Vielerorts Neuinfektionen: Droht eine neue Coronavirus-Welle?

Eine Wissenschaftlerin hält eine Multiwellplatte mit vom Coronavirus infizierten Zellkulturen in einem Labor in den Händen.

Vielerorts Neuinfektionen: Droht eine neue Coronavirus-Welle?

Von Jörn Seidel

  • Weiterhin Corona-Infektionen in NRW
  • Erhöhte Zahlen in Düsseldorf, Duisburg, Hagen
  • Nicht immer liegt es an Masseninfektionen

Mal ist es ein Schlachtbetrieb, mal ein Versandzentrum, mal ein Familienfest: Die Masseninfektionen der vergangenen Wochen in NRW führen vor Augen, wie sich das Coronavirus - oftmals schlagartig - weiterhin ausbreitet.

Nicht nur im Kreis Gütersloh viele Neuinfektionen

Zwar ist der Kreis Gütersloh nach dem Corona-Ausbruch beim Schlachtbetrieb Tönnies zurzeit der einzige Kreis, der als offizieller Hotspot gilt. Zahlreiche Neuinfektionen gibt es aber auch andernorts in NRW. Und nicht immer sind es Masseninfektionen.

Besonders viele Infizierte pro 100.000 Einwohner wurden in den vergangenen sieben Tagen in Duisburg, Düsseldorf, Hagen und im Kreis Wesel festgestellt, wie das NRW-Gesundheitsministerium am Dienstag (30.06.2020) mitteilte.

Auch in Dortmund und Hamm

Auch im Kreis Warendorf, in Dortmund und Hamm liegt die "Sieben-Tage-Inzidenz" im zweistelligen Bereich. Ab dem Wert 50 werden Maßnahmen wie jüngst in den Kreisen Gütersloh und Warendorf verhängt. Darauf hatten sich Bund und Länder Anfang Mai verständigt.

Keine Hotspots in Düsseldorf

In Düsseldorf schellten schon ab der Zahl 30 die Alarmglocken, sagte ein Sprecher dem WDR. Aktuell sind zwei Drittel davon erreicht. Das Problem: "Wir haben in Düsseldorf keinen Hotspot." Daher sei es recht kompliziert, die Zahl der Ansteckungen zu verringern.

Was auffällt: Die meisten Infizierten seien jünger als 40 Jahre. Über einen Zusammenhang mit den jüngsten Menschenansammlungen in der Altstadt könne man aber nur spekulieren, so der Sprecher.

Gründe in Hagen unklar

Auch in Hagen sind die Gründe für die erhöhten Fallzahlen unklar. "Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Infektionsherd", sagte Gesundheitsamt-Chefin Anjali Scholten.

Die Infizierten seien vor allem junge Menschen und Familien. "Den Wiederanstieg würden wir deshalb auf die Lockerungsmaßnahmen zurückführen."

Döner-Produzent im Kreis Wesel

Im Kreis Wesel stellt sich die Lage nach eigener Auskunft deutlich klarer dar. Dort seien die vielen Neuinfektionen auf den Corona-Ausbruch bei einem Moerser Dönerfleisch-Produzenten zurückzuführen.

Auch Duisburg von Moers betroffen

Der Fall in Moers sei auch einer der Gründe für die erhöhten Fallzahlen in Duisburg, teilte die Stadt mit. Masseninfektionen habe es jüngst außerdem es beim Versanddienstleister DPD und bei zwei Familienfeiern zum Zuckerfest gegeben.

Absolute Gewissheit gibt die Messung der Neuinfektionen aber nicht. Denn Zahlen liegen nur dann vor, wenn getestet wird - in Düsseldorf und Duisburg ist das nach eigener Aussage oft. In anderen Städten und Kreisen hingegen könnte die Dunkelziffer höher sein.

Immer die neuesten Corona-Zahlen zum eigenen Wohnort

Mit den Messenger-Diensten von WDR aktuell lassen sich die aktuellsten Corona-Fallzahlen unkompliziert aufs Handy holen. Einfach die Postleitzahl des eigenen Wohnorts eingeben und in Sekundenschnelle erscheinen die aktuellen Zahlen. Den Service gibt es bei "Telegram" und im "Facebook Messenger", die Anmeldung ist sehr einfach. 

WDR aktuell App - PLZ senden und Fallzahlen erhalten

WDR aktuell App - PLZ senden und Fallzahlen erhalten

Stand: 30.06.2020, 15:00

Aktuelle TV-Sendungen