Protest in Garzweiler für sofortigen Kohleausstieg

22.06.2019:Polizisten stehen in einer Grube des Braunkohletagebaus von Garzweiler

Protest in Garzweiler für sofortigen Kohleausstieg

  • Proteste der Klimaschützer im rheinischen Braunkohlerevier
  • Blockaden der Aktivisten am Tagebau Garzweiler wurden aufgelöst
  • Gleise der Kohlebahn bis zum Mittag besetzt

Tausende Menschen haben am Wochenende (22./23.06.2019) rund um den Tagebau Garzweiler gegen den Abriss der Dörfer protestiert, die Braunkohlebaggern weichen sollen.

Der überwiegende Teil der Demonstranten brachte seinen Protest für Klima und gegen Kohle friedlich zum Ausdruck. Mehrere tausend Jugendliche der "Fridays for Future"-Bewegung liefen durch die Dörfer.

Bunter Protest gegen Garzweiler

22.06.2019, Jüchen: Die achtjährige Ida hält während einer Demonstration ein Plakat mit der Aufschrift «Cool kids save a hot planet».

Die achtjährige Ida hält während einer Demonstration ein Plakat mit der Aufschrift "Cool kids save a hot planet" - coole Kinder retten einen heißen Planeten.

Die achtjährige Ida hält während einer Demonstration ein Plakat mit der Aufschrift "Cool kids save a hot planet" - coole Kinder retten einen heißen Planeten.

Um diese Dörfer geht es - die Heimat vieler Menschen im Braunkohlegebiet rund um Garzweiler. Viele von ihnen sind längst den Baggern gewichen, einigen soll dieses Schicksal noch bevorstehen. Unter den Demonstrierenden am Samstag: "Alle Dörfer bleiben", ein Bündnis von Betroffenen aus den Braunkohlerevieren, die sich gegen ihre Zwangsumsiedlung wehren.

Junge und Alte, Familien und Klimaaktivisten kamen zusammen.

Bei ihrem Zug durch die Dörfer am Rand des Tagesbaus hielten Demonstranten wie hier in Hochneukirch Banner und Plakate in die Höhe.

Viele waren bereits auf der "Fridays for future"-Demo am Tag zuvor in Aachen gewesen.

Einer der friedlichen Demonstrationszüge zog am Rand des Tagebaus Garzweiler entlang.

Einige hundert Aktivisten des Aktionsbündnisses "Ende Gelände" besetzten die Gleise der Hambachbahn.

Andere durchbrachen eine Polizeisperre und drangen in den Tagebau ein.

Dabei kam es auf beiden Seiten zu Übergriffen.

Den Aktivisten gelang es, die Böschung hinab in die Grube zu klettern.

Gemeinsam mit Familien und älteren Menschen zogen sie in einem langen Marsch entlang der Tagebaugrenze durch Wiesen und Felder. Auch der BUND, Greenpeace und andere Umweltorganisationen beteiligten sich an den friedlichen Protesten.

22.06.2019: Polizisten nehmen einen Umweltaktivisten fest

Polizisten tragen einen Umweltaktivisten aus der Braunkohlegrube

Zu Zusammenstößen kam es zwischen der Polizei und Aktivisten der Organisation "Ende Gelände". Am Samstag hatten mehrere Tausend die Braunkohlegrube besetzt.

Bis zum Sonntagmorgen (23.06.2019) war die Polizei nach eigenen Angaben damit beschäftigt, die Demonstranten aus der Grube herauszutragen oder sie zum freiwilligen Abzug zu bewegen.

Die Gleise der Hambach-Bahn hatten "Ende-Gelände"-Anhänger fast zwei Tage lang besetzt gehalten. Die beiden Kraftwerke Neurath und Niederaußem hatten dadurch keine Braunkohle bekommen.

Polizisten verletzt

Bei den Zusammenstößen sollen nach Angaben der Polizei acht Beamte verletzt worden sein. Angaben über mögliche verletzte Demonstranten gab es bislang nicht. WDR-Reporter beobachteten, wie Demonstranten geschlagen wurden.

Das Bündnis "Ende Gelände" wirft der Polizei vor, Demonstranten seien über Stunden von der Versorgung mit Wasser und Essen abgeschnitten gewesen.

Stand: 23.06.2019, 16:17

Aktuelle TV-Sendungen