Radfahrer auf dem Fahrradweg

NRW-Verkehrsprojekte erhalten Deutschen Fahrradpreis 2022

Stand: 17.02.2022, 19:07 Uhr

Mehrere Projekte aus NRW sind am Donnerstag mit dem Deutschen Fahrradpreis 2022 ausgezeichnet worden. Eines aus Ostwestfalen-Lippe überzeugte damit, ortsübergreifendes Pendeln zu verbessern.

Von Jan-Ole Niermann

"Unsere Vision ist es, OWL-weit zu denken und daraus ein durchgängiges Netz zu schaffen", sagt Michael Rüngeler vom Kreis Paderborn. Das "Radnetz OWL" hat ambitionierte Ziele: Durch das Projekt sollen 2.000 Kilometer moderne Radwege entstehen, über Stadtgrenzen hinweg. Die Jury würdigte vor allem diese ortsübergreifende Zusammenarbeit: "Sie haben alle Beteiligten an einen Tisch geholt und ein Pendlernetz entwickelt, das ist zukunftsfähig." Das Projekt "Radnetz OWL" habe damit besonders für ländliche Regionen Vorbild-Charakter.

Radnetz-OWL

Sechs Kreise und Bielefeld beteiligen sich

Der Paderborner Landrat nahm den Preis am Donnerstag Nachmittag in Köln entgegen. Christoph Rüther betonte vor allem die produktive Kooperation von sechs Kreisen und der Stadt Bielefeld: "Das ist ein tolles Miteinander, es macht Sinn, die Städte miteinander zu verbinden." Schließlich dürften Radwege nicht an Ortsgrenzen Halt machen.

Deutscher Fahrradpreis für Radnetz OWL

00:40 Min. Verfügbar bis 17.02.2023


Zweiter Platz für NRW-Projekt "DeinRadschloss"

Auch der zweite Platz ging nach Nordrhein-Westfalen: Das Projekt "DeinRadschloss" des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr bietet an 70 Orten in NRW sichere Parkplätze für Fahrräder. Gebucht werden diese per Chipkarte oder Smartphone. Auch hierbei arbeiten 15 Kommunen miteinander, um an ÖPNV-Haltestellen bessere Abstellmöglichkeiten zu schaffen.

Den dritten Platz in der Kategorie "Infrastruktur" belegt die Stadt Saarbrücken, die mit der "Fahrradzone Nauwieser Viertel" eine der ersten Fahrradzonen Deutschlands geschaffen hat, die einen ganzen Stadtteil umfasst.

Viele Innovationen preisgekrönt

Gleich zwei Preisträger gab es in der Kategorie "Service & Kommunikation". Der "OpenBikeSensor" misst den Abstand zu vorbeifahrenden Fahrzeugen und stellt diese Daten der Forschung und Verkehrsplanung zur Verfügung.

Ebenfalls den ersten Platz belegte die Smartphone-App "SimRa: Sicherheit im Radverkehr". Durch die Aufzeichnung von Fahrradfahrten sollen mithilfe von Beschleunigungssensoren gefährliche Situationen erkannt werden.

24.000 Euro für die Sieger

Der Deutsche Fahrradpreis wurde bereits zum 22. Mal vergeben. Initiiert wird der Preis durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr und dem Verein "Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW".

Insgesamt ist der Deutsche Fahrradpreis mit 24.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung fand wegen Corona ohne Zuschauer statt.

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