Regenbogen über dem Sprenger

Auch 2021 war in NRW zu trocken

Stand: 28.12.2021, 12:55 Uhr

Trotz des gefühlt miesen Wetters und der Flutkatastrophe war auch das Jahr 2021 für die Böden in NRW nicht feucht genug. Das hat Auswirkungen für Privatgärten sowie die Land- und Forstwirtschaft.

Von Detlef Reepen

"Mieses Wetter dieses Jahr - viel zu nass!" - So erlebten es viele, aber das ist tatsächlich eine gefühlte Wahrheit. Tatsächlich waren die Niederschläge in NRW bis zum August 2021 ziemlich durchschnittlich. Und seitdem ist es wieder viel zu trocken für die Böden zwischen Eifel und Rothaargebirge. Von August bis November fiel rund ein Viertel zu wenig Regen. Der wiederum war häufig so nieselig, dass er kaum in den Boden einsickern konnte.

Die Unwetter vom 14./15. Juli hingegen, die sich fest ins kollektive Gedächtnis eingegraben haben, trugen zwar zur Regenstatistik große Mengen bei. Der Boden konnte das Wasser aber nicht aufnehmen, es floss oberflächig ab. Was bedeutet das nun für Gartenbesitzer einerseits und die Land- bzw. Forstwirtschaft in NRW andererseits?

Gärten und Stadtgrün gut versorgt

Die obersten 30, mancherorts 50 Zentimeter Boden sind landesweit ausreichend mit Wasser versorgt, das bestätigte das zuständige LANUV dem WDR. Damit dürften die Gartenbesitzer und die städtischen Grünflächenämter entspannt ins neue Jahr gehen können. Denn Stauden, Blumenzwiebeln und Büsche sind Flachwurzler, bekommen also auch im nächsten Frühling genügend Wasser und Nährstoffe.

Auf den Äckern im Nordosten droht Dürre

Die Pflanzen auf Äckern und Weiden können zwar zurzeit nicht unter Trockenstress leiden, weil sie quasi Winterschlaf halten. Aber da der Boden in weiten Teilen von NRW unterhalb von 50 Zentimetern Tiefe zu trocken ist, sicher aber in 1,30 m Tiefe, geht die Landwirtschaft in ein unsicheres Jahr. Der Fachbereich Hydrologie des LANUV warnt: "Vom Nordosten fortschreitend, werden in NRW wieder Dürresymptome sichtbar."

Wälder in NRW unterschiedlich betroffen

Es ist eine Fichtenreihe zu sehen, die nahezu komplett abgestorben ist. Diese Reihe befindet sich im Teutoburger Wald.

Bei Nadelbäumen könnte es kritisch werden

Mathias Niesar vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW sieht die hiesigen Wälder zwar nicht von Trockenstress bedroht - jedenfalls nicht im Vergleich zu den drei Katastrophenjahren 2018 bis 2020 und nicht landesweit. Der Wurzelraum der Bäume sei feucht genug. Die Laubbäume halten außerdem Winterruhe und ziehen aktuell kein Wasser aus dem Boden. Aber kritisch könnte es bei den Flächen mit Nadelbäumen werden, wenn zum Beispiel der April wieder zu warm wird. Die immergrünen Bäume verlieren dann sofort viel Feuchtigkeit über ihre Nadeln, der mäßig feuchte Boden könnte schnell austrocknen - und das macht Stress.

Altes Regendefizit nicht ausgeglichen

Fazit: Die Niederschläge 2021 haben ausgereicht, den (Pflanzen-)Betrieb aufrecht zu erhalten. Der Wassermangel im tieferen Boden aber bleibt uns erhalten, und das Grundwasser zieht sich weiter zurück. Roland Funke vom LANUV sagt es so: "Mit Durchschnitt können Sie nie ein großes Defizit ausgleichen."

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