffbetriebenen LKW. Deutschland verschläft den anschluß an die zukunft, der liegt nicht in der e-mobilität.

  • 5 Althoff 12.09.2019, 12:27 Uhr

    Mir scheint es gibt auch im WDR Lobbyisten, die nur und auch nur die E- Mobilität schönreden. Wo sind für Ottonormalverbraucher die Möglichkeiten die Batterien zuladen? Ich sehe wenige, sehr wenige! Es müssen also beide Versorgungsnetze aufgebaut werden, nur mit dem Unterschied, dass Stand heute ein Aufladen einer Batterie wesentlich länger dauert als das auffüllen des Tankes mit Wasserstoff.

    Antworten (1)
    • HHoener 12.09.2019, 13:24 Uhr

      Warum sollten 2 Versorgungsnetze aufgebaut werden? Für die E-Mobilität gibt es doch das Stromnetz, also jede Schukosteckdose in der Garage ist ein Ladepunkt. Beim Wasserstoff kostet eine Tankstelle ab 1 Million aufwärts, die Tankstelle muß Sicherheitsabstände zu ihrer Umgebung haben und eine Tanksäule kann nur 4-5 Tankvorgänge in der Stunde vornehmen.... Meiner Meinung nach ist Wasserstoff nur in Verbindung mit großen LKW's, Bussen und Bahnen sinnvoll und als Zwischenspeicher zur Stabilisierung des Stromnetzes.

  • 4 Simons 12.09.2019, 12:19 Uhr

    Biogasbetriebene Autos gibt es schon lange. Es gibt viel zu wenig Werbung für diese Anrtriebsart.Sie ist fast Umweltneutral.

  • 3 Hannes K. 12.09.2019, 11:50 Uhr

    Der Antrieb mit Strom ist eine Nische, für den Stadtverkehr unter bestimmten Bedingungen sinnvoll aber sicher kein „Allheilmittel“. Beitrag und Linktipps sind gut. Vorschlag: Ein Linktipp zu einem kritischen Beitrag über den Kraftstoff E10 wäre noch gut. Da konkurriert Biokraftstoff mit Lebensmittelpreisen und Flächenverbrauch.

  • 2 Hallo 12.09.2019, 11:29 Uhr

    Warum erscheinen meine Kommentare nicht?

    Antworten (1)
    • WDR.de 12.09.2019, 11:49 Uhr

      Hallo, es lag ein Problem vor. Ihr Kommentar sollte jetzt erscheinen.

  • 1 Einer von uns 12.09.2019, 11:26 Uhr

    Sehr gut recherchiert WDR..... oder nicht??? Das mit dem Wasserstoff ist so eine Sache, man brauch da nämlich gar nicht drüber zu diskutieren, denn der Energiebedarf ist zwar etwas höher als bei herkömmlichen Elektrofahrzeugen, was daran liegt das zunächst durch Elektrizität das Wasser gespalten werden muss und später im Fahrzeug wieder fusioniert wird, also hat man 2 Arbeitsschritte mehr. ABER bei der Spaltung entsteht Sauerstoff der wiederum gut für die CO2 Bilanz ist. "Abgase" sind chemisch reines Wasser, das bindet CO2. Und wenn ich erst mit der Herstellung der Batterien anfange, muss ich wahrscheinlich ein kleines Buch schreiben. Abgesehen davon ist das "Tanknetz" Elektro auch schlecht ausgebaut. Gerade jetzt wäre der perfekte Moment endlich Wasserstoff voran zu treiben. Aber... daran verdient man bedeutend weniger Geld, denn wenn man die Forschung fokussieren würde, könnte bald jeder Haushalt sein Wasserstoff selbst herstellen.

    Antworten (2)
    • K.Althoff 12.09.2019, 12:26 Uhr

      Mir scheint es gibt auch im WDR Lobbyisten, die nur und auch nur die E- Mobilität schönreden. Wo sind für Ottonormalverbraucher die Möglichkeiten die Batterien zuladen? Ich sehe wenige, sehr wenige! Es müssen also beide Versorgungsnetze aufgebaut werden, nur mit dem Unterschied, dass Stand heute ein Aufladen einer Batterie wesentlich länger dauert als das auffüllen des Tankes mit Wasserstoff. Mit freundlichen Grüßen Klaus Althoff

    • Einer von uns 12.09.2019, 13:30 Uhr

      Dazu kommt das Problem das Einwohner normaler Wohnungen gar keine Lademöglichkeit bekommen, denn aus dem 2.OG eine Kabeltrommel bis zum Parkplatz zu legen ist wohl keine Option. Heißt, für den Großteil der Menschen stellt sich selbst bei einer besseren Netzversorgung immer noch keine Möglichkeit des adäquaten ladens ein.

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