E-Scooter aufladen als Traum-Nebenjob?

Ein Limejuicer in der Kölner Innenstadt

E-Scooter aufladen als Traum-Nebenjob?

Von Susanne Schnabel

  • Ein neuer Nebenjob ist erfunden: der Juicer
  • E-Roller einsammeln, Akku laden und wieder aufstellen
  • Sharing-Anbieter suchen derzeit viel Personal
Sreenshot von Lime: Jobangebot für Juicer

So wirbt Lime im Netz um Juicer

Jerome ist einer der ersten Juicer beim Sharing-Anbieter Lime in NRW - die Leih-E-Scooter gibt es erst seit einem Monat. Jerome ist Student und arbeitet am Wochenende als Caterer. In der Woche hat er noch Kapazitäten frei. "Deswegen habe ich etwas gesucht, das man spontan machen kann und was auch eine sichere Einnahme ist", sagt der 25-jährige Kölner.

Einladen, aufladen, ausliefern

Mit dem Handy am E-Roller

Per App findet der Juicer die E-Roller

Es gibt nur wenige Voraussetzungen, die man als Juicer bei Lime benötigt: man muss mindestens 18 Jahre alt sein, ein Smartphone besitzen und einen Gewerbeschein haben. Jeromes Aufgaben: E-Scooter abends einsammeln, zu Hause deren Akkus aufladen und dann frühmorgens wieder auf die Straßen bringen. Eine Smartphone-App zeigt ihm an wo die E-Scooter mit niedrigem Ladestand stehen. Maximal zehn Stück pro Abend darf er mitnehmen.

"Wenn man kein Auto hat, dann wird es extrem anstrengend", sagt Jerome. Und eine Wohnung im ersten Stock sei auch nicht empfehlenswert: "Die Roller wiegen um die 20 Kilo. Nach zehn Stück habe ich auch ein bisschen Rückenschmerzen." Er lädt die Roller in seiner Garage auf mit Ladegeräten, die er von Lime gestellt bekommt.

Verdienstmöglichkeiten

E-Roller im Auto

Ein eigener Transporter ist sinnvoll

Pro aufgeladenen Roller bekommt der Kölner Juicer bei Lime vier Euro. Das Geld wird prompt am gleichen Tag überwiesen. Die Kosten für Sprit und Strom trägt Jerome selber, zudem muss er Steuern zahlen. Wer am nächsten Morgen zu spät ausliefert oder die Roller nicht komplett auflädt, muss mit Abzügen rechnen. "Es bringt nicht das große Geld, aber es macht irgendwie den Kopf frei", sagt Jerome.

In den sozialen Netzwerken tauschen sich Lime-Juicer aus der ganzen Welt über ihre Erfahrungen aus, eine erste deutsche Facebookgruppe hat bereits rund 90 Mitglieder. Während manche Juicer über die Bedingungen schimpfen, berichten andere, dass sie bequem, schnell und flexibel Geld verdienen können.

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Birds, Ranger und Hunter

Auch andere Sharing-Anbieter suchen derzeit Leute, die sich um die E-Roller kümmern. Dort sind die Bezeichnungen für den Job anders und es gibt Unterschiede, was Konditionen und Anforderungen angeht. "Bird" nennt sie Charger, Voi spricht von "Huntern" und Tier von "Rangern".

Stand: 15.07.2019, 06:00

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