Wenn E-Tretroller im Wasser landen

E-Scooter aus dem Aachener Weiher gefischt

Wenn E-Tretroller im Wasser landen

Von Nina Magoley und Oliver Köhler

  • E-Tretroller landen in Flüssen und Teichen
  • Umweltschützer befürchten vergiftete Gewässer
  • Großstädte kämpfen mit Roller-Flut

Es scheint ein neuer Sport zu sein: In Städten wie Köln stehen und liegen die Leih-Roller nicht nur überall an den Straßen herum, sie landen auch im Rhein oder in den städtischen Teichen. Neben alten Fahrrädern, Flaschen oder Handys fischten Freiwillige noch am Sonntag (25.08.2019) zwei schon völlig veralgte Elektroroller aus dem Aachener Weiher in Köln.

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Allein am Rhein sollen nach WDR-Recherchen schon rund 30 E-Tretroller abhanden gekommen sein. Die Roller sind mit GPS ausgestattet - wenn einer in der Nähe eines Gewässers plötzlich keine Signale mehr sendet, ist er mutmaßlich im Wasser gelandet. Ein Trend, der überall dort zu beobachten ist, wo die hippen Geräte angeboten werden. So fischten Umweltschützer in Paris allein im Juni 58 Stück aus der Seine.

Batterien enthalten giftige Stoffe

Das ist nicht nur moralisch fragwürdig - ein E-Roller kostet durchaus ab 1.000 Euro aufwärts. Auch aus Umwelt-Aspekten gehören vor allem die Lithium-Batterien, die die Gefährte antreiben, nicht in Teiche oder Flüsse. Nach Angaben des Umweltbundesamts enthalten sie giftiges, stark ätzendes Fluor.

Zwei Personen fahren gemeinsam auf E-Tretroller

Verboten: Zu zweit fahren

Weil die E-Roller bisher dort, wo sie im Einsatz sind, für viel Ärger sorgen, vereinbarten der Deutsche Städtetag und der Städte- und Gemeindebund am Montag (26.08.2019) gemeinsam mit vier Anbietern von Leih-E-Tretrollern ein "Memorandum", das Kommunen als Leitfaden dienen soll. Beispielsweise sollen Nutzer nach Abstellen des Rollers mittels eines Fotos nachweisen, dass sie ihn "korrekt" geparkt haben – also nicht quer auf Gehwegen oder in Fußgängerzonen.

Neue Technik soll ermöglichen, dass der Leihvorgang in bestimmten Bereichen gar nicht erst beendet werden kann. Nutzer sollen darüber aufgeklärt werden, dass es verboten ist, einen E-Roller betrunken oder zu zweit zu fahren. Allerdings: Die Vereinbarungen sind für niemanden verpflichtend.

Umweltschutz? Fehlanzeige!

Eine Hoffnung war: E-Tretroller könnten ein Beitrag zum Umweltschutz sein und Menschen in den Städten animieren, vom Auto auf umweltfreundlichere Transportmittel umzusteigen. Doch erste Studien zeigen, dass das bisher kaum gelingt. Die meisten Roller-Nutzer gaben an, alternativ wären sie zu Fuß gegangen oder hätten Bus und Bahn genutzt.

E-Scooter: "Schwierigkeiten beruhen meistens auf Nutzern"

WDR 5 Mittagsecho 26.08.2019 04:53 Min. Verfügbar bis 25.08.2020 WDR 5

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Stand: 26.08.2019, 14:19

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