Saubere Luft: Wie Städte die Verkehrswende planen

Fahrrad, Verkehrsampel in der Stadt

Saubere Luft: Wie Städte die Verkehrswende planen

  • Städte ringen im Diesel-Rechtsstreit um Lösungen
  • Maßnahmen-Pakete in betroffenen NRW-Kommunen
  • Umweltverband: Großer Wurf nicht in Sicht

Diesel-Fahrverbote, Verkehrskollaps, Klimawandel - für Kommunen gibt es viele Gründe, den Umstieg der Bürger auf Busse, Bahnen und Fahrräder zu fördern. Jetzt werden auch die Großstädte aktiv, denen Diesel-Fahrverbote drohen.

Am Montag (17.12.2018) reichte die Deutsche Umwelthilfe vier weitere Klagen vor dem OVG ein - diesmal trifft es Bielefeld, Hagen, Oberhausen und Wuppertal. In den vier Städten werde der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid "fortwährend erheblich überschritten", hieß es zur Begründung.

Vor Gericht wird nun geklärt, ob Fahrverbote verhältnismäßig sind. Knackpunkt ist dabei die Frage, ob Kommunen genug für saubere Luft tun.

Von Elektromobilität bis Extra-Busspuren

Die Stadt Hagen beschloss zum Beispiel einen "Masterplan für eine nachhaltige Mobilität" mit rund 60 Einzelmaßnahmen. Auf der Tagesordnung: Ausbau der Elektromobilität und Stärkung des Radverkehrs.

Wuppertal hatte angekündigt, im Stadtgebiet zu prüfen, wo zusätzliche Busspuren nötig sind, um den öffentlichen Nahverkehr besser fließen zu lassen. Auch eine grüne Welle für Busse bei der Ampelschaltung ist angedacht.

Dieselgipfel: "Nicht die große Verkehrswende"

WDR 5 Morgenecho - Interview 04.12.2018 06:37 Min. WDR 5

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Die Stadt Bielefeld änderte die Verkehrsführung auf dem umwelt- und verkehrsmäßig wichtigen Jahnplatz. Bis zum Jahr 2023 soll der Platz umgebaut sein. Ziel sei ein "reduzierter Individualverkehr".

In Oberhausen soll unter anderem eine Umrüstung der Fuhrparke mit emissionsarmen Antrieben erfolgen. Hier setzt auch die Stadt Düsseldorf an. Außerdem sollen in der Landeshauptstadt der Verkehrsfluss verbessert, Radwege ausgebaut und die Elektromobilität gefördert werden.

Tempolimits und mehr Radwege

Auch andere Städte versuchen was: In Bochum wurde eine Tempo-30-Zone auf der Herner Straße eingerichtet. Die Straße wird von Lkw- und Pkw-Fahrern oft genutzt, um den Weg zwischen Autobahn 40 und A43 abzukürzen. Das Tempolimit soll die Umweltbelastung senken. Ansonsten setzt Bochum auf mehr Hybridbusse und mehr Radwege.

Umweltverband für City-Maut und Tempo 30

Dirk Jansen vom BUND in NRW

Dirk Jansen vom BUND in NRW

Sind die Entscheidungen der Städte wirklich sinnvoll - oder handelt es sich eher um Not- und Alibimaßnahmen, die den Städten nur einen grünen Anstrich geben sollen? Es gebe zwar "einige gute Ansätze" wie die vereinzelte Einrichtung von Umweltspuren, streckenbezogene Tempo-30-Regelungen und ÖPNV-Lockangebote, sagte Dirk Jansen vom Umweltverband BUND. "Der große Wurf ist das aber nicht."

Letztlich würde zur Vermeidung von Fahrverboten nur helfen, dass die Zahl der Diesel-Autos drastisch reduziert werde, sagte Jansen. Nötig sei die "Verknappung und Verteuerung von Parkraum und die Einführung einer City-Maut". Auch mehr intelligente Ampelschaltungen und Tempo-30-Zonen seien sinnvoll.

Stand: 17.12.2018, 16:59

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