Pfingsten und Fronleichnam: Hier könnte Urlaub möglich sein

Pfingsturlaub: Was ist möglich? WDR aktuell 03.05.2021 Verfügbar bis 10.05.2021 WDR Von Oliver Schöndube

Pfingsten und Fronleichnam: Hier könnte Urlaub möglich sein

Von Jörn Kießler

Das Wetter wird besser, die Corona-Infektionszahlen sinken und gleich drei lange Wochenenden stehen an. Grund genug, an Urlaub oder zumindest einen Kurztrip zu denken. Nur, was ist möglich?

Nach Monaten mit Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, Reiseverboten und schlechtem Wetter hoffen viele Menschen in NRW darauf, dass sich die Corona-Lage in den kommenden Wochen etwas entspannt. Und darauf, dass so vielleicht auch etwas Entspannung für sie möglich wird. Beispielsweise durch einen Kurzurlaub an den langen Wochenenden zu Christi Himmelfahrt, Pfingsten oder Fronleichnam.

Langsam sinkende Infektionszahlen, der Fortschritt der Impfkampagne und die Einrichtung von mehreren touristischen Modellregionen in Deutschland stimmen positiv. Doch was ist in den kommenden Wochen reisetechnisch drin? Ein Überblick:

Urlaub im Ausland

Für die meisten europäischen Staaten gilt weiterhin eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Das gilt trotz dortiger Lockerungen auch für das vor allem bei Nordrhein-Westfalen beliebte Reiseziel Niederlande. Dazu kommt, dass die Niederländer nach Einreise eine Hausquarantäne von zehn Tagen vorschreiben.

Aus dem gleichen Grund kommen für viele Urlauber wohl auch Großbritannien oder Island, die nicht mehr als Risikogebiet eingestuft werden, als Reiseziel nicht in Frage. Dort muss man sich auch mit einem negativen Corona-Test für zehn beziehungsweise fünf Tage in Quarantäne begeben.

Reisen auf die Balearen mit der bei Deutschen extrem beliebten Insel Mallorca, sowie in einige andere spanische Regionen sind jedoch möglich. Sie gelten laut RKI genau wie bestimmte Teile Portugals, Finnlands, Norwegens und Irlands nicht mehr als Risikogebiete.

In Deutschland: Modellprojekte machen Hoffnung

Anders sieht es für Urlaub innerhalb Deutschlands aus. Denn in mehreren Modellregionen wird der Tourismus derzeit wieder hochgefahren oder läuft sogar schon wieder.

Schleswig-Holstein

So können Urlauber bereits seit dem 19. April unter strikten Vorgaben und mit Einschränkungen wieder Ferien in der Schleiregion und in Eckernförde machen. Und auch in Nordfriesland sind Übernachtungsgäste etwa auf den Inseln und Halligen wieder willkommen.

Ebenfalls als touristische Modellregion anerkannt wurde die Lübecker Bucht. Dort wurde der Start des Projekts jedoch wegen zu hoher Infektionszahlen vorerst verschoben.

Niedersachsen

Bislang kann noch kein Urlaub in Niedersachsen gemacht werden. Doch Hotels und Gastronomie in Ostfriesland hoffen darauf, dass sich das zumindest bis Pfingsten ändert. Vor mehr als zwei Wochen reichte die Region ein Öffnungskonzept bei der niedersächsischen Landesregierung ein. Eine Antwort steht bislang aus.

Jedoch wurde am Freitag bekannt, dass Niedersachsens Landesregierung mögliche Lockerungen der Corona-Beschränkungen im Zuge der nächsten Corona-Verordnung, die vom 10. Mai an gelten wird, prüft.

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Insel Hiddensee als Modellregion beworben und möchte spätestens am Freitag mit der ersten Phase des Projekts starten. Dann profitieren zunächst aber nur Bewohner der Insel, Zweitwohnungsbesitzer und Pendler von den Lockerungen.

Erst ab der zweiten Stufe soll die Insel für Touristen geöffnet werden. Wenn es nach Bürgermeister Thomas Gens geht, soll diese spätestens am 17. Mai starten - also noch vor dem Pfingstwochenende.

Bayern

Und auch aus Bayern kommen gute Nachrichten für alle, die sich nach Urlaub in den Bergen sehnen. Zu Beginn der Pfingstferien am 21. Mai soll Urlaub in Regionen mit niedrigen Infektionszahlen wieder möglich sein. In Kreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 sollen Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze wieder öffnen dürfen, kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag an.

In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 sollen zudem wieder Außengastronomie - bis 22 Uhr -, Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos öffnen dürfen.

Nordrhein-Westfalen

Wesentlich schlechter sieht es derzeit für alle Nordrhein-Westfalen aus, die sich auch mit Urlaub im eigenen Bundesland zufrieden geben würden. So wollte der Kreis Düren im Rahmen eines Modelprojekts eigentlich am 26. April unter anderem ein Feriendorf öffnen. Voraussetzung dafür war aber, dass die Sieben-Tage-Inzidenz zum Projektbeginn stabil unter 100 liegt. Am Montag betrug der Wert laut RKI jedoch 171,9.

Aus dem gleichen Grund liegt auch der Status als Modellregion für die Gemeinden Winterberg und Schmallenberg auf Eis. Dort sollten Konzepte des kontaktarmen Urlaubs in Ferienwohnungen, Hotels und auf Campingplätzen getestet werden. Allerdings auch nur, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche unter 100 liegt. Am Montag lag der Wert im Hochsauerlandkreis jedoch bei 166,3.

Tourismusbeauftragter macht Hoffnung für Sommerferien

Ohnehin werden die meisten Ferienregionen keine Touristen an Pfingsten empfangen können, dessen ist sich der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU) sicher. "Das wird in vielen Urlaubsregionen leider wieder ins Wasser fallen."

Optimistisch ist er jedoch, was Inlandsreisen in den Sommerferien angeht, die in NRW am 5. Juli beginnen. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass Urlaubsreisen bei uns ab Juni in immer mehr Regionen möglich werden. Wichtig ist, dass der Bundes-Lockdown nicht über den 30.6. hinaus verlängert wird", sagt er der "Bild"-Zeitung. Hotels und Restaurants hätten gute Sicherheitskonzepte aufgestellt. Außerdem würden "bis Ende Juni so viele Impfdosen ausgeliefert sein, dass es theoretisch jedem Bundesbürger für die Erstimpfung reicht".

Lockerungen für Geimpfte und Genesene könnten Urlaub erleichtern

Die für sie geplanten Lockerungen könnten die Urlaubsplanung aber schon früher vereinfachen. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) kündigte am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" an, er halte es für realistisch, dass die entsprechende geplante Verordnung am Mittwoch ins Kabinett komme und Ende der Woche die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat erhalten könne.

In NRW müssen Geimpfte oder Genesene schon jetzt nicht mehr in Quarantäne, wenn sie aus einem Risikogebiet eingereist sind. Doch auch Auslandsreisen könnten für sie wieder möglich werden. So schlug die Europäische Union (EU) am Montag vor, die Einschränkungen für nicht zwingend notwendige Reisen zu lockern. So solle vollständig Geimpften die Einreise grundsätzlich erlaubt sein - auch wenn die epidemiologische Lage in ihrer Heimat nicht gut ist.

Stand: 04.05.2021, 13:30

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