Corona-Variante Omikron: Was Virologen über Fälle, Verlauf und Symptome wissen

Corona-Variante "Omikron": Was können wir aus "Delta" lernen Aktuelle Stunde 30.11.2021 28:21 Min. UT Verfügbar bis 07.12.2021 WDR Von Thomas Kramer

Corona-Variante Omikron: Was Virologen über Fälle, Verlauf und Symptome wissen

Die Coronavirus-Variante Omikron hat nach ersten Erkenntnissen eine hohe Viruslast, aber einen milden Verlauf. Nun ist der erste Fall in NRW aufgetreten. Das ist über die Variante bekannt.

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Die Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus im Süden Afrikas löst international Besorgnis aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Variante B.1.1.529 - die den Namen Omikron trägt - als "besorgniserregend" eingestuft.

Südafrika hatte die Mutanten-Entdeckung am 24. November offiziell bekannt gegeben. Es ist allerdings davon auszugehen, dass sich die Variante schon länger verbreitet – und zwar weltweit. So teilte das niederländische Institut für öffentliche Gesundheit (RIVM) mit, dass die Variante in zwei Testproben nachgewiesen wurde, die auf den 19. und 23. November datiert sind.

Auch in Nordrhein-Westfalen ist die Variante nachgewiesen. Wie das NRW-Gesundheitsministerium mitteilte, wurde am Dienstagabend ein erster Omikron-Fall in Düsseldorf bestätigt.

Wo sind Omikron-Fälle aufgetreten?

Die ersten Omikron-Fälle sind bereits im Oktober in Nigeria aufgetaucht. Allerdings sei die neue Variante des Coronavirus erst jetzt bei einer nachträglichen Sequenzierung nachwiesen worden, teilte die nationale Gesundheitsbehörde am Mittwoch mit. Vor allem im südlichen Afrika breitet sich die Variante aus, aber auch aus Brasilien, Italien, Australien, England, Israel, Österreich oder den Niederlanden werden Fälle gemeldet – meistens mit Bezug zu einer Reise nach Südafrika.

Inzwischen ist die Variante auch in Deutschland angekommen: In Bayern, Hessen und NRW wurden erste Fälle bestätigt. Beim Münchner Max-von-Pettenkofer-Institut für Infektionskrankheiten geht man davon aus, dass sich die Variante über Wochen international verbreitet habe – auch in Deutschland. "Einige Hundert Fälle können es in Deutschland vielleicht sein", vermutete Institutsvorstand Oliver Keppler.

Wie gefährlich ist die neue Variante?

Das steht noch nicht genau fest. Erste Erkenntnisse deuten daraufhin, dass die bisher bekannten 30 Mutationen am Spikeprotein der Variante das Virus leichter übertragbar machen und Impfstoffe weniger wirksam sein könnten. Deswegen hat die Weltgesundheitsorganisation WHO den Typ B.1.1.529 zunächst als besorgniserregend eingestuft. Die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC hält das Risiko einer Ausbreitung in der EU für "hoch bis sehr hoch".

Der Virologe Christian Drosten hält eine Bewertung noch für verfrüht – zeigte sich aber besorgt. "Keiner kann im Moment sagen, was da auf uns zukommt. Das Einzige, was man wirklich mit Sicherheit sagen kann: Es ist besser, wenn man geimpft ist. Es ist noch besser, wenn man geboostert ist", sagte er im ZDF.

Es gebe zudem die Sorge, dass man es bei der Omikron-Variante mit einer wirklichen "Immun-Escape-Variante" zu tun habe. Dann müssten die Impfungen verändert werden. Eine Anpassung der mRNA-Impfungstoffe sei möglich. "Das wird man technisch relativ einfach machen können." Dauern könnte dies aber dennoch Monate, sagte Drosten.

Fakt ist: Omikron breitet sich um ein Vielfaches schneller aus als die Delta-Variante und dominiert so in Südafrika das Infektionsgeschehen, wie Grafiken zeigen.

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Wie schwer sind Erkrankung und Symptome?

Bisher haben Ärzte nur milde Krankheitsverläufe bei Omikron-Infizierten beobachtet. Die Patienten klagen nach Angaben der südafrikanischen Mediziner-Vereinigung (SAMA) über einen schmerzenden Körper und extreme Müdigkeit. Außerdem sind es eher jüngere Menschen, die nicht direkt in ein Krankenhaus eingeliefert würden.

Die SAMA-Vorsitzende Angélique Coetzee sagte der britischer Zeitung "Daily Telegraph", kein Patient in ihrer Praxis habe über Geschmacks- oder Geruchsverlust geklagt. "Ihre Symptome waren so anders und milder als die, die ich zuvor behandelt hatte."

Wirken die Impfstoffe gegen Omikron?

Experten können noch keine genauen Aussagen dazu machen. Der britische Verkehrsminister Grant Shapps sagte, die in Südafrika entdeckte Variante habe ein Spike-Protein, das sich dramatisch von dem der ursprünglichen Variante unterscheide, gegen die die Impfstoffe entwickelt seien.

Charité-Immunologe Leif Erik Sander zeigte sich dennoch optimistisch, dass die bisherigen Corona-Impfstoffe auch gegen die Omikron-Variante wirken. Er sei optimistisch, dass man bei dieser Variante "nicht bei Null" anfangen müsse. Ähnlich äußerte sich RKI-Chef Lothar Wieler.

Die Universität Oxford, Partner des Impfstoffherstellers Astrazeneca, sieht keine Hinweise auf einen mangelnden Schutz vor schweren Krankheitsverläufen bei der Virusvariante Omikron. Die Wirksamkeit des mit Astrazeneca entwickelten Vakzins werde in dieser Hinsicht genau untersucht, teilt die Uni weiter mit. Es gebe bisher nur begrenzt Daten zu Omikron. Sollte es aber notwendig sein, könnte rasch eine neue Version des Impfstoff entwickelt werden.

Der Mainzer Impfstoffentwickler Biontech teilte dem WDR auf Anfrage mit, man habe unverzüglich Untersuchungen eingeleitet. Damit könne man feststellen, ob der Biontech-Impfstoff angepasst werden müsse. Es würde etwa drei Monate dauern, bis ein angepasster Impfstoff hergestellt und ausgeliefert sein könnte.

"Spätestens in zwei Wochen erwarten wir weiterführende Daten aus den Labortests." Ein Biontech-Sprecher gegenüber dem WDR

Stand: 01.12.2021, 15:33

Kommentare zum Thema

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40 Kommentare

  • 40 Dieter 01.12.2021, 22:17 Uhr

    Satzzeichen !

  • 39 Geert Vanden Bossche 01.12.2021, 16:10 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 38 linz mona 01.12.2021, 15:13 Uhr

    mich ärgert über alle Masse hinaus, die Trägheit der Entwickler. Wie kann es sein, dass die von Biotech seit Oktober bescheid über Omikron wissen und nichts getan haben???????? In Anbetracht der Pandemie müssen die Politiker sofort reagieren und nicht Monate lang warten in der Hoffnung es wird nicht passieren. Gewissenlosigkeit was die Pandemie betreff überall. Was macht dieser ominöse WHO?????????? Von diese korrupte Haufen hört man nur Mahnungen, Drohungen und betteln nach noch mehr Geld. Die muss abgeschafft werden, denn die taugt nichts. Und was Arbeitgebern betreff muss klar gestellt werden, keine Impfung keine Arbeit. Das soll auch in Fussball gelten ganz egal wer das ist.

    • Alexa 01.12.2021, 17:05 Uhr

      Wieso wissen die bei Biontech seit Oktober Bescheid???

  • 37 Angela 30.11.2021, 21:59 Uhr

    Namibia hat heute 18 neue Fälle und zwei Patienten auf der Intensivstation be mehr als 2,6 Mio Menschen in dem Land Südafrika hat heute 12.217 neue Fälle und 546 Patienten auf Intensivstation bei mehr als 60 Mio Menschen in dem Land Von Botswana konnte ich nicht viel finden. Außer einer Person "critical" bei gut 2,4 Mio Menschen in dem Land. Deutschland hat heute 72.159 neue Fälle und 4.070 Patienten auf Intensivstation bei gut 80 Mio Menschen in unserem Land. Ich danke den Ländern im südlichen Afrika für ihre Gastfreundschaft!

    • Alexa 01.12.2021, 17:11 Uhr

      Südafrika hat eine andere Altersstruktur als wir hier, da ergibt es sich von selbst, dass nicht so viele Menschen mit Covid-19 auf der Intensivstation liegen. Ich fände sogar die 546 Patienten viel zu viel, wenn man bedenkt, dass Südafrika bis vor kurzem nur 200 Fälle am Tag hatte. Wieviel wird denn in Namibia und Südafrika getestet?

  • 36 Eva 30.11.2021, 13:15 Uhr

    Ich finde, im Grunde geht es eigentlich gar nicht darum, welche Variante sich nun wieder die Bahn bricht. Das Grundproblem ist doch das Folgende: Menschen halten sich nicht mehr an das, was momentan angebracht wäre, um die Zahlen nach unten zu bringen; dazu gehört das unbedingte Mitdenken für Politiker - die viel zu zögerlich, viel zu abwartend und oftmals viel zu uninformiert mal Dieses, mal Jenes andenken und doch nicht konsequent umsetzen, - was sich praktisch in einem rücksichtsvollen und vernünftigen Umgang miteinander äußern sollte. Es ist doch ganz einfach: Maske auf, Abstand halten, Hygiene einhalten und, wer will, impfen lassen. Wenn sich jeder daran halten würde und nicht so viele herumschreien würden, dass sie aufgrund der Maßnahmen 'ja gar nichts mehr dürfen und Partys unverzichtbar seien', dann würde es doch halbwegs hinhauen - und ich rate dazu, sich demütig die Menschen in anderen Ländern der Welt anzusehen, deren Leben um ein Vielfaches schlechter ist als das unsere.

    • Paula 01.12.2021, 13:36 Uhr

      👍👍👍

    • betty 01.12.2021, 16:47 Uhr

      👍👍👍👍👍👍

  • 35 hi 30.11.2021, 12:10 Uhr

    amogus

  • 34 Zadek 30.11.2021, 10:35 Uhr

    Lieber Stefan Bause, da wird einem echt übel. In Ihrem Kommentar gibt es einen ganzen Satz ohne Rechtschreibfehler. Vielleicht bitte erst schreiben lernen und dann kommentieren…… LG

    • Ein normaler Mensch 01.12.2021, 22:16 Uhr

      Wie kommt man darauf so eine Unverschämtheit, die auch noch völlig aus dem Zusammenhang gerissen ist zu verfassen? Unabhängig vom Inhalt des Kommentares würde ich lieber 100 Kommentare von Herrn Bause lesen als von Ihnen. In der deutschen Rechtschreibung nutzt man übrigens "..." und nicht "......" Keine lieben Grüße.

  • 33 Stefan Bause 30.11.2021, 07:47 Uhr

    So wie es wieder mal ist machen Politiker Entscheidungen , die keinen sinn machen und schieben so Millionen Menschen in den Südlich Afrikanischen Ländern in die Armut, diese Variante ist bisher nicht Gefährlicher und Einreise Sperren bringen gar nichts denn wenn sich die Variante durchsetzen will tut sie dieses, denn es ist schon viel zu spät um diese noch zu stoppen. Wieder einmal wird Suedafrika bestraft für Ihre gute Arbeit auf dem Gebiet Virus Forschung.

  • 32 Andreas 29.11.2021, 17:05 Uhr

    Lockdown Sofort und die Grenzen Dicht. Ebenso den Einzelhandel. Hat doch Funktioniert bevor die Zweite Variante wieder für Unruhe sorgte. Das wäre Fürsorge für das Volk. Egal welcher Hautfarbe. Hier gibt es keine Entscheider, nur Figuren in einem sehr schlechten Puppentheater.

  • 31 Alex 29.11.2021, 13:51 Uhr

    Ich glaube, die WHO soll vor aller Welt bekannt geben, woher das Corona-Virus denn ausgebreitet wird.

  • 30 Sven 29.11.2021, 13:47 Uhr

    Ich frage mich, warum andere Länder wie Israel etc. eigentlich immer schneller sind als wir Deutschen? Find ich einfach keine Antwort drauf.

    • Ditti 30.11.2021, 11:11 Uhr

      Uns fehlt die klare Kante.

    • Wemo 30.11.2021, 11:40 Uhr

      Sie haben nur 9 Millionen Einwohner, keinen so komplizierten föderalistischen Staatsaufbau (bei uns Gemeinde-Kreis-Bezirk-Bundesland-Bund) und sie sind es gewohnt sich schnell und effektiv zur Wehr zu setzen.

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