Abellio-Züge werden gecheckt

Abellio-Übernahme: DB Regio muss Züge überprüfen

Stand: 20.01.2022, 12:18 Uhr

Am 1. Februar ist es soweit: Das insolvente Bahnunternehmen Abellio geht vom Markt. Drei Konkurrenten übernehmen Züge und Mitarbeiter, darunter auch DB Regio NRW. Im Instandhaltungswerk in Essen werden die Züge derzeit gründlich durchgecheckt.

Von Olaf Biernat

In der großen Halle, nicht weit entfernt vom Essener Hauptbahnhof, ist es laut. Mehrere Züge stehen in der riesigen Werkstatt, gleich sechs Mechaniker werkeln an einem silber-schwarzen Abellio-Zug. Er ist einer von 17 Zügen, die die DB Regio NRW vom insolventen Konkurrenten übernimmt. In dem Essener Instandhaltungswerk werden sie auf Herz und Nieren geprüft.

Ein Drittel der Züge bereits gecheckt

"Die größte Herausforderung ist gerade die Zeit. Normalerweise haben wir für eine Inbetriebnahme zwei Jahre Zeit, jetzt bleiben uns gerade sieben Wochen", sagt Frederik Ley, Chef von DB Regio NRW. Ein Drittel der Züge sind bereits überprüft und der Daumen geht nach oben. Das heißt: Sie können zum Übergang am 1. Februar auf die Schiene. Ob die Fahrzeuge auch nachhaltig in Ordnung sind, soll eine große Inspektion in ein bis zwei Jahren zeigen.

Lokführer müssen geschult werden

Abellio-Mitarbeiter werden geschult

In Essen werden die Abellio-Mitarbeiter geschult

Insgesamt 540 Abellio-Mitarbeiter übernimmt allein die Deutsche Bahn. 240 von ihnen sind Lokführer, die die Fahrzeuge und auch die Strecken jahrelang gefahren sind. Sie werden derzeit geschult und müssen jetzt das Sicherheitssystem der DB kennenlernen. Doch die Zahl der Lokführer wird nicht ausreichen, um die neu dazu gewonnenen Strecken zu bedienen. Deshalb schult die Deutsche Bahn noch eigene Lokführer auf den neuen Fahrzeugen.

Start am 1. Februar

Mit befürchteten Ausfällen oder Beeinträchtigungen auf den Abellio-Linien rechnet der Chef der DB Regio NRW nicht. "Wir sind optimistisch, dass wir das zum Start am 1. Februar hinbekommen", sagt Frederik Ley. Noch bis Ende Februar gilt ein Übergangsfahrplan, einige Linien fahren ausgedünnt und der Takt ist verkürzt.

Verunsicherung bei Fahrgästen

Mechaniker prüfen Abellio-Züge

Mechaniker prüfen die Abellio-Züge auf Herz und Nieren

"Wir haben Verständnis, dass Fahrgäste nicht zufrieden sind. In so einem Verfahren ist die Verunsicherung groß, aber es ist, wie es ist", meint der Chef. Ab März soll dann wieder der Regelfahrplan gelten. Dann darf man gespannt sein, ob wirklich alle Linien so problemlos bedient werden oder ob es nicht doch zu Problemen kommt.

Keine Einbußen für neue Mitarbeiter

"Die ehemaligen Abellio-Mitarbeiter werden genau so bezahlt wie vorher auch", sagt Claudio Provitina, Betriebsrat im Instandhaltungswerk. Spannend werde es in zwei Jahren, wenn die Linien neu ausgeschrieben werden. Aber auch für den Fall, dass die DB Regio NRW die neu dazugewonnenen Linien wieder verliere, sei man optimistisch, den Mitarbeitern Perspektiven zu bieten, heißt es vom Unternehmen.

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