Städtetagspräsident will E-Bikes besser fördern

Städtetagspräsident will E-Bikes besser fördern

  • Münsters Oberbürgermeister Lewe will E-Bikes besser fördern
  • Im Gegenzug weniger Geld für E-Autos
  • NRW-Städte fördern 2019 auch Lastenräder

Im Kampf gegen drohende Fahrverbote und verstopfte Innenstädte fordert der Städtetag mehr Förderung von Fahrrädern mit elektrischen Hilfsmotoren. Im Gegenzug soll bei der Förderung von E-Autos gespart werden. Das fordert Münsters Oberbürgermeister und Städtetagspräsident Markus Lewe (CDU).

"Wir sehen ja, dass die Menschen die E-Autos trotz der hohen Subventionen bislang kaum kaufen. E-Fahrräder hingegen boomen, obwohl sie so gut wie gar nicht gefördert werden", sagte Lewe am Donnerstag (03.01.2019) der "Rheinischen Post". Sein Vorschlag deshalb: "Wir sollten E-Autos weniger und E-Fahrräder dafür stärker subventionieren."

Nach Ansicht von Lewe könnten elektrische Fahrräder und eine bessere Infrastruktur zur Lösung der Verkehrsprobleme beitragen. "Die Kombination von E-Fahrrädern und vielleicht sogar überdachten Radwegen, die auch die Vorstädte anbinden, würde massiv zur Entlastung der Innenstädte vom Autoverkehr beitragen." Diesel-Fahrverbote wären dann kein Thema mehr.

Geld für Lastenfahrräder

Neben elektrischen Fahrrädern kümmern sich Städte in NRW auch darum, dass vermehrt Lastenräder zum Einsatz kommen. So fördert Köln seit Anfang des Jahres die Anschaffung solcher Räder. Im ersten Halbjahr 2019 stehen dafür 100.000 Euro zur Verfügung. Pro Lastenrad gibt es bis zu 2.500 Euro. Das Angebot richtet sich unter anderem an kleine Unternehmen und Vereine.

Auch in Münster gibt es im Jahr 2019 eine finanzielle Förderung. Dort will die Stadt 200.000 Euro lockermachen. Ziel ist es, den Lieferverkehr etwas zu verringern.

Stadt Münster will Lastenräder fördern WDR aktuell 02.01.2019 02:39 Min. Verfügbar bis 02.01.2020 WDR

Stand: 03.01.2019, 09:40

Kommentare zum Thema

11 Kommentare

  • 11 Sharky 04.01.2019, 07:38 Uhr

    Was ist das den für ein Schwachsinn. Die Politik möchte den Kauf eines E-bikes fördern obwohl die Verkaufszahlen seit Jahren (auch ohne Zuschüsse) zunehmen. Steckt das Geld doch lieber in den Ausbau der Radwege. In Köln sind diese eine einzige Katastrophe!!! Schlagloch an Schlagloch unterbrochen von Rissen und Stolperfallen. Auch der Ausbau der ÖPNV ist eine gute Idee. Auf für ein E-bike braucht man eine gewissen Fitness (zumindest im Bergischen).

  • 10 hø'ø 03.01.2019, 21:53 Uhr

    Statt der Förderung von E-Bikes würde ich eine Verbesserung der ÖPNV-Situation, besonders auf dem Land, begrüßen. Ein E-Bike ist dort, unter Anderem auch wegen der geringen Reichweite (oft nur 30km) keine Alternative, denn auf dem Land gibt es keine Radwege und keine Ladestationen, dafür sind meist längere Strecken zu bewältigen. Busse fahren oft nur selten, zu manchen Zielen gar nicht, das sollte dringend verbessert werden. Hier in Südwestfalen beschwert sich sogar schon die IHK, daß viele Industriegebiete, und damit Arbeitsplätze, die meist aus Lärm- und Umweltschutzgründen recht abseits von Orten liegen, überhaupt nicht von den Buslinien angefahren werden. E-Bikes sind da keine Hilfe.

  • 9 heiner waechter 03.01.2019, 18:29 Uhr

    solange die komune keine infrastruktur erstellen kann wird das nichts mit der umstellung auf e autos nichts

  • 8 Thomas 03.01.2019, 15:18 Uhr

    Also ich stehe allgemein den elektrisch angetriebenen Fahrzeugen, ob Autos oder Fahrräder, skeptisch gegenüber. Gut, sie stoßen keine Abgase aus, und jeder, der vom Auto aufs Fahrrad umsteigt, tut zweifellos was positives für die Umwelt. Ein E-Auto ist also scheinbar umweltfreundlich. Aber auch nur, solange der hierzu benötigte Strom zu 100 % aus erneuerbaren Quellen kommt. Ich befürchte jedoch, ein - auch von der Autobranche befeuerter - E-Auto-Boom könnte dazu führen, dass die Stromproduzenten ein altes Braunkohlekraftwerk länger laufen lassen, um den Strom für die E-Autos zu produzieren. Gleiches gilt für die E-Bikes. Und das wäre dann wirklich nur eine Vorverlagerung der Umwelt-Schädlichkeit. Zudem lassen sich die Stromproduzenten das Aufladen der Elektromotoren bezahlen, und die Besitzer haben die Rennerei zur Ladestation. Der einzig wahre Auto-Antrieb der Zukunft ist die Brennstoffzelle. Diese ins Format einer herkömmlichen Autobatterie zu bringen, wäre Aufgabe der Autoindustrie.

    Antworten (1)
    • Horst Necker 03.01.2019, 16:10 Uhr

      Weitgehende Zustimmung. Kleine Verbrennungsmotoren vor Ort sind besser als große in einiger Entfernung. Der Auspuff vom E-Bike wäre der Schornstein vom Braunkohlekraftwerk, wenn der Strom nicht aus erneuerbaren Energiequellen kommt. Die Umweltverträglichkeit muss man sich in der Summe ansehen; vom Lithium-Bergwerk in Übersee, von den Leitungsverlusten bis zur Batterie-Entsorgung. So lange meine Laterne auf der Straße keine Tankstelle ist, funktioniert das auch praktisch nicht für den durchschnittlichen Laternenparker. Sind Steckdosen in der Garage oder auf einem Betriebshof sieht das anders aus.

  • 7 Ernst Wachendorff 03.01.2019, 13:57 Uhr

    Liebe Politiker, es wäre wirklich an der Zeit, den Autoverkehr zu verringern und so Städt zu entlasten. Dazu wären allerdings folgende Maßnahmen erforderlich: 1. Saubere Führung des Radverkehrs mit korrekten Ampelschaltungen und eigenen Ragwegen, bzw. wirklich geschützten Radstreifen 2. Abtrennung einer Fahrspur auf mehrspurigen Strassen mit Nutzung für Busse und Fahrräder 3. Beenden der Diesel-, Schweröl- und Kerosin-Subvention (PKW,LKW,Schiffe und Flugzeuge) 4. Gesetzlichen Weg für die Erhebung einer City-Maut freimachen. Solche Maßnahmen würden helfen, den Unsinn der kurzen Autofahrten unter 10 km drastisch zu verringern, ohne das Autofahren per Verbot zu unterbinden. Und dies alles auch gegen das ewige Totschlagargument mit den Arbeitsplätzen, die i.A. sowieso verringert werden, wenn es den Konzernen zwecks Gewinnoptimierung passt.

  • 6 Henning Stein 03.01.2019, 13:55 Uhr

    "Wir sehen ja, dass die Menschen die E-Autos trotz der hohen Subventionen bislang kaum kaufen. E-Fahrräder hingegen boomen, obwohl sie so gut wie gar nicht gefördert werden", sagte Lewe am Donnerstag (03.01.2019) der "Rheinischen Post". Sein Vorschlag deshalb: "Wir sollten E-Autos weniger und E-Fahrräder dafür stärker subventionieren." Hilfe! Etwas was von alleine läuft soll man nicht subventionieren! Eine der Grundregeln bei der Wirtschaftsförderung! Bessere Radwege, bewachte Fahrradparkplätze und Ladestationen wären eine Möglichkeit.

  • 5 Radler 03.01.2019, 13:36 Uhr

    Ich bin auch gegen die Förderung der E-Bikes und würde stattdessen besser Verkehrssituationen befürworten. Entweder eigens für Radler abgetrennte Wege oder aber an Ampeln die Bevorrechtigung sich vor die wartenden Autos einordnen zu dürfen. Das schützt. Viele hält das Radeln aus Sicherheitsgründen ab. In Soest gibt es einen mittig liegenden Radweg innerhalb der Stadtmauer um die Radler zu sichern. Die einzige Möglichkeit, da die Straße sehr schmal ist und auch noch dort geparkt werden darf. Die Regelung muss leider zurück gebaut werden.

    Antworten (1)
    • Nicht mehr so fröhlicher Rheinländer 04.01.2019, 04:10 Uhr

      Eigene Radwege sind nicht nötig; sie werden erfahrungsgemäß sehr häufig säuberlich umfahren. Warum E-Autos nicht gefördert werden sollen, erschließt sich mir nicht, wir haben doch keinen Rechtsanspruch auf gutes Wetter. Den ÖPNV sollte man ausbauen und nicht, wie in unserer Stadt geschehen, wegen einer neuen U-Bahn-Strecke die Straßenbahnen aus der Innenstadt entfernen. Dadurch ist ein Großteil der Lebendigkeit verloren gegangen. Ich sehe auch nicht, wozu man ausgerechnet die Fußgänger unter die Erde verbannt, sie feinstauben noch am wenigsten.

  • 4 Martin Schröer 03.01.2019, 13:09 Uhr

    Es würde schon genügen, das Netz von Fahrrad-Ladestationen auszubauen. Sein Elektrofahrrad kostenlos aufladen können wäre schon Ansporn genug. Zuschüsse sollte man dagegen lieber in den Ausbau von Radfahrwegen stecken. Vielleicht sogar eines, ausschließlich für Elektrofahrräder. Schöne Grüße aus dem Münsterland

  • 3 Elisabeth Schuhmacher 03.01.2019, 11:27 Uhr

    Liebe Politiker. Nein, wir brauchen keine finanzielle Förderung für den Kauf der Pedelecs. Wir brauchen Flächen- bzw. Streckendeckende Radwege. In guter Breite, das man sich auch überholen kann. Und gerne ohne Schlaglöcher und Baumwurzelaufrisse, so das man diese auch im Dunkeln gefahrlos nutzen kann. Und wir brauchen die Kreuzungen derart gestaltet, das die startenden Radfahrer an auf grün springenden Ampeln nicht übersehen werden. Und wir brauchen ein sehr konsequentes Freihalten der bisher vorhandenen Radwege, die zu oft als Parkplatz gebraucht werden. Und wenn ich an einer roten Ampel stehe und drei verschiedene Bedarfsknöpfe als Radfahrer drücken muss, um nur eine einzige Straße nebst Rechtsaabbiegerspur zu überqueren und dafür dann fast 3 min runterkühle, dann ist Radfahren auch mit E-Bike echt eine frustrierende Angelegenheit. Rahmenbedingungen verbessern. Dann läuft das schon mit dem Rad /Pedelec!

  • 2 evian 03.01.2019, 11:22 Uhr

    Hallo! es ist schön und gut, daß das Radfahren wieder mehr in Angriff genommen werden soll! Aber lasst das Radfahren Radfahren sein. Das heißt auch, daß man mit dem Rad länger braucht als mit dem Auto. Ich erlebe auf den Kölner Straßen das manch ein Radfahrer meint, er kann die Geschwindigkeit von einem Auto aufnehmen. Dieses Verhalten führt zu gefährlichen Aktionen für alle Beteiligten auf der Strasse. Pedelecs sind noch schneller unterwegs und deren Fahrer sind dann eine Gefahr für den Verkehr. Wenn es mehr Radfahrer auf den Straßen gibt, dann beführworte ich Polizei auf Rädern! Und dann noch: bitte keine überdachten Radwege - was ist denn das für eine irrwitzige Idee! Nur weil der Auofahrer im Trockenen sitzt, muß der Radfahrer doch nicht unter einem Dach fahren. Der Mensch kann Regen und noch mehr aushalten.

  • 1 Susanne 03.01.2019, 11:21 Uhr

    wie wäre es ganz einfach mit Steckdosen, damit ich mit meinem ganz normalen E-Bike (nur Minderheiten werden ein Lasten-E-Bike kaufen) auch von weiter ausserhalb in eine Stadt fahren kann? Beispiel "fahrradfreundliche" Stadt Aachen - Anzahl der Lademögluchkeiten für private E-Bikes: NULL. Gegen Münzeinwurf bargeldlos Strom tanken - das wär doch was.

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