CO2-Debatte: per Flieger in die Ferien

CO2-Debatte: per Flieger in die Ferien

  • Passagierzahlen an vielen NRW-Flughäfen steigen
  • CO2, Eiskristalle und Co. sind Klimakiller
  • Urlauber können Kompensationen leisten

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Trotz Fridays for Future-Demos starten Menschen in NRW mit dem Flieger in die Ferien. Wie sich die Flugzahlen entwickelt haben - und was man tun kann, um das schlechte Gewissen zu lindern. Drei Fragen, drei Antworten.

Wie viele Menschen fliegen überhaupt in die Sommerferien?

Der Düsseldorfer Flughafen erwartet in den Sommerferien fast 3,9 Millionen Fluggäste. Das sind etwa 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch am Airport Dortmund rechnet man mit "deutlich mehr Passagieren" als im Vorjahr. Am Flughafen Paderborn wurden die Sommerkapazitäten ausgebaut, nun gibt es 670.000 Sitzplätze mehr.

Der Flughafen Köln/Bonn bereitet sich ebenfalls auf die Reisewelle vor: Hier werden über zwei Millionen Passagiere in die Sommerferien abheben. Das sind allerdings vier Prozent weniger als 2018.

Klimafreundlich in den Urlaub: geht das überhaupt?

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 13.06.2019 06:00 Min. Verfügbar bis 12.06.2024 WDR 5

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Warum ist Fliegen überhaupt schädlich?

Laut der Umweltschutzorganisation BUND trägt das Fliegen einen Anteil von knapp fünf Prozent zu der globalen Erwärmung bei. Auch wenn der CO2-Ausstoß als schädlicher Faktor häufig im Fokus steht, ist er bei Weitem nicht der einzige negative Einfluss.

"Auch Substanzen wie Stickoxide, Aerosole und Wasserdampf tragen zur Erwärmung der Erdatmosphäre bei", teilt das Umwelt-Bundesamt mit. Sie entstehen ebenfalls bei der Verbrennung von Kerosin.

Einen bisher unterschätzten Klimaschädling haben Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt untersucht: die Eiskristalle in Kondensstreifen. Sie bilden Wolken, sogenannte Kondensstreifen-Zirren. "Diese Wolken können je nach Sonnenstand und Untergrund lokal eine wärmende oder kühlende Wirkung entfalten", erklärt das DLR. "Wobei Forschungsarbeiten zeigen, dass global die wärmende Wirkung überwiegt." 

Kondensstreifen und die damit einhergehenden Eiskristall-Wolken treten vermehrt in den Gegenden auf, wo viel geflogen wird: Global sind rund 0,5 Prozent der Erde mit Kondensstreifen bedeckt - in Vielflieger-Gegenden wie Europa sind es fünf Prozent.

Was kann man tun?

Wer sein schlechtes Gewissen lindern will, kann eine CO2-Kompensation vornehmen. Urlauber können ihren Flug damit zwar nicht ungeschehen machen, aber Klimaschutz-Projekte fördern.

Die Vereine Atmosfair, Klimakollekte, Primaklima und myclimate sind laut Verbrauchermagazin Finanztest gute Adressen für Spenden. Sie errechnen, wie viel gespendet werden sollte, um den Klima-Schaden zu kompensieren.

Weniger fliegen fürs Klima Westpol 26.05.2019 UT DGS Verfügbar bis 26.05.2020 WDR

Stand: 12.07.2019, 08:32

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