Achtung Lebensgefahr: Eisflächen sind noch zu dünn

Achtung Lebensgefahr: Eisflächen sind noch zu dünn

Von Oliver Scheel

Es ist zwar sehr kalt momentan, aber zum Schlittschuhlaufen ist das Eis auf den Seen noch zu dünn. Es gab schon Unfälle, bei denen Menschen im Eis eingebrochen sind. Wir erklären, ab wann zugefrorene Seen gefahrlos tragen.

NRW erlebt endlich mal wieder einen richtigen Winter. Klirrend kalte Nächte und auch Tage im Frostbereich haben viele Gewässer im Land zufrieren lassen. Und das Eis ist natürlich verlockend. Ob es trägt? Kann ich womöglich sogar schon Schlittschuhlaufen? Oder ist das Eis noch zu dünn und birgt Gefahren?

Dünnes Eis: Ein Schwan sitzt auf einem gefrorenen See

Dünnes Eis: Ein Schwan sitzt auf einem gefrorenen See

Klare Antwort: Nein. Viel zu gefährlich. Warum? "Eine Nacht mit -10 Grad bringt ungefähr einen Zentimeter Eisdicke", erklärt Wetter-Moderator Sven Plöger. Gefahrlos auf eine Eisfläche gehen kann man ab einer Dicke von zehn bis 15 Zentimetern. "Man muss also zehn bis 15 Tage warten. Oder vereinfacht gesagt: 14 Tage Dauerfrost, dann kann ich aufs Eis, vorher nicht", appeliert Plöger.

Kälteperiode sollte zwei Wochen andauern, bevor es aufs Eis geht

14 Tage dauert die Kälteperiode aber noch nicht an. Viele haben sich dennoch schon aufs Eis gewagt und es gab auch schon erste Unfälle. Am späten Mittwochabend musste die Feuerwehr Langenfeld zwei 19-Jährige aus dem Richrather See ziehen. Die beiden waren leichtsinnigerweise auf das Eis gegangen und eingebrochen. Sie konnten mit Unterkühlungen aus dem Wasser gerettet werden, wie die Polizei in Mettmann dem WDR bestätigte.

Schlittschuhe auf einer Eisfläche

Die Eisflächen sind für das Schlittschuhlaufen noch nicht freigegeben

Selbst der Mittellandkanal und die Weser sind derzeit an einigen Stellen zugefroren. Aber auch da sind die Eisflächen teilweise nur wenige Millimeter dick und schneebedeckt. Die Wasserschutzpolizei warnt eindringlich davor, die Eisflächen dort zu betreten. Fließgewässer brauchen eine noch viel dickere Eisschicht von 20 bis 25 Zentimetern, damit das Betreten sicher ist.

DLRG: Eisdicke nicht ersichtlich - es herrscht Lebensgefahr

Frank Zantis von der DLRG Nordrhein rät vom Betreten der Eisflächen generell ab. Denn ein Spaziergänger könne einfach nicht sehen, wie dick das Eis ist. Aufs Eis gehen sollte man lediglich, um andere Menschen zu retten. "Wenn Sie aufs Eis müssen, dann am besten flach auf dem Bauch liegend, um die eigene Körpermasse bestmöglich auf dem Eis zu verteilen", so Zantis.

Wenn die Behörden die Eisflächen frei geben, ist das Betreten natürlich unbedenklich. Dazu brauchen wir aber noch ein paar Tage Dauerfrost. Momentan herrscht auf den meisten Eisflächen noch Lebensgefahr.

Stand: 11.02.2021, 16:23

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