Ökostrom-Umlage sinkt - aber nicht der Strompreis

Ökostrom-Umlage sinkt - aber nicht der Strompreis

Öl, Gas, Sprit, Strom – alles wird gerade teurer. Jetzt soll die EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien zwar sinken, aber die Verbraucher werden davon wohl nicht profitieren.

Die EEG-Umlage für den Ausbau der Erneuerbaren Energien wird 2022 deutlich sinken – von derzeit 6,5 auf 3,7 Cent. Das haben die vier Übertragungsnetzbetreiber Amprion, 50Hertz, TransnetBW und Tennet mitgeteilt. Trotzdem dürfte der Strompreis für viele Verbraucher:innen und Unternehmen weiter hoch bleiben. Fragen und Antworten.

Warum wird der Strompreise für Verbraucher vermutlich nicht sinken?

Bei der Stromrechnung macht die EEG-Umlage etwa ein Viertel bis ein Fünftel aus. Wenn die Umlage wie geplant sinkt, bringt das einer dreiköpfigen Familie im Durchschnitt etwa eine Entlastung von 100 bis 130 Euro im Jahr. Doch der Strompreis für Haushalte und Unternehmen wird vermutlich trotzdem nicht sinken.

Das liegt daran, dass andere Posten auf der Stromrechnung deutlich teurer geworden sind. Dazu zählt zum Beispiel der Einkaufspreis für Strom an den Großhandelsbörsen. Dort kaufen die Energieversorger ihren Strom für ihre Kunden ein. Die Börsenstrompreise sind so stark gestiegen, weil fossile Energieträger wie Öl und Gas in den vergangenen Monaten viel teurer geworden sind.

Bedeutet unterm Strich für Stromkunden: Ein Kostenpunkt auf der Stromrechnung wird zwar kleiner, ein anderer aber deutlich teurer. Die Effekte könnten sich ausgleichen. Dann würden die Strompreise auf hohem Niveau weitgehend stabil bleiben. Offen ist jedoch, wie die Energie-Versorger mit der Situation umgehen. Für den Herbst haben bisher nur wenige Anbieter ihre Preise erhöht.

EEG-Umlage sinkt: Was heißt das für meine Stromrechnung?

WDR 5 Profit - aktuell 15.10.2021 03:23 Min. Verfügbar bis 15.10.2022 WDR 5


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Was kann ich tun, wenn mein Energieversorger die Preise erhöht?

Durch den Wechsel zu einem anderen Stromanbieter, lässt sich häufig Geld sparen. Am meisten sparen können oft diejenigen, die ihren Anbieter noch nie gewechselt haben und noch in der oft relativ teuren Grundversorgung sind. Eine dreiköpfige Familie könnte durch einen Wechsel mehr als 100 Euro im Jahr sparen.

Der Anbieterwechsel funktioniert etwa mit Hilfe von Vergleichsportalen relativ einfach. Am besten die Tarife auf mehreren Portalen vergleichen – wichtig ist es, auf die Voreinstellungen in der Suchmaske zu achten und Filter entsprechend anzupassen.

Die Verbraucherzentralen empfehlen Verträge mit einer Laufzeit von einem Jahr und kurzen Kündigungsfristen. Auf den obersten Plätzen werden in den Vergleichsportalen häufig Bonus-Tarife gelistet. Diese sind aber oft nur im ersten Jahr günstig und werden im zweiten Jahr teuer. Wem das Suchen und Vergleichen von Strom- und Gasanbietern zu viel Arbeit ist, der kann sich die auch von sogenannten Wechseldiensten erledigen lassen.

Wie funktionieren Wechseldienste?

Wechseldienste sind Dienstleister, die noch relativ neu am Markt sind und damit werben, jedes Jahr aufs Neue zu prüfen, ob es nicht einen günstigeren Strom- und Gas-Tarif gibt. Dafür nutzen sie Algorithmen und organisieren - wenn die Kunden dem zustimmen - auch den kompletten Wechsel. Einige Dienste finanzieren sich über eine Provision, die sie vom neuen Energieversorger bekommen. Andere nehmen einen Anteil von dem, was die Kunden durch den Wechsel tatsächlich einsparen. Die Stiftung Warentest hatte vor zwei Jahren verschiedene Dienste getestet. Davon hatten einige gut abgeschnitten.

Die Verbrauchzentrale NRW hat aber festgestellt, dass es mittlerweile zumindest vereinzelt auch Beschwerden zu dem Geschäftsmodell gibt. Zum Beispiel weil Kunden darüber enttäuscht sind, dass sie weniger sparen als gedacht. Das heißt, auch beim einem Wechseldienst sollte sich Verbraucher vorher anschauen, wie der Anbieter funktioniert – oder eben doch selbst wechseln.

Stand: 15.10.2021, 20:33

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