Landwirte fürchten nächsten Dürresommer

Landwirte fürchten nächsten Dürresommer

  • Regenmengen im April bislang deutlich unter Durchschnitt
  • Meteorologen befürchten Missernten bei anhaltender Trockenheit
  • Waldbrandgefahr in NRW derzeit sehr hoch

62 Liter Regen pro Quadratmeter - das ist die Niederschlagsmenge, die in einem durchschnittlichen April in Nordrhein-Westfalen fällt. Doch davon sind wir derzeit weit entfernt.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) lagen die bisherigen April-Werte in NRW bis zum Sonntag (26.04.2020) je nach Region gerade mal zwischen einem und zwölf Litern. Und auch die Aussichten auf die kommenden Tage lasse keine ausgiebigen Regenfälle erwarten.

Landwirte hoffen auf Regen

Das sonnige Wetter mag in Corona-Zeiten vielen Menschen willkommen sein, für die Land- und Forstwirtschaft könnte es sich allerdings zu einem Problem entwickeln. Meteorologen wie Mojib Latif vom Kieler Helmholtz-Zentrum sehen die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Dürre-Sommer steigen. Sollte es in den kommenden zwei bis drei Wochen nicht kräftig regnen, müsse man mit Missernten rechnen, sagte er in einem Interview.

Auch der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie warnt vor möglichen Folgen der Trockenheit und ist laut Geschäftsführer Denny Ohnesorge "extrem besorgt". Bereits in den vergangenen beiden Jahren hätten die heimischen Wälder unter extrem hohen Temperaturen, Niederschlagsmangel und Schädlingsbefall gelitten.

Trockener April führt nicht automatisch zu trockenem Sommer

Allerdings verweisen die Meteorologen auch immer wieder darauf, dass im April noch keine Voraussagen für den Sommer getroffen werden können. Dass der April trocken sei, bedeute nicht, dass auch automatisch ein trockener Sommer folgen müsse, sagte ein DWD-Sprecher. Nach trockenen Aprilmonaten hätte es in der Vergangenheit sowohl feuchte als auch trockene Sommer gegeben.

Mehrere Waldbrände sorgen für Großeinsätze

Wegen der Trockenheit kam es in der vergangenen Woche zu mehreren schweren Waldbränden in NRW: In Gummersbach, nahe der niederländischen Grenze sowie in Witten brachen Feuer aus und sorgten für Großeinsätze. In der Nacht auf Sonntag legten Brandstifter offenbar mehrere Feuer im Teutoburger Wald.

Stand: 26.04.2020, 20:36

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