Coronavirus in Deutschland: Fragen und Antworten

Coronavirus in Deutschland: Fragen und Antworten

  • Infektionskrankheit: Neuartiges Coronavirus 2019-nCoV
  • Viele Nutzer sorgen sich um Ansteckungs- und Pandemiegefahr
  • Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Überblick

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Die WHO hat wegen des Corona-Virus eine internationale Notlage erklärt. Was bedeutet das?

Die Entscheidung ermöglicht es, schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus zu ergreifen. Die WHO gibt den 190 Mitgliedsländern dazu konkrete Empfehlungen. Es ist verpflichtend für die Länder, ihre Maßnahmen zu koordinieren und keine nationalen Alleingänge zu beginnen.

Mit der Erklärung der internationalen Notlage soll die Arbeit an Medikamenten und Impfstoffen beschleunigt, Wissen und Daten geteilt und gegen Gerüchte vorgegangen werden. Länder mit weniger gut ausgestatteten Gesundheitssystemen sollen nach Empfehlung der WHO unterstützt werden. Gleichzeitig rät sie aber nicht zu Handels- und Reisebeschränkungen.

"Die gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" kann erklärt werden, wenn eine Seuche mehrere Länder bedroht und eine international abgestimmte Reaktion erfordert.

Derzeit gibt es vier bestätigte Corona-Fälle in Deutschland. Wird sich das Virus hier weiter ausbreiten?

Virologen halten eine weitere Verbreitung des Corona-Virus in Deutschland für sehr wahrscheinlich. Das sei in Zeiten der Globalisierung "unvermeidbar", sagte der Virologe Hendrik Streeck von der Uniklinik Bonn dem WDR. Seriöse Schätzungen, wie viele Menschen sich hier anstecken könnten, gibt es nicht. Das Robert-Koch-Institut (RKI) rechnet mit "einzelnen Fällen".

Übertragungen seien vereinzelt in Deutschland möglich. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung bleibe derzeit "weiterhin gering", teilte das RKI am Dienstag (28.01.2020) mit. Auch der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité sagt, als "Normalbürger" müsse man derzeit in Deutschland keine Angst vor einer Ansteckung haben.

Wie gefährlich ist das Corona-Virus?

Die Bandbreite der Symptome ist hoch, nicht alle Menschen werden gleich heftig befallen. Ähnlich wie bei Grippe-Epidemien zeigen ältere Menschen sowie Menschen mit geschwächtem Immunssystem stärkere Symptome. Derzeit wird die Fallsterblichkeit des Corona-Virus mit 2 Prozent angegeben. Das heißt: 2 Prozent aller Infizierten sterben an den Folgen der Erkrankung. Experten gehen davon aus, dass diese Zahl deutlich zu hoch gegriffen ist. Es gebe offenbar in China viele nicht registrierter Fälle, die sehr milde verlaufen.

Welche Symptome werden durch Corona-Viren ausgelöst?

In der milden Form ähneln die Symptome denen einer Erkältung: Husten, Schnupfen, Abgeschlagenheit. Ist der Verlauf schwerer, können auch schwere Atemwegsinfektionen und Lungenentzündungen entstehen. Derzeit gehen Mediziner von einer 14-tägigen Inkubationszeit aus.

Wie kann man sich anstecken?

Angenommen wird, dass das Coronavirus vor allem durch Tröpfcheninfektion, etwa beim Husten oder Niesen, übertragen wird. Menschen mit Erkältungssymptomen zu meiden, ist aber kein sicherer Schutz. Denn laut WHO kann man sich auch bei Infizierten anstecken, bei denen die Krankheit noch gar nicht ausgebrochen ist.

Gibt es eine Impfung?

Nein. Derzeit existiert keine Schutzimpfung oder spezielle Behandlung gegen das Corona-Virus. Antivirale Medikamente mit Neuraminidase-Hemmern können, wenn sie zu einem frühen Krankheitsstadium eingenommen werden, die Virenbildung im Körper bremsen und so dazu beitragen, die Symptome abzumildern.

Wie kann ich einer Infektion vorbeugen?

Experten raten dazu, sich oft die Hände zu waschen. Außerdem sollten Sie Abstand zu erkrankten Menschen halten. Das Robert-Koch-Institut verweist auf die Einhaltung einer Husten- und Nies-Etikette: Beim Husten oder Niesen sollte man sich wegdrehen, einen Mindestabstand von einem Meter zu Mitmenschen halten, und am besten ein Einwegtaschentuch benutzen. Dieses sollte danach entsorgt werden. Ist kein Taschentuch zur Hand, ist es immer besser, in die Armbeuge zu niesen oder zu husten als in die Hand. Außerdem gilt nach jedem Naseputzen, Niesen oder Husten: gründlich Händewaschen.

Das Tragen von Atemschutzmasken halten Experten für unnötig. Diese würden nur bereits Erkrankten empfohlen, um eine Weiterverbreitung zu verhindern.

Welche Vorsichtsmaßnahmen gibt es an Flughäfen?

Derzeit gibt es an den deutschen Flughäfen noch keine systematischen Einreisekontrollen, also Gesundheitschecks von ankommenden Passagieren. Allerdings sollen die Crews bereits während des Flugs aus China auf Passagiere achten, die Symptome zeigen. Dann werden der Flughafen und die zuständigen Behörden über den Verdachtsfall informiert. Ein Arzt des Gesundheitsamts soll direkt nach der Landung den Passagier noch im Flugzeug untersuchen.

Ist das Virus für alle Altersgruppen gefährlich?

Wie bei jeder "gewöhnlichen" Grippe-Epidemie sind jüngere Patienten weniger gefährdet, wirklich schwer zu erkranken. Dagegen kann eine Corona-Infektion für ältere Menschen durchaus gefährlich werden. Nach Angaben der chinesischen Behörden hatten die meisten Patienten, die an einer Corona-Infektion gestorben sind, eine schwere Vorerkrankung.

Ich fühle mich krank. Wie kann ich feststellen, ob ich an einem grippalen Infekt, einer Grippe oder am Corona-Virus leide?

Die Symptome sind klinisch kaum zu unterscheiden. Aufgrund der Wahrscheinlichkeit und der bislang wenigen Corona-Fälle in Deutschland können Sie in der Regel von einer Grippeerkrankung ausgehen. Allerdings: Wenn Sie unlängst in den betroffenen Gebieten in China waren oder Kontakt zu Menschen hatten, die dort waren, sollten Sie das Ihrem Arzt sagen. Der wird die entsprechenden Maßnahmen einleiten und gegebenenfalls auf Corona-Viren testen.

Wo kann ich mich informieren?

Das Robert Koch-Institut, das als Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten zuständig ist, informiert auf seiner Homepage aktuell über die Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland und hat dort auch ein ausführliches FAQ veröffentlicht.

In Bayern, wo die vier bisherigen Corona-Fälle in Deutschland aufgetreten sind, hat das Landesamt für Gesundheit eine Hotline eingerichtet. Unter der Nummer (09131) 6808-5101 können verunsicherte Bürgerinnen und Bürger Fragen stellen.

Stand: 30.01.2020, 12:47

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