Netzaktion fordert mehr Respekt für Retter

Netzaktion fordert mehr Respekt für Retter

  • DRK Grevenbroich dreht Social Video
  • Witzige und lockere Forderung nach Respekt
  • Jeder achte Retter in NRW hat Gewalterfahrung

Für die Rettungskräfte des DRK in Rommerskirchen (Rhein-Kreis-Neuss) gehören Gewalt und Bedrohungen zu ihrem Arbeitsalltag: Sanitäter Max König wurde während seiner Ausbildung zu einer vermeintlich hilflosen Person gerufen, berichtet er dem WDR. Ein junger Mann liegt auf dem Boden, reagiert nicht auf seine Ansprache. "Auf einmal ist derjenige aufgesprungen, ganz unvermittelt, hat aus seiner Bauchtasche ein Messer gezogen und hat gesagt: 'Ihr geht jetzt, sonst steche ich euch alle ab.'"

Sympathie-Offensive gegen Gewalt

Wie geht man mit dieser rohen Gewalt um? Der DRK-Kreisverband Grevenbroich e. V. hat sich gegen "den moralischen Zeigefinger" entschieden, so Marcel Offermann vom DRK Rhein-Kreis-Neuss. Stattdessen hat er mit seinen Kollegen ein Video gedreht. Verbreitet wird es über Social-Media-Kanäle und wurde dort schon hunderte Male geteilt.

In dem Clip stellen die Rettungskräfte Bedrohungsszenen nach und zeigen mit einer klaren Geste - Daumen runter -, was sie davon halten. All das zu der fetzigen Musik des Megahits "Respect" von Soul-Ikone Aretha Franklin. Nebenbei zeigen die DRKler, dass sie nicht nur Leben retten, sondern auch gut tanzen können. Eine Sympathie-Offensive gegen Gewalt.

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Dreh in der Freizeit

13 Stunden lang haben die DRK-Mitarbeiter in ihrer Freizeit gedreht. Für Sebastian Steinmetz vom DRK ist es "ein Hilferuf der Rettungskräfte". Gewalt gegen Sanitäter, Polizisten und Feuerwehrleute sei ein absolutes Unding: "Wir kommen zum Retten und werden dann selbst zum Opfer."

Jeder achte Retter in NRW hat nach Angaben des Landesinnenministers bereits Gewalt im Job erfahren. Die Erfahrungen der Grevenbroicher DRK-Retter sind keine Einzelfälle. Darum schreiben sie in ihrem Facebook-Post auch ausdrücklich: "Stellvertretend steht das Statement natürlich auch für die Kollegen der Polizei, Feuerwehr und allen anderen Einsatzkräften."

Gewalt gegen Rettungskräfte: "Man wird immer mehr zum Freiwild"

WDR 2 17.01.2019 04:02 Min. WDR 2

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Stand: 06.06.2019, 09:00

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • 6 Litla 25 06.06.2019, 20:05 Uhr

    Mein Sohn arbeitet nebenher für das DRK. Auch er hat bereits Pöbeleien und verbale Angriffe erlebt. Ich finde das Video sehr gut. Fürchte aber, dass es der Verrohung unserer Gesellschaft nur bedingt etwas entgegen setzen kann. Aber: Humor ist eine sehr gute Form der Psychohygiene. Meine Bewunderung und mein Dank gilt allen, die im sozialen und im Helferfeld unterwegs sind! Herzliche Grüße

  • 5 nrw-bürger 06.06.2019, 19:05 Uhr

    Sehr gute Sache. Niemand ist wichtiger als Sanis und Feuerwehr. Jeder kann sie täglich zum Überleben brauchen. Ich kann überhaupt nicht verstehen, wie man die angreifen kann. Total asozial und kriminell. Täter sollten erstmal alle U-Haft kriegen, um Zeit zum"Nachdenken" zu haben. Wir müssen zeigen, dass unsere Hilfskräfte unterstützt und geschützt werden. ----DANKE, Sanis, Notärzte und Feuerwehr. DANKE. Ohne euch geht gar nichts.

  • 4 CG 06.06.2019, 17:43 Uhr

    ?????? Danke - meine Respekt habt ihr. - Hut ab.

  • 3 Susi Bischoff aus Lehrte 06.06.2019, 17:42 Uhr

    Sehr geil, und von mir super Respekt für diesen Dreh!!! Mein Mann war selbst 20 Jahre hauptberuflich Retter beim DRK Lehrte, der weiß auch nur zu gut um diese redpektlosen Situationen!! Also Daumen hoch für diesesVideo??????

  • 2 c.l. 06.06.2019, 13:20 Uhr

    solche Asis ohne Umweg in die Uhaft. Mindeststrafe 1 Jahr ohne Bewährung.

    Antworten (1)
    • nrw-bürger 06.06.2019, 19:07 Uhr

      Recht haben Sie. Wenn dieser Staat noch irgendwie funktionieren soll, muss der RESPEKT vor Sanis und Feuerwehr immer gezeigt werden. Wenn die keinen Bock mehr haben, können wir einpacken.

  • 1 Pepe 06.06.2019, 10:03 Uhr

    Hätte das Video gerne angeschaut, ist aber auf Youtube gesperrt "Dieses Video umfasst Inhalte von WMG. Dieser Partner hat das Video in deinem Land aus urheberrechtlichen Gründen gesperrt."

    Antworten (1)
    • marcdrk 06.06.2019, 17:19 Uhr

      Auf Facebook unter "DRK-Rettungswache Rommerskirchen" zu finden

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