Bahn-Baustellen: Das erwartet Pendler in NRW

Gleisbauarbeiter arbeiten an Bahnschienen

Bahn-Baustellen: Das erwartet Pendler in NRW

  • Deutsche Bahn kämpft gegen Sanierungsstau
  • Etliche neue Großbaustellen in NRW
  • Folge: Streckensperrungen, Zugausfälle, Umleitungen

Ab März wird die Deutsche Bahn bundesweit an bis zu 800 Baustellen gleichzeitig arbeiten. Die Rekordsumme von 10,7 Milliarden Euro wird in Schienennetz und Bahnhöfe investiert. Details über Baumaßnahmen in NRW gab die Bahn am Donnerstag (21.02.2019) bekannt.

Viele Strecken sind überlastet. Dies führe dazu, dass nach "20 bis 30 Jahren", so ein Bahn-Mitarbeiter zum WDR, "Gleise erneuert werden müssen". Ein Augenmerk liegt darauf, Engstellen im Netz zu weiten, etwa durch neue Weichen und Überholgleise.

Mehrere Sperrungen

Reisende müssen sich in NRW auf Sperrungen, Zugausfälle und Umleitungen einstellen.

  • In den Osterferien beginnen Weichenarbeiten zwischen Köln Hbf und Köln Messe/Deutz
  • Die Strecke Köln-Mülheim - Leverkusen ist vom 19. März bis 1. April wegen Gleis- und Weichenerneuerungen nur eingleisig befahrbar
  • Wegen Sanierungsarbeiten zwischen Herford und Bielefeld-Brackwede und an drei Brücken wird die Strecke bei Bielefeld vom 16. März bis 11. Oktober teilweise gesperrt
  • Die Strecke Münster-Lengerich ist vom 14.10. bis 14.12. wegen Arbeiten an Gleisen und Weichen gesperrt
  • Der Verkehr auf der Strecke Aachen-Rothe Erde-Düren ist in den Herbstferien vom 13. bis 21.10. eingeschränkt

Auf der Strecke Essen-Duisburg-Düsseldorf werden in den Sommerferien zwischen dem 12.07. bis 26.08. mehrere Maßnahmen umgesetzt:

  • Ausbau des Elektronischen Stellwerks Duisburg
  • Gleis- und Weichenarbeiten
  • Arbeiten für den RRX in Mülheim (Ruhr)
  • Arbeiten an Straßen- und Eisenbahnbrücken
  • Zeitgleich werden die Gleise der Fernbahn zwischen Duisburg und Düsseldorf Flughafen erneuert

Verkehrsforscher: "Schienennetz noch maroder als das Straßennetz"

Verkehrsforscher Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg-Essen kritisierte im WDR, dass die Bauarbeiten am Schienennetz nicht mit denen auf den Autobahnen koordiniert würden: "Die Bahn informiert eigentlich nur über das, was sie vorhat. Das ist keine Abstimmung. Gleichzeitig wird dann auf der Autobahn gebaut. Das heißt, der Verkehrsteilnehmer ist doppelt geschädigt."

Michael Schreckenberg

Michael Schreckenberg

Entspannung ist für Schreckenberg auf Jahre nicht in Sicht, weil "das Schienennetz wahrscheinlich noch maroder als das Straßennetz" sei. Zusätzliches Problem: "Wenn Sie eine Bahn-Strecke sperren, hat das praktisch fast auf den Verkehr in ganz Deutschland Einfluss." Immerhin verspricht die Bahn "kundenfreundliches Bauen", zum Beispiel bei Brückensanierungen. Künftig will das Unternehmen alte Brücken nicht gleich abreißen, sondern zunächst Behelfsbrücken bauen und den Verkehr darüber umleiten.

Vor 175 Jahren: Eröffnung der ersten Eisenbahnstrecke Köln-Bonn Lokalzeit aus Bonn 15.02.2019 02:30 Min. Verfügbar bis 15.02.2020 WDR Von Diane Welke

Stand: 20.02.2019, 18:00

Kommentare zum Thema

11 Kommentare

  • 11 Fausten 21.02.2019, 14:38 Uhr

    Hallo zusammen, bin seit mehr als 30 Jahren Mitarbeiter bei der DB. Den Unmut der DB-Kunden verstehe ich, habe selber ca. 10 Jahre von Köln(Zuhause) nach Duisburg (Arbeitsstätte) gependelt per Zug- war nicht gut. Aber: Unserem Unternehmen Deutschen Bahn die Miesere allein anzulasten ist nicht fair,da öffentlicher Verkehr (Bus, Bahn , Kommune , Stadt, Land,etc) schon ewig subventioniert werden muß, das ist aber bis heute nicht erfolgt.

  • 10 Jens 21.02.2019, 14:30 Uhr

    Hier sehen wir die Schattenseite der unserer Politik, die aus unserem Volkseigentum ein Privatunternehmen machen wollte. In Großbritannien haben wir die Folgen schon einmal gesehen. Schützt Eure Bahn bevor es die privaten Heuschrecken machen und nichts mehr geht. Ich als Reisender der Bahn erlebe jeden Tag was es heißt und ich sehe jeden Tag die Mitarbeiter die den Frust Hilflos ertragen müssen den Ihnen die Politik eingebrockt hat. Es nützt auch nichts zu sagen man muss die Züge von der Infrastruktur trennen, denn die Infrastruktur ist marode. Hier muss der Eigentümer aufkommen und endlich mehr Geld ins System stecken. Wir als Reisende sollten die Mitarbeiter und Mitarbeiter mal loben das was Sie noch raus holen in Ihren Material. Ich wünsche allen Mitarbeitern der Bahnen in Deutschland viel Erfolg und macht wieder eine Bahn bei der man sagen kann "Pünktlich wie die Eisenbahn".

  • 9 Andreas 21.02.2019, 10:36 Uhr

    Die Schattenseite der "blühenden Landschaften" ... im Gegenzug wohl etwas vergessen ?? Setzen > 6

  • 8 Bayerneraner 21.02.2019, 09:50 Uhr

    Wenn die Bahn hier auch so zuverlässig arbeitet wie bei Stuttgart21 dann wissen wir worauf wir uns einstellen können - zusätzliche Staus und Umweltbelastung. Schlimm wird es dann in NRW sein - besonders im Ruhrgebiet - kein wunder das hier die Umweltbelastungen ( wie auch in Stuttgart ) am höchsten sind. Wer den Zusammenhang bzgl. der Feinstaub- und NOx Diskussion nicht erkennt hat den Tag verschlafen!

    Antworten (1)
    • Fausten 21.02.2019, 15:58 Uhr

      Mit Verlaub, habe den Eindruck, dass Sie nicht sachlich argumentieren.

  • 7 Feinstaubstaubsauger 21.02.2019, 09:47 Uhr

    Streckensperrung 6. März bis 11. Oktober / Streckensperrung zwischen Essen und Düsseldorf vom 12. Juli bis 26. August. / Die Strecke Köln-Mülheim - Leverkusen ist vom 19. März bis 1. April! Damit werden 100.000 Reisende auf das Auto zurückgreifen und unnötigerweise die Umwelt belasten. Gerade in der Zeit wo Feinstaub, CO² und NOx zur Diskussion stehen - Und die Werte an den warmen Tagen eh steigen da muss die Bahn sanieren und dieser Mangel wird dann wieder dem Dieselfahrer angelastet wegen der zu dem Zeitpunkt festgestellten hohen Konzentration - Ich nenne das Messwertmanipulation und Volksverdummung!

  • 6 Anonym 21.02.2019, 07:54 Uhr

    Eine Zumutung, 20 Jahre wird nichts gemacht und dann wird die Bahn mit 800 Baustellen stillgelegt.

  • 5 sepp 21.02.2019, 07:09 Uhr

    Zig Jahre wurde der Schienenausbau verzögert und nur das Auto und das Straßennetz gefördert. Und jetzt gibt es wahrscheinlich wieder nur einen Flickenteppich. Denn statt 10 wird man bestimmt 100 Mrd. benötigen für eine Verkehrswende!

  • 4 hø'ø 21.02.2019, 06:33 Uhr

    Wenn die Bahn für ihre Streckenreparaturen genau so lange benötigt wie für die Fußgängerbrücke am Siegener Bahnhof (und dessen allgemeine Renovierung), dann dauert das mindestens bis 2050, bis alle Strecken wieder einigermaßen benutzbar sind. Die Fußgängerbrücke sollte Mitte 2017 fertig sein, ist aber immer noch nicht begehbar. Zuletzt hieß es "Ende Februar", vorsichtshalber aber ohne Angabe eines Jahres.

  • 3 Anonym 20.02.2019, 23:24 Uhr

    Die Preise werden immer höher und der Service immer schlechter. Wie lange wollen wir uns das gefallen lassen?

  • 2 Willi Winzig 20.02.2019, 21:48 Uhr

    Es ist ja schön und gut, dass jetzt die Strecke Lünen > Münster (...leider nur teilweise und nicht konsequent durchgehend, aber immerhin...) zweigleisig ausgebaut wird. Dass man das vorhatte, höre ich seit über 30 Jahren. Endlich passiert zumindest etwas...dass ich das noch erlebe...

  • 1 Anonym 20.02.2019, 20:27 Uhr

    Wann wird endlich die Bahnstrecke BONN - Köln um 2 Gleise erweitert? Wir können doch nicht erst 15 Jahre warten, bis der Bahnknoten Köln saniert ist (die Landesregierung argumentiert so). Wenn Bonn zur Metropolregion gehört, dann muß auch alle 10 Minuten eine S-Bahn fahren. ASAP. Im Übrigen sollte hier der BUNDEShaushalt genauso wie bei den ständigen Autobahnerweiterungen zahlen.

    Antworten (1)
    • Anonym 20.02.2019, 22:17 Uhr

      Tut er ja. Der Bund investiert jährlich Milliarden in die DB

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