Ermittlungen im Fall Jenny Böken eingestellt

Ermittlungen im Fall Jenny Böken eingestellt

  • Staatsanwaltschaft Kiel: Kein Anzeichen für Tötungsdelikt
  • Marine-Kadettin Jenny Böken 2008 über Bord gegangen
  • Ermittlungen 2009 eingestellt, 2019 wieder aufgenommen
  • Eltern legen laut Anwalt Beschwerde ein

Die Kieler Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen zum rätselhaften Tod der "Gorch Fock"-Kadettin Jenny Böken eingestellt. "Wir glauben den Angaben einer Zeugin nicht", sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Michael Bimler am Dienstag (26.11.2019) der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet. Für die Anklagebehörde gibt es weiterhin keine ausreichenden Anzeichen für ein Tötungsdelikt.

Aussagen beruhten laut Behörde auf Hörensagen

Im Juni hatte die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren wieder aufgenommen. Hintergrund waren Aussagen der Zeugin. Diese beruhten laut der Behörde im Wesentlichen auf Hörensagen.

Die Zeugin sei im Jahr 2008 bei der Bundeswehr gewesen, habe aber weder zur Marine noch zur Besatzung des Bundeswehr-Segelschulschiffs "Gorch Fock" gehört. Laut Anwalt der Familie hat die Zeugin von mehreren Männern, darunter Marineangehörigen, erfahren, dass Jenny Böken erdrosselt worden sei.

Bei Wache über Bord gegangen

Die ursprünglichen Ermittlungen im Fall Böken waren 2009 eingestellt worden. Die damals 18-Jährige war in der Nacht zum 04.09.2008 während einer Ausbildungsfahrt des Segelschulschiffs der Marine bei einer Wache über Bord gegangen. Der Leichnam wurde erst nach elf Tagen aus der Nordsee geborgen.

Die Ermittler hielten ein Unglück bisher für am wahrscheinlichsten. Die Familie von Jenny Böken hat nach Angaben ihres Anwalts gegen den Beschluss der Staatsanwaltschaft Kiel, die Ermittlungen erneut einzustellen, Beschwerde eingelegt.

Todesfall der Kadettin Jenny Böken wird neu aufgerollt Aktuelle Stunde 11.06.2019 UT Verfügbar bis 30.12.2099 WDR Von Silvia Andler

Stand: 26.11.2019, 20:42

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