Corona-Virus: Weiterhin geringe Gefahr in NRW

Corona-Virus: Weiterhin geringe Gefahr in NRW

  • Neues Corona-Virus: Erste Fälle in Frankreich
  • Experten: Gefahr für NRW weiterhin gering
  • Keine speziellen Maßnahmen des NRW-Gesundheitsministeriums

Die neue Lungenkrankheit aus China verbreitet sich weiter und hat erstmals auch Europa erreicht. In Frankreich wurden drei Fälle entdeckt. Die Patienten sind in Quarantäne. Die Lungenkrankheit war zunächst in der chinesischen Metropole Wuhan ausgebrochen.

Corona-Virus: Weiterhin geringe Gefahr in NRW

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 25.01.2020 02:47 Min. Verfügbar bis 24.01.2021 WDR 5 Von WDR5

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Fälle in China: mehr als 1.300, außer Tibet sind alle Regionen des Landes betroffen, 41 Todesfälle

Fälle außerhalb Chinas: 14 (4 in Thailand, 2 in Japan, 2 in Südkorea, 3 in Singapur, 2 in Vienam, 1 in USA, 3 Frankreich)

Stand: 25.01.2020 14:54 Uhr, Quellen: dpa, RKI

Reiseverbot für 45 Millionen Menschen

In China hat – nach dem traditionellen chinesischen Mondkalender – am Samstag (25.01.2020) das neue Jahr begonnen. Es wird von Sorge überschattet.

In der am stärksten betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei gilt für rund 45 Millionen Menschen in mehr als zehn Städten eine Art Reiseverbot: Züge und Busse fahren nicht, Flugverbindungen wurden gestrichen. 

Was würde bei einem Verdachtsfall in NRW passieren?

Nicht jeder Reisende, der aus Asien nach NRW zurückkehrt und an den Atemwegen erkrankt, ist ein Verdachtsfall. Der liege dann vor, wenn ein Patient eine Lungenentzündung oder Lungenfunktionsstörung habe, in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet war und Kontakt zu Erkrankten hatte. Das erklärt Dieter Häussinger, Leiter der Infektiologie an der Uniklinik Düsseldorf im WDR.

Ein Verdachtsfall würde an der Uniklinik auf einer gesonderten Station in einem Einzelzimmer untergebracht, erklärt Häussinger. Versorgt würde er von Personal in Schutzkleidung. Die Einheit in der Uniklinik habe Vorraum-Schleusen mit Unterdruckmöglichkeiten. Das würde die Ansteckungsgefahr deutlich reduzieren.

Was macht das NRW-Gesundheitsministerium?

"Die bislang getroffenen Maßnahmen reichen aus", sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums dem WDR am Samstag. Die Lage würde aber ständig neu bewertet – und zwar in enger Abstimmung mit dem Robert Koch Institut (RKI).

Neben der WHO schätze auch das RKI als für Infektionskrankheiten zuständige Bundesoberbehörde "das Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland weiterhin als gering ein", teilt das Ministerium mit. Es selbst beobachte das Geschehen ebenfalls aufmerksam und übernehme die Koordination zwischen Bund und Kommunen.

Wegen dieser "sehr geringen Gefährdungslage" würden Flughäfen oder größere Bahnhöfe in Absprache mit den jeweils zuständigen Gesundheitsämtern selbst über Vorsichtsmaßnahmen entscheiden. Die Gesundheitsämter erhalten Unterstützung vom Landeszentrum Gesundheit (LZG), einer Landesbehörde mit Sitz in Bochum.

Wie gefährlich ist das neue Corona-Virus?

Susanne Glasmacher vom RKI sagte im WDR, die Gefahr, dass das neue Corona-Virus nach Deutschland importiert wird, sei gering. Selbst bei vereinzeltem Auftreten geht das RKI nicht von einer Verbreitung aus, da es schwer von Mensch zu Mensch übertragbar sei. Also ganz anders als beim leicht übertragbaren SARS-Virus, an dem 2002/2003 weltweit rund 800 Menschen starben.

Coronavirus: "Risiko für Deutschland gering"

WDR 5 Mittagsecho 21.01.2020 04:30 Min. Verfügbar bis 20.01.2021 WDR 5

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Ungleich gefährlicher als das neue Corona-Virus sei die normale Grippe, an der nach Auskunft des RKI jährlich allein in Deutschland zwischen mehreren Hundert und mehreren Tausend Menschen sterben. In der Grippesaison 2017/2018 seien es 25.000 Menschen gewesen.

Als Prävention empfiehlt das RKI neben Impfungen Abstand zu Menschen mit Atemwegserkrankungen zu halten. Auch regelmäßiges Händewaschen sei sinnvoll.

Stand: 25.01.2020, 15:42

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