Dürre in NRW behoben: Es hat vorerst genug geregnet

Nasse Weidenkätzchen nach einem Regenguss

Dürre in NRW behoben: Es hat vorerst genug geregnet

Von Nina Giaramita

  • Dürre in NRW: Umweltexperten geben Entwarnung
  • Feuchte in tieferen Bodenschichten noch nicht ganz ausgeglichen
  • Wälder nach Dürre dennoch weiterhin unter Stress

Für Förster und Waldbesitzer fühlt es sich momentan nach langer Zeit wieder gut an, wenn sie durch ihre Forstreviere und Wälder gehen. "Das trockene, tönerne Geräusch ist weg", sagt Hans-Friedrich Hardt.

Nach dem Winter: Wie geht's dem Wald? Westpol 08.03.2020 UT DGS Verfügbar bis 08.03.2021 WDR

Hardt pflegt seit Jahrzehnten gemeinsam mit seiner Familie ein Waldgebiet im Bergischen Land. Die Dürre der letzten beiden Jahre machte ihm, so wie anderen Waldbauern im Land, schwer zu schaffen. Jetzt aber "schwappt es wieder in den Wäldern".

Boden gut durchfeuchtet

Die Bodenfeuchte hat Hardt in seinem Revier seit Monaten täglich geprüft - seine Bilanz: "Bis in 1,30 Meter Tiefe ist der Boden inzwischen gut durchfeuchtet."

Hat es in NRW jetzt genug geregnet?

WDR 5 Westblick - aktuell 05.03.2020 04:36 Min. Verfügbar bis 05.03.2021 WDR 5

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Die Messungen werden von offizieller Seite bestätigt. "In NRW beobachten wir keine Dürre mehr", sagt Susanne Hufe vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Die Leipziger Forschungseinrichtung gibt einen täglich aktualisierten sogenannten "Dürremonitor" für die einzelnen Länder heraus.

Forstleute weiter im Dauereinsatz

Trotz der nicht mehr vorhandenen Dürre gibt der Landesbetrieb Wald und Holz NRW keine Entwarnung für die Wälder. "Die Lage ist weiterhin sehr ernst", so Andreas Wiebe, Leiter des Betriebs: "Die Borkenkäferplage ist längst noch nicht vorbei. Wir erwarten Schäden, die sogar leicht über den Schäden des Vorjahres liegen."

Wiebe berichtet, dass die Forstleute aktuell im Dauereinsatz seien. Denn in den Wäldern liege noch viel befallenes Holz, das dringend abtransportiert werden müsse.

Auswirkungen der Corona-Krise

Selbst dort machen sich inzwischen die Auswirkungen der Corona-Epidemie bemerkbar. "Die Lager der Sägewerke sind voll und externe Lagerplätze knapp", sagt Wiebe. In den letzten Monaten sei der Holzexport nach China "ein rettendes Ventil" gewesen.

"Aber durch die Krise strauchelt die Container-Schiffsfracht nach China. Die Schiffe werden nicht mehr entladen." So bleiben die Forstbetriebe in diesen Zeiten selbst auf den Kosten für die Holzernte sitzen.

Stand: 17.03.2020, 06:00

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