Coronavirus: Rückholaktion verzögert sich

Bundeswehrsoödaten verabschieden sich und steigen in Airbus ein

Coronavirus: Rückholaktion verzögert sich

Von Matthias Wurms, Lars Krupp

  • Rund hundert Deutsche wollen aus Wuhan ausgeflogen werden
  • Am Freitagmittag soll in Köln-Wahn ein Bundeswehr-Airbus starten
  • Es gibt noch keine Genehmigung der chinesischen Behörden

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. In Deutschland wurden vier Infektionen bestätigt. In China sind inzwischen mehr als 6.000 Infizierte und 132 Todesfälle registriert. Dass diese Zahlen so sprunghaft steigen, liegt auch daran, dass erst nach und nach alle Fälle erfasst werden.

Start von Mittwoch auf Freitag verschoben

Das Auswärtige Amt hat schon vor einigen Tagen erklärt, dass es bereit ist, rückkehrwillige Deutsche aus der besonders betroffenen Stadt Wuhan auszufliegen. Die Umsetzung gestaltet sich aber schwierig. Zunächst sollte am Mittwochmittag ein Airbus A310 der Bundeswehr vom Flughafen Köln-Wahn in Richtung Wuhan starten. Nun ist als neuer Termin Freitag, 12.45 Uhr, geplant.

Offenbar hat das Auswärtige Amt aber noch keine Genehmigung der chinesischen Behörden, die abgeriegelte Metropole mit einer Bundeswehr-Maschine anzufliegen. Im Gespräch ist deshalb auch, einen Lufthansa-Jet zu chartern, Außerdem ist noch nicht geklärt, was passieren soll, wenn der Flieger wieder in Deutschland landet.

Nur nicht-erkrankte Personen dürfen zurück

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn haben sich etwa hundert Deutsche gemeldet, die nach Hause zurückkehren möchten. Mitgenommen werden sollen nur nicht-erkrankte Personen.

Für alle die in Wuhan bleiben möchten, gibt es eine konsularische Betreuung vor Ort. Wer dort erkrankt, würde vermutlich auch in China behandelt. Das will das Auswärtige Amt aber im konkreten Einzelfall entscheiden.

Inkubationszeit beträgt bis zu zwei Wochen

Auf dem Rückweg soll der Flieger in Frankfurt am Main landen. Das ist einer von fünf Flughäfen in Deutschland mit speziellen Notfallplänen für ansteckende Krankheiten. Dort soll sich dann das Tropeninstitut um die Passagiere kümmern. Wie genau, ist aber noch unklar.

Ein Problem für die Rückkehrer ist die Inkubationszeit, also die Zeit, die es dauern kann, bis sich erste Symptome zeigen. Sie liegt bei bis zu zwei Wochen. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte am Mittwoch in Berlin, die Entscheidung liege bei den Gesundheitsbehörden in Frankfurt. Möglich sei, dass alle Passagiere nach der Rückholaktion für 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden. Gegen den eigenen Willen darf allerdings niemand in einem Krankenhaus festgehalten werden.

Spezielle Notfallpläne am Düsseldorfer Flughafen

Bei normalen Linienflügen müssen die Piloten seit gestern alle Verdachtsfälle sofort melden. Die Fluggesellschaften müssen genaue Sitzpläne weitergeben, damit mögliche Ansteckungswege nachvollzogen werden können. Auf den Ernstfall sind neben Frankfurt auch die Flughäfen in Düsseldorf, Hamburg, München und Berlin speziell vorbereitet. Der Flieger würde dann abseits parken. Betroffene würden mit einem Spezialfahrzeug abgeholt und in eine Isolierstation gebracht. In Düsseldorf wäre dies die Uniklinik.

Es wird allerdings nicht jeder Passagier, der aus China kommt, untersucht. Reisende werden aber darauf hingewiesen, Hygieneregeln zu befolgen und sich selbst zu melden, wenn es ihnen schlecht geht.

Die Lufthansa hat bis zum 9.Februar alle Flüge von und nach China gestrichen. Hongkong werde weiter wie geplant angeflogen.

Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines flögen ihre Ziele in China aber ein letztes Mal noch an, damit Fluggäste dort sowie die Crews nach Deutschland, in die Schweiz und nach Österreich zurückkehren könnten. Zuvor hatten bereits etliche Fluggesellschaften wie etwa American Airlines oder British Airways Verbindungen nach China gestrichen.

Stand: 29.01.2020, 16:27

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