Corona-Virus: Was passiert bei einem Verdachtsfall?

Corona-Virus: Was passiert bei einem Verdachtsfall?

  • Erste bestätigte Fälle in Deutschland
  • Verdacht bei Kontakt nach China
  • Robert-Koch-Institut gibt Entwarnung

Am Montag (27.01.2020) gab es zunächst einen Verdachtsfall in Iserlohn, der sich nicht bestätigt hat, am Dienstagabend (28.01.2020) dann einen neuen Verdachtsfall in Siegen. Inzwischen ist klar: Das neuartige Corona-Virus ist auch in Deutschland angekommen. Das bayerische Gesundheitsministerium bestätigte, dass sich vier Menschen mit dem Erreger infiziert haben.

Die Zahl der Toten in China ist mittlerweile auf 106 gestiegen. Außerdem wurden 1.771 neue Fälle von Infektionen gemeldet, womit sich diese insgesamt auf 4.515 erhöhten, wie die nationale Gesundheitskommission mitteilte.

Weiterhin geringe Gefahr in NRW

Das Risiko für eine Ansteckung mit dem Corona-Virus ist in Deutschland dennoch gering. Jedem Verdachtsfall werde nachgegangen, erklärte das Robert-Koch-Institut. Ein Verdacht liegt demnach vor allem in zwei Fällen vor: Zum einen, wenn ein Mensch eine akute Infektion der unteren Atemwege wie zum Beispiel eine Lungenentzündung hat und bis maximal 14 Tage vor dem Beginn der Erkrankung in einem Risikogebiet – etwa in Wuhan in China – war. Als Verdachtsfall wird auch eingestuft, wenn die Person nur Symptome wie Husten hat, aber in direktem Kontakt mit einem Erkrankten war.

Bislang keine Impfung gegen das Virus

Eine schützende Impfung oder eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung gibt es nicht, die Symptome können aber mit Medikamenten abgemildert werden.

Solange nicht klar ist, ob eine als Verdachtsfall eingestufte Person das Virus in sich trägt, empfiehlt das RKI eine Isolierung im Krankenhaus. Der Betroffene wird dann in einem Einzelzimmer untergebracht und das Klinikpersonal muss Schutzkleidung tragen. Bei der Untersuchung wird idealerweise jeweils eine Probe aus den unteren und den oberen Atemwegen genommen. Das Virus findet sich beispielsweise im Hustenauswurf.

Todesfälle gehen auf Vorerkrankungen zurück

Nach derzeitiger Einschätzung von Experten verläuft die neuartige Lungenkrankheit offenbar in den meisten Fällen mild, möglicherweise sogar ohne Symptome. Von den in China registrierten Todesfällen gehen die meisten nach derzeitigem Stand auf ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen zurück.

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Händewaschen als Schutzmaßnahme

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt als Schutzmaßnahme Abstand zu Menschen mit Atemwegserkrankungen zu halten und regelmäßig die Hände zu waschen. Das schütze auch gegen das Grippe-Virus, das vergleichsweise gefährlicher eingeschätzt wird als das Corona-Virus. In der Saison 2017/2018 waren in Deutschland etwa 25.000 Menschen an Influenza gestorben. Es war die schlimmste Grippesaison seit Jahrzehnten.

Stand: 29.01.2020, 06:20

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