Die Ditib-Moschee in Köln: Chronologie des Baus

Die Ditib-Moschee in Köln

Die Ditib-Moschee in Köln: Chronologie des Baus

Seit ihrer Planung wird die Ditib-Moschee in Köln von Diskussionen, Kontroversen, Demonstrationen begleitet - eine Chronologie der Ereignisse.

Am Samstag (29.09.2018) wird in Köln die deutschlandweit größte Moschee offiziell eröffnet. Hauptredner wird der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan sein.

Insgesamt neun Jahre sind seit der Grundsteinlegung vergangen.

Kölner Ditib-Moschee - von der Grundsteinlegung zur Eröffnung

Von Sabine Tenta

Der repräsentative Prachtbau in Köln-Ehrenfeld war von Anfang an von Kontroversen begleitet. Eine Chronologie.

DITIB-Zentralmoschee in Köln Nordrhein-Westfalen

Nach neun Jahren Bauzeit wird am Samstag (29.09.2018) die Ditib-Moschee in Köln-Ehrenfeld eröffnet. Immer wieder gab es im Verlauf der Planungs- und Bauzeit Diskussionen, Demonstrationen und überraschende Wendungen.

Nach neun Jahren Bauzeit wird am Samstag (29.09.2018) die Ditib-Moschee in Köln-Ehrenfeld eröffnet. Immer wieder gab es im Verlauf der Planungs- und Bauzeit Diskussionen, Demonstrationen und überraschende Wendungen.

Erste Pläne für die Moschee gab es 2001, zwei Jahre später gab der Kölner Stadtrat grünes Licht für den Bau. Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) beauftragte als Bauherrin den renommierten Kölner Architekten Paul Böhm. Der hatte einen Architekturwettbewerb gewonnen. Er plante einen Gebäudekomplex, in dessen Zentrum eine Kuppel und zwei Minarette standen. So sah das erste Modell aus.

Das Bauvorhaben polarisierte. Die rechtsgerichtete Bewegung Pro Köln scheiterte mit einem Bürgerbegehren, das den Bau verhindern sollte. Zu den Kritikern gehörte auch der Publizist Ralph Giordano. Im Visier der Kritiker war unter anderem die Höhe der Minarette. Der Kompromiss, auf den sich der Architekt Paul Böhm einließ, war eine Verkleinerung des Gesamtbaus. Die Höhe der Minarette von 55 Metern wurde beibehalten, aber sie wurden schlanker, filigraner konzipiert. Im Bild präsentiert Böhm das überarbeitete Modell.

Am 7. November 2009 erfolgte die Grundsteinlegung - exakt ein Jahr nachdem die Stadt Köln die Baugenehmigung erteilt hatte. In den folgenden Jahren entsteht ein Gebäude, das weit mehr ist als ein Gebetshaus. Ebenfalls integriert werden eine Ladenpassage, eine Bibliothek, Schulungs- und Seminarräume sowie eine Tiefgarage.

Am 2. Februar 2011 wurde Richtfest gefeiert - das Gebäudegerüst mit seiner 37 Meter hohen Kuppel und den 55 Meter hohen Minaretten ist nun ein markanter optischer Punkt in der Kölner Architekturlandschaft.

Begleitet wurde das Richtfest von Protesten der rechtsgerichteten Organisationen Pro Köln und Pro NRW sowie von Gegendemonstrationen.

Die Vollendung schien zum Greifen nah, bereits im Mai 2012 sollte die Eröffnung sein. Doch im Herbst 2011 wird bekannt, dass die Ditib dem Architekturbüro Böhm wegen vorgeblicher Baumängel gekündigt hat. Hintergrund des Zerwürfnisses war nach Einschätzung von Beobachtern, dass die Ditib sich inzwischen konservativer ausgerichtet hatte. Böhm sprach von vorgeschobenen Argumenten, sah seine Arbeit diskreditiert.

Der ehemalige Kölner OB Fritz Schramma (links im Bild bei der Grundsteinlegung) konnte mit viel Engagement 2012 eine Lösung erreichen. Er vermittelte erfolgreich zwischen den Kontrahenten: Paul Böhm übernahm zwar nicht wieder die Bauleitung, erhielt aber einen Beraterstatus. Der Bau konnte fortgesetzt werden. Eine jahrelange Bauruine im Herzen von Köln war damit abgewendet.

Nach jahrelanger Wartezeit kommt auf einmal recht schnell ein Eröffnungstermin: Im September 2018, rund um einen Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Deutschland, wird die Zentralmoschee eröffnet - wahrscheinlich auf Initiative aus Ankara. Die Baukosten werden auf rund 30 Millionen Euro geschätzt, geplant waren mal 15 Millionen Euro.

Wegen der zunehmend undemokratischen Verhältnisse in der Türkei und der Unklarheiten zum Protokoll sagen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) ihre Teilnahme an der Seite von Erdoğan ab. Ein Jahr zuvor hatte Reker am Tag der offenen Moschee (03.10.2017) noch im Gebetssaal zu den Bürgern gesprochen.

Bleibt am Ende die Frage: Kann die Moschee das Signal der Integration aussenden, auf das viele gehofft haben? Um das weit über die Kölner Stadtgesellschaft hinaus immer wieder gerungen wurde? Das Gebäude bietet das Potenzial. Entscheidend ist, mit welchem Leben die Ditib es füllt.

Der Bau der Kölner Moschee im Zeitraffer WDR 02.02.2011 00:26 Min. Verfügbar bis 27.09.2019 WDR

Stand: 28.09.2018, 06:00

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