Wie gut ist NRW auf das Coronavirus vorbereitet?

Symbolbild: Isolierstation in Uniklinikum Eppendorf

Wie gut ist NRW auf das Coronavirus vorbereitet?

  • 2.000 Isolierbetten über das gesamte Land verteilt
  • Händewaschen und sich nicht ins Gesicht fassen
  • Virologe Kekulé: Corona zehnmal gefährlicher als Grippe

In mehreren Regionen Nord-Italiens ist die Corona-Epidemie offenbar außer Kontrolle geraten. Schwappt die Infektionswelle jetzt auch nach Deutschland? Wie sind wir in NRW vorbereitet und wie schütze ich mich als Einzelner?

Was ist der aktuelle Stand beim Coronavirus in Deutschland?

Das Bild zeigt das Coronavirus

Experten gehen davon aus, dass es auch in Deutschland sehr wahrscheinlich unentdeckte Infektionen gibt. "Wir haben es mit einer Pandemie zu tun und müssen mit Infektionen in Deutschland rechnen", sagte der Virologe Dr. Jonas Schmidt-Chanasit dem WDR.

Der Pressesprecher des NRW-Gesundheitsministeriums, Axel Birkenkämper, sagte dem WDR, das Land sei gut vorbereitet für eventuelle Coronafälle. "Insgesamt haben wir ungefähr 2.000 Isolierbetten für die Kategorie, der Corona zugeordnet ist. Und die sind über das gesamte Land verteilt", sagte Birkenkämper.

Virologe: "Spahn schätzt die Lage falsch ein" - "zehnmal gefährlicher als Grippe"

Es sei fest damit zu rechnen, dass sich das Coronavirus auch in Deutschland ausbreite. "Das Virus kann unbemerkt verschleppt werden, weil Menschen sich anstecken, ohne krank zu werden. Dann bringen auch die massiven Maßnahmen nichts", so Schmidt-Chanasit.

Aus Sicht des Virologen Alexander Kekulé schätzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Ernst der Lage falsch ein. Das Ministerium stelle das Virus weiterhin als harmloser als die Grippe dar, sagte Kekulé im Deutschlandfunk. Allerdings liege die Sterblichkeit bei der Grippe bei etwa 0,1 Prozent, beim neuartigen Coronavirus hingegen zwischen 0,5 und 1,5 Prozent. "Das heißt, das Virus ist für denjenigen, der die Infektion bekommt, zehn Mal gefährlicher", warnte der Virologe.

Wann kommt der Impfstoff? Und wie schützt man sich selbst?

Mit einer wirksamen Impfung rechnet Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, frühestens zum Jahresende. Derzeit teste man aber mehrere Medikamente, mit denen die Symptome einer Infektion gemildert werden können. Diese könnten schon bald zur Verfügung stehen.

Nach wie vor sei das beste Mittel gegen eine Infektion häufiges Händewaschen, Niesen in die Armbeuge und dass man Berührungen im Gesicht vermeidet. Bei grippeähnlichen Symptomen sollte man nicht direkt zum Arzt gehen, damit nicht andere Patienten im Wartezimmer angesteckt werden. Besser sei es, vorher beim Hausarzt anzurufen und sich weitere Instruktionen zu holen. "Das kann schon helfen, die Ausbreitung einzudämmen und hilft dem Gesundheitssystem, sich darauf vorzubereiten", erläuterte Virologe Schmidt-Chanasit.  

Stand: 25.02.2020, 13:01

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