Darmkrebs: Früherkennung durch Einladungsverfahren

Darmkrebs

Darmkrebs: Früherkennung durch Einladungsverfahren

  • Besserer Schutz vor Darmkrebs durch neues Screening
  • Ab dem 1. Juli werden Einladungen verschickt
  • Früh erkannt ist Darmkrebs heilbar
  • Warnzeichen ernst nehmen

60.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Darmkrebs. Mehr als 25.000 sterben daran. Das muss nicht sein. Darmkrebs kann durch Früherkennung nahezu komplett verhindert bzw. geheilt werden.

Denn: Darmkrebs entwickelt sich aus gutartigen Vorstufen, sogenannten Polypen. Mit einer Darmspiegelung, einer sogenannten Koloskopie, können diese Vorstufen frühzeitig entdeckt und entfernt werden – und zwar schon bevor sie zu Krebs werden.

Deshalb werden ab Montag (01.07.2019) Einladungen zum Darmkrebs-Screening verschickt, die zur neuen Richtlinie für organisierte Krebs-Früherkennungsprogramme gehören. Diese hat der Gemeinsame Bundesausschuss im vergangenen Jahr beschlossen – mit einem besonderen Teil für das Darmkrebs-Screening.

Darmkrebs-Screening startet

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 03.04.2019 06:26 Min. Verfügbar bis 02.04.2024 WDR 5

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Das ändert sich mit der neuen Richtlinie

Ab dem 1. Juli dieses Jahres werden künftig alle Männer, sobald sie 50 Jahre alt werden, und alle Frauen ab dem 55. Lebensjahr von ihrer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse zur Teilnahme am Darmkrebs-Screening eingeladen. Weitere Einladungen erfolgen – sofern die Versicherten nicht widersprechen – jeweils mit dem Erreichen des 55., 60. und 65. Lebensjahres.

Viele halten das immer noch für zu spät: Die American Cancer Society beispielsweise hat ihre Richtlinien für das Darmkrebs-Screening aktualisiert und das Alter für die Vorsorge-Koloskopie von 50 auf 45 Jahre gesenkt. Grund dafür sind aktuelle Zahlen, die belegen, dass immer mehr junge Menschen an Darmkrebs erkranken.

Risikofaktoren: Ungesunde Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel

Eine amerikanische Studie zeigt: Bei etwa 40 Prozent der Untersuchten, die jünger als 40 Jahre waren, wurden risikoreiche Polypen gefunden. Gründe dafür könnten ungesunde Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel sein, mutmaßen Experten.

Deshalb raten Mediziner: Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, wie etwa Blut im Stuhl, häufige Verstopfung, Krämpfe oder wiederkehrender Durchfall sollten immer durch einen Arzt abgeklärt werden.

Fitter Darm: gesund, glücklich und schlank Doc Esser - Der Gesundheitscheck 20.03.2019 43:49 Min. UT Verfügbar bis 30.07.2020 WDR

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