Wie gefährlich sind E-Zigaretten?

Das Bild zeigt einen Mann, der eine E-Zigarette raucht.

Wie gefährlich sind E-Zigaretten?

  • Krankheitsfälle nach E-Zigaretten-Gebrauch
  • Hunderte Betroffene in den USA
  • Keine vergleichbaren Fälle in Deutschland bekannt

Nach der Häufung von bislang unbekannten Lungenerkrankungen in den USA in Folge der Benutzung von E-Zigaretten gibt es Berichte über Todesfälle. So wurde dem Gesundheitsministerium im Bundesstaat Illinois der Tod eines Erwachsenen gemeldet, der zuvor eine solche Zigarette benutzt habe und mit einer "schweren, ungeklärten Atemwegserkrankung ins Krankenhaus eingeliefert worden war".

Sind bestimmte Substanzen für die Erkrankungen verantwortlich?

Das US-Ministerium prüft mit weiteren Behörden die Verbindung der gemeldeten Fälle mit den elektronischen Zigaretten. In 22 US-Staaten ist seit Ende Juni die Zahl der gemeldeten Fälle auf mehr als 190 gestiegen. Allen Fällen ist gemeinsam, dass zuvor mit einer E-Zigarette geraucht wurde. Allerdings hat die US-Gesundheitsbehörde CDC bislang kein bestimmtes Produkt ausfindig machen können, das mit allen Erkrankungen in Verbindung steht. Es gibt viele verschiedene E-Zigaretten und Tausende sogenannte Liquids - also Flüssigkeiten, die verdampft werden - mit Aromen.

In vielen Fällen hätten die Betroffenen angegeben, die psychoaktive Substanz THC, die auch in Cannabis vorkommt, genommen zu haben. Die Betroffenen berichteten von Atembeschwerden, Atemnot und Brustschmerzen. Dazu kamen in einigen Fällen Magen-Darm-Erkrankungen mit Erbrechen und Durchfall.

Was sagen Experten in Deutschland - und gibt es hierzulande ähnliche Fälle?

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hält einen Zusammenhang zwischen den Symptomen und E-Zigaretten für plausibel. Der Branchenverband "Bündnis für Tabakfreien Genuss" sieht das anders. "Die Vorfälle in den USA sind auf schädliche Substanzen zurückzuführen, die möglicherweise mithilfe von E-Zigaretten inhaliert worden sind. Doch es ist falsch, die Ursache für diese Erkrankungen bei der E-Zigarette zu suchen", sagt Dustin Dahlmann, Vorsitzender des "Bündnisses für Tabakfreien Genuss".

Bisher sind hierzulande keine vergleichbaren Fälle bekannt geworden. Für die EU gelten andere Richtlinien, was die Inhaltsstoffe von E-Zigaretten betrifft. So enthalten E-Zigaretten in den USA bis zu viermal so viel Nikotin.

Tagträumer: E-Zigaretten

COSMO 23.04.2019 01:54 Min. Verfügbar bis 22.04.2020 COSMO

Wie schädlich sind E-Zigaretten?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rät vom Konsum nikotinhaltiger E-Produkte ab. Bei diesen Erzeugnissen bestehe das Risiko, von Nikotin abhängig zu werden, erklärt BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss. Zudem belaste Nikotin als Zellgift den Körper. Das wirke sich vor allem auf das Herz-Kreislauf-System ungünstig aus. Nikotin stehe ferner im Verdacht, die Entstehung und das Wachstum von Krebszellen zu fördern.

Krebserregende Substanzen im Liquid

Forscher haben das Blut von Menschen untersucht, nachdem sie gedampft haben. Das Ergebnis: Der Dampf von E-Zigaretten führt zu Genveränderungen in einzelnen Zellen. Auch bei Liquids ohne Nikotin. Beim Erhitzen der Liquids entstehen zudem die Substanzen Acetaldehyd und Formaldehyd. Die Substanzen reizen die Haut- und Schleimhäute, schädigen die Atemwege und gelten als krebserregend. "Die E-Zigarette ist bisher nicht komplett verstanden in der Langzeitanwendung am Menschen, in der Lunge, in einem sensiblen Organ", sagt Dr. Hans Klose, Pneumologe der Uniklinik Hamburg-Eppendorf.

Wie gefährlich sind Zigarettenalternativen?

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 12.12.2018 07:06 Min. Verfügbar bis 12.12.2023 WDR 5

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Stand: 21.10.2019, 10:44

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