Wenig Regen im April: Droht NRW wieder eine Dürre?

Wenig Regen im April: Droht NRW wieder eine Dürre?

  • Kaum Regen im April in NRW
  • Schönes Wetter als Trost in Corona-Zeiten
  • Klima-Experte: Keine Sorge wegen Dürre
  • Temperatur-Unterschiede machen Bauern Sorgen

Sonnige 23 Grad - so warm ist es am Donnerstag (16.04.2020) in Teilen von NRW gewesen. Auch für den Rest der Woche bleibt es frühlingshaft. In Zeiten von Corona und eingeschränkter Freizeit-Möglichkeiten ein schöner Trost.

Kaum Regen im April

Aber gleichzeitig werden Erinnerungen wach. NRW hat lange unter den Schäden der vergangenen heißen Sommer gelitten. Mitte März gab es Entwarnung: Von Dürre sei im Westen nichts mehr spürbar. Es habe vorerst genug geregnet.

Im April ist nun von Niederschlag keine Spur mehr: "Auch die nächsten Tage wird es so gut wie keinen Regen geben", sagt WDR-Wetterexperte Karsten Schwanke.

"Ungewöhnlich trockene" Böden

Das Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) hat in seinem "Dürremonitor" ermittelt, dass Böden in einigen Gegenden von NRW "ungewöhnlich trocken" sind - in der Grafik als gelbe Flächen dargestellt.

Dürremonitor NRW  für den 13.04.2020

Dürremonitor NRW für den 13.04.2020

In anderen Gegenden gibt es bereits eine "moderate Dürre". Das zeigen die blassorangen Flächen auf dem Schaubild. Die rot markierten Flecken markieren eine "extreme Dürre".

Böden im März durchfeuchtet

Grund zur Sorge gibt es aber noch nicht, erklärt Andreas Marx. Er leitet das Mitteldeutsche Klimabüro am UFZ. Zwar mögen die warmen Temperaturen an das Jahr 2018 erinnern - die Situation sei eine andere.

Nasse Weidenkätzchen nach einem Regenguss

Im März gab es viel Regen

Da es im Februar 2020 relativ viel und im März ausreichend Niederschlag gab, wurden die Böden durchfeuchtet. Ihre Wasserspeicher sind also gut gefüllt. 

Situation anders als 2018

Das war im Dürre-Jahr 2018 anders. "Da war der Februar trocken - und die Temperaturen sind im April bereits über 30 Grad geklettert“, erklärt Marx. 

Sorgen vor einer Dürre müssen wir erst haben, wenn es über Wochen sehr heiß wird, meint der Klima-Experte.

Waldbrandgefahr in der Eifel

Hingegen sorgen sich Förster in Eifel schon jetzt vor Waldbränden. Die Feuchtigkeit im Boden reiche aktuell gerade mal einen Meter tief und das sei viel zu wenig, sagte Franz van Elsbergen vom Regionalforstamt in Hürtgenwald dem WDR. Die darunter liegenden Tiefenspeicher, die ein gesunder Wald brauche, seien leer,

Pflanzen unter Stress

Auch Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer NRW macht sich derzeit keine Gedanken um Dürre, dafür aber um Temperaturen: Tagsüber sei es warm, nachts vergleichsweise kalt.

"Die Differenz ist sehr groß", sagt Rüb. "Das ist ungewöhnlich. Und es bedeutet Stress für die Pflanzen." Das Wintergetreide hat die kalte Jahreszeit überstanden, der Raps habe gelitten. "Er macht NRW-weit aber keine große Fläche aus."

Schwanke: "Nicht beunruhigend warm"

Meteorologe Karsten Schwanke

Karsten Schwanke

Erst wenn der Mai auch zu trocken ist, wird die Landwirtschaft vor Problemen stehen, sagt Schwanke. Bis dahin können die Menschen das warme Wetter genießen - auch wenn der April bisher um etwa zwei Grad zu warm ist.

In Zeiten des Klimawandels sei das nicht außergewöhnlich: "Zurzeit haben wir fast jeden Monat eine Abweichung nach oben. Der April ist noch nicht beunruhigend warm."

Corona: Langfristige Folgen für NRWs Landwirtschaft

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 06.04.2020 03:46 Min. Verfügbar bis 06.04.2021 WDR 5 Von Sebastian Tittelbach


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Stand: 16.04.2020, 11:06

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