Deutsch-britisches Jubiläum im Schatten des Brexit

Deutsche und britische Flagge mit der der Fahne von NRW stehn als Tischfahnen vor dem Düsseldorfer Landtag und dem Big Ben in London

Deutsch-britisches Jubiläum im Schatten des Brexit

  • Deutsch-Britische Gesellschaft feiert Jubliäum im Landtag
  • Verein fördert die deutsch-britische Beziehungen
  • Interview mit Peter Brock, Leiter der Ortsgruppe Düsseldorf

Die Deutsch-Britische Gesellschaft wurde vor 70 Jahren in Düsseldorf gegründet. Der Verein feiert sein Jubiläum am Dienstag (12.03.2019) im NRW-Landtag. Peter Brock leitet die Düsseldorfer Ortsgruppe des Vereins, der die deutsch-britischen Beziehungen pflegt.

WDR: Kurz vor dem offiziellen Austrittsdatum der Briten aus der EU feiern Sie den 70. Geburtstag Ihres Vereins - welche Gefühle überwiegen da?

Peter Brock

Peter Brock

Peter Brock: Als anglophiler Mensch ist man natürlich stolz auf das Jubiläum - und zugleich enttäuscht, dass der Brexit stattfindet. Aber trotz EU-Austritts wird die Gesellschaft weiterarbeiten und die deutsch-britischen Beziehungen auch künftig unterstützen. Das Leben geht weiter.

WDR: Es ist gerade schwer, die Briten zu verstehen. Leisten Sie mit Ihrem Verein da besonders viel Erklärungsarbeit?

Brock: Wir behandeln den Brexit zum Beispiel durch Vorträge des ehemaligen Generalkonsuls oder Mitarbeitern der deutschen Botschaft. Aber unsere Aufgabe ist nicht das politische Tagesgeschehen zu begleiten, sondern die deutsch-britischen Beziehungen in der Breite zu fördern. Da geht es um Kultur, um Shakespeare oder das Schul- und Universitätssystem.

WDR: Sie unterstützen den Austausch von Schülern und Studenten – wie läuft das im Brexit-Krisenjahr? Traut sich noch jemand auf die Insel?

Brock: Auf jeden Fall! Viele trauen sich und man kann ja auch ruhigen Gewissens weiter hinreisen. Aber gerade die Schüleraustausche machen uns jenseits des Brexits Sorgen.

Bei uns ist das Interesse weiterhin groß, aber auf britischer Seite geht es in den letzten Jahren zurück. Viele britische Schüler lernen nicht mehr Deutsch und kommen deshalb nicht mehr hierher. Da gibt es mehr Interesse an Australien oder Lateinamerika.

Darum überlegen wir zu sagen: Die britischen Schüler können ja auch zu uns kommen, wenn sie nicht Deutsch lernen. Hauptsache man tauscht sich aus. Vielleicht steigt dann auch wieder das Interesse an der deutschen Sprache.

Brexit: "Wir wollen keinen Rosenkrieg"

WDR 5 Morgenecho - Interview 29.01.2019 07:23 Min. Verfügbar bis 28.01.2020 WDR 5

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WDR: Nicht nur Briten-Freunde träumen von einem Exit vom Brexit. Sie auch?

Brock: Ich habe da auch lange von geträumt oder von einem zweiten Referendum. Denn das erste fand ja auf einer Basis von sehr geringen und schwachen Informationen und einer populistischen Kampagne statt. Aber heute sieht es ja doch so aus, als fände der Brexit statt. Ich denke, er wird kommen.

WDR: Glauben Sie, es wird ein geregelter Brexit sein?

Brock: Ich hoffe das. Denn darin sind sich alle Experten einig, dass alles andere schlecht ist für beide Seiten.

Das Gespräch führte Sabine Tenta.

Eine Britin wird Deutsche Hier und heute 06.02.2019 09:27 Min. Verfügbar bis 06.02.2020 WDR

Stand: 12.03.2019, 06:00

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