E-Scooter im Rhein: Weltweit landen E-Roller in Gewässern

E-Scooter im Rhein: Weltweit landen E-Roller in Gewässern

Immer wieder landen E-Scooter, die massenhaft in Großstädten im Einsatz sind, in Gewässern. Nicht nur in Köln, wo mehr als 500 Scooter unter Wasser im Rhein entdeckt wurden.

E-Scooter sind klein, schnell und in vielen Großstädten an jeder Ecke verfügbar. Und sie stehen oft im Weg - weshalb sie immer wieder Menschen zu Vandalismus verleiten: In Köln sind so wahrscheinlich mehrere Hundert E-Scooter im Rhein gelandet - und gefährden mit ihren Batterien die Umwelt.

Paul Körfges vom BUND sagte dem WDR, in Batterien seien unter anderem Kobalt enthalten, das sei ein krebserregendes Metall. Im Rhein werde es "mit Sicherheit das Sediment vergiften" und die Fische betreffen.

Mit E-Scootern zur Verkehrswende?

Eine junge Frau fährt abends auf einem E-Scooter durch die Stadt, der Hintergrund ist verschwommen.

Ganz schön schnell, die kleinen E-Scooter

Viele Politiker im Land und in den Kommunen setzen auf die Sharing-Economy, also die Verleih-Systeme von E-Scootern, weil sie hoffen, so die Verkehrswende durch einen Mobilitätsmix zu unterstützen.

Die kleinen Flitzer sollen eine Alternative zum Auto sein und den ÖPNV attraktiver machen, weil sie die sogenannte "letzte Meile" bis zum Ziel überbrücken helfen. Doch das funktioniert nur, wenn alle verantwortungsvoll mit den Geräten umgehen.

Kopenhagen und Montréal haben E-Scooter verbannt

Das, was Köln aktuell erlebt, kennen andere Städte schon länger. In Paris werden E-Scooter aus der Seine gefischt, in Marseille aus dem Hafenbecken. Portland (USA), Madrid, Oslo - die weltweite Liste der geplagten Städte ist lang.

Die dänische Hauptstadt Kopenhagen, die weltweit als Vorbild für alternative Mobilitätskonzepte und als Fahrrad-Paradies gilt, verbannte nach zu viel Ärger die E-Scooter wieder aus der Innenstadt. Auch die kanadische Millionenmetropole Montréal hat den elektrischen Tretrollern den Stecker gezogen und den professionellen Verleih gestoppt.

Nach Informationen von Paul Körfges (BUND) ist das Problem in Europa so weit verbreitet, dass sich bereits die EU-Kommission damit befasse.

Düsseldorf beschließt Parkzonen und testet Abstellverbote

In NRW befasst sich die Landeshauptstadt Düsseldorf immer wieder mit Klagen über E-Scooter. Darum ist die Stadt mit den Anbietern im Gespräch, mehrfach hat es Regelverschärfungen gegeben. Aktuell hat die Stadt beschlossen, in den kommenden Wochen entlang der Rheinuferpromenade und an mehreren Altstadt-Zufahrten 15 Parkzonen für die Scooter einrichten zu lassen. Zunächst für ein halbes Jahr im Testbetrieb.

Während dieser sechs Monate soll eine Software überwachen und bewerten, wie die Parkzonen für die Tretroller mit Elektroantrieb in und um die Innen- und Altstadt genutzt werden. Denn diese Bereiche sind besonders beliebt - bei Touristinnen und Touristen und natürlich auch bei den Einheimischen. Entsprechend voll ist es dort, insbesondere am Wochenende oder in Ferienzeiten bei Sonnenschein.

Kein Free-Floating in der City von Mülheim an der Ruhr

In Mülheim an der Ruhr, wo es erst seit März dieses Jahres ein Verleih-Angebot von E-Scootern gibt, hat man von Anfang an Vorsorge getroffen, dass die Geräte in der Innenstadt und in den Stadtteilzentren nicht im Weg stehen: Hier ist ein Ausleihen nur an fixen Stationen möglich, 73 davon gibt es.

Im restlichen Stadtgebiet ist das komfortablere Free-Floating möglich. Dabei können die E-Scooter nahezu überall abgestellt werden. Das erhöht die Mobilität - aber auch die Gefahr, dass die Fahrzeuge doch mitten auf dem Gehweg oder auf dem Radweg stehen und so andere behindern.

Verleiher verhängen Parkverbote am Rheinufer in Köln

Und wie geht es weiter in Köln? Zwei Verleiher, Voi und Bird, haben auf das E-Scooter-Massengrab im Rhein reagiert: Sie verhängten für ihre Fahrzeuge Parkverbote am Rheinufer und auf den Brücken. Nun können Kundinnen und Kunden ihre Fahrten nicht mehr in der Nähe des Rheins beenden.

Ein Schritt, den die Anbieter wohl nicht gerne gehen. Denn natürlich sind die beliebtesten Viertel auch die lukrativsten für ihr Geschäft. Wer die versenkten Scooter im Rhein bergen soll, war zunächst offen. Nun stellte sich heraus, die Bezirksregierung Köln ist zuständig. Die Behörde teilte dem WDR mit, dass man die Gefahren prüfen und eine Bergung veranlassen werde.

Stand: 16.06.2021, 19:34

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