So schützt man sich vor Fake News im Wahlkampf

Fake News-Schriftzug auf einem Smartphone

So schützt man sich vor Fake News im Wahlkampf

Von Anna Palm

Die LfM NRW hat am Dienstag eine Diskussionsrunde zu Fake News im Wahlkampf veranstaltet - denn vor und während der Wahl wird es noch wichtiger, mit Fake News umzugehen. Fünf Tipps dazu.

Wahr, falsch oder verzerrt? 82 Prozent der Deutschen haben nach einer neuen Forsa-Umfrage im Auftrag der LfM NRW Angst vor Manipulationsversuchen durch Fake News bei der Bundestagswahl. Es geht zum Beispiel um solche falschen Behauptungen: Die Grünen würden Haustiere verbieten wollen. Oder Corona-Impfungen würden zu Unfruchtbarkeit oder Genveränderungen führen.

Im Wahlkampf wird es noch wichtiger als sonst, Informationen und Quellen richtig einschätzen zu können. Was kann man selber tun?

1. Quelle prüfen

Zuallererst sollte man kritisch bei der Quelle sein, die einem Informationen anbietet. Bei einer grellen und reißerischen Optik gilt: Vorsicht!

Meike Isenberg von der Landesanstalt für Medien NRW ist Expertin für Desinformation in Medien und sagt dem WDR: "Wenn eine Seite im Netz mich quasi anspringt, dann ist eine gesunde Skepsis sehr hilfreich."

2. Fakten checken - parteipolitische Interessen?

Zahlen ohne Quelle oder eine Behauptung, die irritiert? Online gibt es diverse Möglichkeiten, fragwürdige Informationen zu überprüfen. Grundsätzlich sollte man darauf achten, welche anderen Medien die Informationen aufgreifen. Und im Wahlkampf hilft laut Meike Isenberg auch die Frage: Welche parteipolitischen Interessen könnten hinter dieser Aussage stecken?

Einige Seiten gehen Fake News explizit auf den Grund, wie der faktenfinder der ARD, der Faktencheck von Correctiv und die Website mimikama.at.

3. Kritisch bei Fotos sein

Skepsis ist auch bei Fotos und Videos gesund; zum einen, weil sie gefälscht sein können - oder aber sie werden für eigene politische Absichten aus dem Zusammenhang gerissen.

Silhouette eines Mannes, der vor einem großen Facebook-Logo auf sein Smartphone schaut

Gerade in sozialen Medien kursieren viele Informationen und Fotos, die man oft nicht direkt einordnen kann.

Meike Isenberg empfiehlt dafür auch die Bilder-Rückwärtssuche bei Google. Man kann Fotos ohne Kontext da einfach einfügen, um mehr Informationen zu bekommen.

4. Misstrauisch bei reißerischen Überschriften sein

Das Krasseste - das Unglaublichste - das Gruseligste. Falschmeldungen sind oft mit reißerischen Überschriften versehen, um Emotionen zu erzeugen, damit man weiterliest. Und oft deuten Überschriften etwas an, was im Text dann gar nicht wieder auftaucht.

5. Zwischen Fakten und Meinungen unterscheiden

Meike Isenberg von der LfM warnt zusätzlich gerade mit Blick auf die Bundestagswahl davor, den Begriff "Fake News" unkritisch zu übernehmen. Denn politisch werde das auch oft genutzt, um andere Meinungen aus Debatten zu verdrängen. Bei der Unterscheidung von Fakten und Meinungen sollte man also besonders aufmerksam sein.

Stand: 27.07.2021, 12:57

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