Weltweite Cyberattacke: Warum das wirklich jeden von uns etwas angeht

Weltweite Cyberattacke: Warum das wirklich jeden von uns etwas angeht

Von Sabine Meuter

Cyberattacke auf Unternehmen in den USA: Wer als Verbraucher denkt: "Na und, was geht mich das an?", täuscht sich gewaltig. Denn Opfer von Hackern kann wirklich jeder werden.

Cyberwar, also Krieg im virtuellen Raum - das klingt dramatisch und scheint für viele weit weg. Doch der Eindruck täuscht leider.

Zuletzt war vergangenen Freitag ein massiver Angriff auf die US-IT-Firma Kaseya entdeckt worden. Inzwischen haben Hacker im Darknet ein "Lösegeld" von 70 Millionen Dollar (59 Millionen Euro) in Bitcoin gefordert - sobald das Geld gezahlt sei, werde eine Software online gestellt, mit der sämtliche verschlüsselte Computer wieder entschlüsselt werden könnten. Auch deutsche Unternehmen sollen von dem Angriff betroffen sein.

Eine Cyberattacke ist nichts, was mal dann und wann passiert. "Tagtäglich werden Unternehmen angegriffen, nur ein Bruchteil davon kommt in die Presse", sagt der IT-Sicherheitsberater und -prüfer Manuel Atug dem WDR. Der virtuelle Krieg sei keine Zukunftsmusik, er sei längst im vollen Gange.

Auch Menschen im Homeoffice kann es treffen

Die Botschaft der Experten ist klar: Es kann wirklich jeden treffen. Auch Privatpersonen. Im Zuge von Corona arbeiten viele im Homeoffice - und kommunizieren mit Arbeitgeber, Kollegen oder Kunden verstärkt auf virtuellem Wege. Also über Smartphone, PC oder etwa über den Laptop. Auch auf diesem Wege sind Cyberattacken möglich, und zwar jederzeit.

Aber man kann sich schützen ...

Aber keine Sorge: Schutzlos ausgeliefert sind Privatpersonen solchen Angriffen nicht. "Die erste Regel lautet: Nutze deinen Verstand", sagt Atug. Also nicht auf alles klicken in Mails oder im Netz und auf keinen Fall Updates, die die Computersoftware Nutzern anzeigt, ignorieren. "Solche Sachen gehören nicht einfach weggeklickt nach dem Motto 'nö, ich habe keine Zeit'", so Atug. Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen rät zudem zu starken Passwörtern.

Wartung muss sein

Wer Smartphone, PC und Laptop tagtäglich nutzt und sich darauf verlässt, muss auch eine gewisse Wartung machen. Bleiben solche Sicherheitsvorkehrungen aus, passiert genau das, was keiner will: Es kann ein Hackerangriff erfolgen.

Aber nicht nur Unternehmen und Privatpersonen sind Ziele von Cyberattacken, sondern auch Behörden, Kliniken, öffentliche Einrichtungen und Schulen. WDR-Digitalexperte Jörg Schieb nennt ein Beispiel: Wenn zum Beispiel Hacker das Netz einer Klinik angreifen, können sie zum Beispiel Patientendaten entwenden. "Von Erpressen bis unter Druck setzen ist dann alles möglich", so Schieb.

Schützen müssen sich alle

Wenn Kliniken nicht operieren können, weil sie gehackt wurden, kann das Menschenleben kosten. "Ebenso, wenn Ampelanlagen durch eine Cyberattacke außer Gefecht gesetzt werden", so Schieb. Erbeuten Täter über einen Angriff große Datenmengen, könnten die im Darknet verkauft werden - "Interessenten finden sich immer". Je mehr Daten jemand habe, desto leichter sei es, gezielte Angriffe vorzubereiten. Oder Identitäten zu übernehmen.

Keine Frage: Es besteht Handlungsbedarf. Schützen müssen sich alle. Privatpersonen genau so wie Unternehmen, Behörden, Kliniken & Co. im eigenen Interesse, aber auch im Interesse der Menschen, mit denen sie zu tun haben.

Stand: 05.07.2021, 20:28

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