Folgen der Hitze für die Landwirtschaft in NRW

Folgen der Hitze für die Landwirtschaft in NRW

  • Landwirtschaft leidet unter der Hitze
  • Getreideerträge in NRW sanken wenig
  • Finanzielle Hilfen für die Landwirte

Die Hitze und Trockenheit im Sommer 2018 hat auch auf Nordrhein-Westfalens Feldern Schäden hinterlassen. Ein Überblick.

Wie sind in diesem Jahr die Getreideerträge in NRW?

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums gingen die Getreideerträge trotz monatelangen Regenmangels und Spitzentemperaturen bis knapp unter 40 Grad vergleichsweise wenig zurück. So haben die NRW-Landwirte laut Statistischem Landesamt 12,6 Prozent weniger Getreide eingefahren als im langjährigen Mittel.

Damit liegen die Einbußen bei Winterweizen, -gerste und Co aber nur geringfügig niedriger als in den beiden Vorjahren. Insgesamt wurden in dieser Saison in NRW 3,57 Millionen Tonnen Getreide geerntet.

Wie war 2018 die Mais-Ernte in NRW?

Hier gab es dem Landwirtschaftsministerium zufolge erhebliche Einbußen - und zwar bis zu 75 Prozent. Schwer getroffen sind vor allem Landwirte mit großen Maisbeständen.

Ein Großteil der Maiskolben könne nur noch als Silomais geerntet werden. Silomais wird später als Viehfutter oder für die Biogasproduktion verwendet.

Wie sieht's beim Kartoffel- und Grünlandanbau aus?

Dürre schlecht für die Landwirtschaft

Die Trockenheit hat vielen Pflanzen zugesetzt

Auch viele Kartoffelbauern können laut Ministerium zuvor vertraglich vereinbarte Liefermengen nicht einhalten. Nach einer guten Frühkartoffelernte gebe es bei den späteren Sorten Rückgänge von bis zu 50 Prozent. Gebeutelt sind in diesem Jahr auch Viehbetriebe mit ihren Grünlandflächen für die Futterversorgung.

Dort habe die Trockenheit im Sommer zu einem weitgehenden Wachstumsstillstand geführt. Auch auf den Weiden finden Tiere kein Gras mehr. In Verbindung mit den Ausfällen beim Mais sei im Winter mit extremer Futterknappheit zu rechnen, hieß es im Ministerium.

Gibt es für finanzielle Hilfen seitens des Staates?

Ja. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat angekündigt, den Bauern zu helfen. Sie will, dass Bund und Länder 340 Mio. Euro bereitstellen. NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) begrüßte den Vorstoß.

Wie wird sich das Land Nordrhein-Westfalen an dem Programm finanziell beteiligen?

Archivfoto: Ursula Heinen-Esser (24.05.2018)

NRW-Landwirtschaftsministerin Heinen-Esser

Die Quote wird laut Heinen-Esser in den nächsten Wochen in einer Bund-Länder-Vereinbarung festgestellt. Dort müsse auch eine Bedürftigkeitsprüfung geregelt werden, damit die Hilfen nur an wirklich betroffene Landwirte gehe, die im Haupterwerb ihren Betrieb führen.

Leiden alle Landwirte unter den Folgen der Hitze?

Nein. Die Landwirtschaftskammer Rheinland spricht von einer "super Apfelernte". Die tief wurzelnden Obstbäume kämen auf dem Land gut mit der Trockenheit zurecht, anders als viele von Asphalt umgebene Bäume in den Städten. Der Verbraucher kann sich bei Äpfeln auf eine sehr gute Qualität und vermutlich günstige Preise einstellen.

Dürre-Nachwirkungen: Kaum Preiserhöhungen für Verbraucher

WDR 2 22.08.2018 03:11 Min. WDR 2

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Stand: 22.08.2018, 15:08

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