3G am Arbeitsplatz ab Mittwoch: Das sagen die Unternehmen in NRW

So lief der erste 3G-Tag in NRW Aktuelle Stunde 24.11.2021 21:04 Min. UT Verfügbar bis 01.12.2021 WDR Von Meike Hendriksen

3G am Arbeitsplatz ab Mittwoch: Das sagen die Unternehmen in NRW

Ab Mittwoch gilt 3G am Arbeitsplatz. Wer dann an seinen Schreibtisch oder seine Werkbank möchte, muss geimpft, genesen oder getestet sein. Wie gehen die Unternehmen in NRW damit um?

In kleineren Betrieben wussten Arbeitgeber und Mitarbeitende bereits in vielen Fällen, wer geimpft oder umgeimpft ist. Ab Mittwoch dürfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun offiziell nach ihrem Impfstatus gefragt werden. Und sie müssen arbeitsrechtliche Konsequenzen fürchten, wenn sie die 3G-Regel missachten.

Sie dürfen nur geimpft, genesen oder täglich getestet am Arbeitsplatz erscheinen. Tun sie das nicht, dann heißt es: Ab Nach Hause ohne Bezahlung, im schlimmsten Fall droht ein Rauswurf aus der Firma.

Kleine Betriebe zeigen sich bei 3G gelassen

Dachdeckermeister Dirk Onnebrink, Chef von zwölf Angestellten im münsterländischen Borken, begrüßt die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Das sei man auch den Kunden schuldig. "Ich finde es richtig, es konsequent durchzuziehen. In der Situation, die wir jetzt haben, muss man irgendwo mal sagen: Bis hierher und nicht weiter. Ich habe kein Verständnis für die Menschen, die sich für die Gesellschaft nicht so einbringen wollen. Es ärgert schon. Ich bin froh, dass ich jetzt eine hundertprozentige Gewissheit habe, dass meine Mitarbeiter nicht dazu gehören."

Ein Schild weißt auf die 3G Regel hin

Zugang nur für Geimpfte, Genesene und Getestete

Onnebrink sagt, er habe bereits die kostenlose "Covid Pass Check"-App auf sein Handy geladen, um den Impfstatus seiner Mitarbeiter genau zu dokumentieren, damit er keine empfindlichen Geldbußen zu befürchten habe.

"3G? Wir setzen längst freiwillig auf 2G Plus"

Andreas Bauer, Geschäftsführer der Software-Firma Bauer und Kirsch in Aachen, ist schon vorher einen Schritt weiter gegangen und hat 2G plus eingeführt. "2G plus haben wir eingeführt, weil wir einfach erkannt haben, dass die Impfwirkung nachlässt, und darauf wollten oder mussten wir wieder reagieren. Und da haben wir einfach gefragt: Was haltet ihr davon? Die Kollegen testen sich jetzt täglich, wir stellen die Tests natürlich zur Verfügung. Wir sind ein Team von 50 Leuten, wir kennen uns, wir vertrauen uns, also kontrolliert wird da nichts." Die bisher freiwilligen zusätzlichen Tests müsse er nur kontrollieren, wenn sich in seinem Team Ungeimpfte befänden.

IHK befürchtet Konflikte in großen Betrieben

Ralf Stoffels, der Präsident der Industrie- und Handelskammer NRW, begrüßt die strengeren Maßnahmen zum Infektionsschutz zwar, hat aber auch Sorge, dass nun viele Konflikte in die Betriebe verlagert würden, insbesondere in große Mehrschichtbetriebe, wie er selbst einen hat.

Bei seinen 500 Mitarbeitern wisse er bisher von 300, dass sie geimpft seien. Die übrigen 200 seien ungewiss. "Jetzt haben wir einen fünften Eingang ins Gebäude geschaffen, für Ungeimpfte. Das ist natürlich eine schwierige Situation, weil sie sich dann outen müssen." Er habe auch große Sorge, dass die Krankenquote nach oben schnellen wird und viele Fachkräfte fehlen werden.

Mehr Tests - höhere Infektionszahlen

Das könnte zudem an mehr positiven Tests liegen: NRWs Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) schätzt: "Nehmen wir mal das Alter, das berufstätig ist, zwischen 18 und 60. Dann haben wir in NRW rund eine Million Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die nicht geimpft sind. Die werden aber ab morgen jeden Tag getestet. Das sind natürlich Testzahlen, die sind gewaltig."

3G im Job und ÖPNV

WDR 5 Westblick - aktuell 23.11.2021 03:08 Min. Verfügbar bis 23.11.2022 WDR 5 Von Ditmar Doerner


Download

Stand: 23.11.2021, 17:02

Aktuelle TV-Sendungen