Polizei installiert Videobeobachtung am Hamborner Altmarkt

Nach Schießerei: Mobile Videotürme auf Duisburger Markt

Stand: 07.05.2022, 09:29 Uhr

Nach der Schießerei mit vier Verletzten in Duisburg sind nun auf dem Hamborner Altmarkt zwei mobile Videoanlagen aufgestellt worden. So kann die Polizei live den Platz beobachten.

Eine Schießerei zwischen der Rockergruppe Hells Angels und einem türkisch-arabischen Clan mitten in Duisburg hatte am Mittwoch für Aufregung gesorgt. Jetzt hat die Polizei mit einer ungewöhnlichen Maßnahme auf das Geschehen reagiert. Noch am Freitag wurden zwei mobile Videobeobachtugsanlagen am Hamborner Altmarkt aufgestellt. Die Kameras sollen mindestens vier Wochen lang installiert sein, um das Areal zu beobachten.

Live-Bilder direkt auf die Polizeiwache

Über die Kameras, die sich auf zwei Anhängern befinden, werden Videobilder zur Polizeiwache Hamborn übersendet und dort von geschulten Mitarbeitern live beobachtet und bewertet, heißt es in einer Erklärung der Polizei. Sollten dabei Straftaten gesehen werden, könnten umgehend Einsatzkräfte alarmiert werden.

In solchen Fällen würden die Videoaufzeichnungen als Beweismittel für ein Strafverfahren gesichert. Ohne besondere Vorkommnisse würden die aufgezeichneten Daten nach 14 Tagen automatisch gelöscht.

Polizeipräsident: "Staat muss Flagge zeigen"

"Wenn die Regeln des Rechtsstaats so missachtet werden wie am vergangenen Mittwoch, muss der Staat Flagge zeigen. Videokameras an dieser Örtlichkeit sind ein sinnvoller Baustein, um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in diesem Stadtteil zu erhöhen. Gleichzeitig werden wir die Präsenz unserer Kräfte vor Ort verstärken", erklärte Polizeipräsident Alexander Dierselhuis.

Mordkommission ermittelt

Eine 15-köpfige Mordkommission sowie im Umgang mit Clan-Kriminalität erfahrene Staatsanwälte sind mittlerweile dabei, die Hintergründe der blutigen Auseinandersetzung am Mittwochabend mit zwei Schwer- und zwei Leichtverletzten zu durchleuchten.

An der Auseinandersetzung waren offenbar 80 bis 100 Menschen beteiligt. Nach der Schießerei hatte die Polizei 19 Patronenhülsen sicher gestellt.

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