Debatte über Sicherheit von E-Scootern

Debatte über Sicherheit von E-Scootern

  • Bisher noch keine Unfallzahlen für E-Scooter
  • Leih-Geräte in 16 NRW-Städten
  • Helmpflicht könnte Hemmschwelle erhöhen

Seit genau einem Monat fahren E-Tretroller in NRW – und sorgen für Diskussionen: Schon im Vorfeld wurde viel über ihre Sicherheit gesprochen. Inzwischen werden die Scooter in NRW in 16 Städten zum Verleih angeboten.

Wie sicher ist das Fahren mit E-Scooter?

Unfallzahlen für E-Tretroller gibt es bisher nicht, da die Polizei bisher noch keine eigene Kategorie für Unfälle mit dem neuen Verkehrsmittel vorgesehen hat. Unfallforscher Siegfried Brockmann sagt, dass bisher noch gar keine gesicherte Aussage getroffen werden kann.

Laut Polizei sind die befürchteten schweren Unfälle mit E-Scootern in den größeren NRW-Städten wie Köln und Düsseldorf bisher ausgeblieben. Noch gibt es aber auch kaum E-Scooter privat zu kaufen, die für den deutschen Markt zugelassen sind.

E-Scooter: Das sagt die Unfallforschung

WDR 5 Morgenecho - Interview 15.07.2019 05:10 Min. Verfügbar bis 13.07.2020 WDR 5

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Wie ist die Erfahrung mit den Leih-E-Scootern?

Herne war die erste deutsche Stadt, in der ein Verleiher zugelassen wurde. Die dortige Stadtverwaltung zieht eine positive Bilanz. Mieter und Leiher seien sehr diszipliniert und stellten ihre Fahrzeuge ordentlich ab.

Die Stadt Köln hatte bei einer großen Kontrolle einige Verstöße festgestellt, zum Beispiel wurden Fahrer zu zweit auf dem Roller erwischt, einige fuhren auf Gehwegen.

E-Roller in NRWs Straßenverkehr: Die erste Bilanz

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 15.07.2019 03:40 Min. Verfügbar bis 13.07.2020 WDR 5 Von Dirk Groß-Langenhoff

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Unfallforscher Brockmann schätzt, dass 80 bis 90 Prozent aller E-Scooter auf den Straßen von Verleihern gestellt werden. Der Charme des neuen Verkehrsmittels bestehe im Wesentlichen darin, dass der Roller gerade vor der eigenen Nase steht, wenn man ihn braucht, zum Beispiel um die "letzte Meile" zwischen Bus und Arbeitsstelle zu überbrücken.

Sollte eine Helmpflicht für E-Scooter eingeführt werden?

Da es bisher in Deutschland noch keine Unfallzahlen gibt, greifen Forscher für eine Beurteilung auf die Erfahrungen in den USA zurück. Dort sieht es so aus, dass es im Falle eines Unfalls mit einem Roller vor allem zu Kopfverletzungen kommt. Der Kölner Polizeipräsident forderte die Verleihfirmen auf, den Mietern von E-Scootern künftig Helme zur Verfügung zu stellen, um sie vor schweren Verletzungen zu schützen.

Unfallforscher Brockmann weist daraufhin, dass es beim Radfahren auch keine Helmpflicht gebe, obwohl man da schneller als mit E-Scootern unterwegs sein kann. Das Leihsystem verliere jedenfalls bei einer Helmpflicht seinen Charme, weil es da um die spontane Entscheidung geht, "mal eben" einen Roller zu fahren.

Stand: 15.07.2019, 12:41

Kommentare zum Thema

5 Kommentare

  • 5 Thor 16.07.2019, 07:38 Uhr

    Ich verstehe die Diskussionen über die Sicherheit dieser Roller nicht. Sie sind nicht sicher! Ganz einfach schon wegen der Größe der Räder: Je kleiner desto gefährlicher, das ist doch bekannt? Dazu haben sie einen kräftigen Motor, der Ungeübte schon mal überfordern dürfte. Sie sind schlecht für die Umwelt, Stichwort Akku. Man kann nichts damit transportieren, jedenfalls nicht sicher oder komfortabel. Was soll das mit den Rollern also?

  • 4 Schmitz 15.07.2019, 21:42 Uhr

    Das Verleihsystem ist nicht vereinbar mit einer Helmpflicht. Insofern kann man das auch nicht mit der Gurtpflicht beim Auto vergleichen, denn diese hält nicht von der Nutzung des Autos ab, da Gurte im Auto immer vorhanden sind. Ein Leihroller kann aber wohl kaum mit Helm am Straßenrand stehen und wenn, will man diesen wohl kaum aufsetzen. Auch wird man spontan keinen Helm dabei haben. Daher ist die Einschränkung der Helmpflicht wohl ein deutlich stärkerer Eingriff in die Freiheit, als die Gurtpflicht. Sie unterbindet die Nutzung als Leihroller. Nur wer von vorne herein gegen Neuerungen, wie diese ist, kann eine Helpflicht fordern. Man sollte nur bedenken, dass die Straßen wohl sicherer wären, wenn man jedes Auto durch einen Roller oder ein Fahhrad ersetzen würde. Daher ist die derzeitige Rechtslage wohl der beste Kompromiss.

    Antworten (1)
    • Karl Napp 16.07.2019, 14:10 Uhr

      Wieso sollte das nicht vereinbar sein? Leihhelm ist auf dem Trittbrett befestigt und wird beim Leihen über die Leih-App entriegelt. Wieso sollte man gegen Neuerungen sein, nur weil man andere vor lebensgefährlichen Verletzungen und die Angehörigen vor lebenslangen Pflegefällen schützen will? Was nicht geht ist die Mentalität, einige haben Spaß, andere verdienen damit Geld und die Allgemeinheit kommt für die Schäden auf. (Siehe auch Auto und Abgase). Ein Kompromiss wäre eine Unfallversicherung, die der Vermieter für seine Kunden abschließen muss. Würde dann die Krankenkassen entlasten. Ob wirklich die Unfallzahlen sinken, wenn Autos durch Roller und Räder, besonders elektrische, ersetzt werden, wird sich noch zeigen. Kleines Zitat von heute aus dem WDR: " 2018 waren laut Polizei allein im Rheinisch-Bergischen Kreis insgesamt 232 Fahrradfahrer verunglückt, 55 von ihnen wurden schwer verletzt." -- Also, Helm ab zum Gebet, für die Hirnverletzten.

  • 3 Vorschlag 15.07.2019, 18:11 Uhr

    Vielleicht sollte man besser über Ritterrüstungen für unbeteiligte Dritte nachdenken.

  • 2 Karl Napp 15.07.2019, 17:13 Uhr

    Selbst der WDR hat über Unfälle mit E-Scootern berichtet (oder war es die WZ). Diese scheinen aber nicht bis zur Polizei durchgedrungen zu sein. Schon merkwürdig! Keine Helmpflicht damit Unternehmen mehr Gewinne machen können? Wer zahlt dann den Schaden am Kopf und die lebenslange Versorgung der Verletzten? Die Gesetzlichversichtertengemeinschaft. Verteilung von Unten nach Oben nennt man so etwas. Die Versicherung für die Scooter sollte auch den Schaden am Fahrer abdecken. Wäre dann zwar teuerer, aber gerechter. MfG

  • 1 Miau 15.07.2019, 14:56 Uhr

    Dann aber auch bei Fahrrädern, die sind nämlich viel schneller

    Antworten (1)
    • Karl Napp 15.07.2019, 17:15 Uhr

      Bei der Fahrradlobby werden wir das nicht durch bekommen. Ebenso wie die Kennzeichnungspflicht.

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