Freiwillige in Corona-Impfzentren: Wer spritzt da eigentlich?

Freiwillige in Corona-Impfzentren: Wer spritzt da eigentlich?

Für die geplanten Corona-Impfzentren haben sich bereits tausende Freiwillige gemeldet. Aber darf und sollte von ihnen auch jeder spritzen? Wer wird uns dort eigentlich impfen?

Die massenhafte Corona-Impfung ist eine Mammutaufgabe - und wirft entsprechend viele Fragen auf. Eine, die sich aufdrängt: Wer wird in den Impfzentren in NRW eigentlich spritzen? Ärzte und Krankenpfleger im Ruhestand? Oder auch angelernte Hilfskräfte?

5.800 Freiwillige für Corona-Impfzentren

Rund 5.800 Freiwillige haben bereits ihre Mithilfe für die Corona-Testzentren angeboten, teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Montag auf WDR-Anfrage mit. "Ein tolles Zwischenergebnis, das allen Beteiligten Mut macht", so ein Sprecher.

Zu den Freiwilligen gehören etwa 1.700 Ärzte, 700 medizinische Fachangestellte und 1.200 Gesundheits- oder Krankenpfleger. Koordiniert wird die Hilfe über das NRW-Freiwilligenregister.

Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte unter anderem an Ärzte und Krankenpfleger im Ruhestand appelliert - und an medizinisches Personal, das in Teilzeit arbeitet.

Wie viele Freiwillige am Ende benötigt werden, lasse sich "derzeit pauschal nicht sagen", so das Gesundheitsministerium. Denn der Bedarf in den Impfzentren werde unterschiedlich groß sein. Auch hänge es davon ab, "welcher Impfstoff in welchen Mengen an das Land Nordrhein-Westfalen geliefert wird und welche Personengruppen in der Anfangsphase prioritär geimpft werden sollen".

Arzt in Rente: "Gibt mir ein gutes Gefühl"

Einer der Freiwilligen, die schon seit Längerem im Corona-Einsatz sind, ist der 75-Jährige Dietrich Paravicini, Anästhesist und Chefarzt im Ruhestand. "Mir persönlich gibt es einfach ein gutes Gefühl, dass ich alles getan habe, um meinen persönlichen Beitrag zu leisten", sagte er dem WDR.

Dass er in Sachen Corona noch vieles dazulernen musste, war ihm klar: "Ich bin auch heute noch ein stetig Lernender."

Ärzte und Impfhelfer verzweifelt gesucht Westpol 29.11.2020 UT DGS Verfügbar bis 29.11.2021 WDR

Medizinstudentin Janina Brix trägt eine Maske.

Medizinstudentin Janina Brix

Auch Medizinstudentin Janina Brix hilft bereits. "Ich weiß, dass ich es nicht aus finanziellen Gründen mache, sondern aus persönlichen Gründen - weil ich es mag zu helfen, weil mir der Beruf eine Leidenschaft ist", so die 25-Jährige, die über das studentische Freiwilligen-Portal match4healthcare ihre Hilfe angeboten hatte.

Nicht nur Ärzte dürfen impfen

In Deutschland dürfen aber keineswegs nur Mediziner impfen. "Grundsätzlich sind Impfstoffe Arzneimittel, die nur der Arzt verordnen darf. Es gibt allerdings keine gesetzliche Vorschrift, die die Durchführung einer Impfung ausschließlich dem Arzt vorbehält", informiert das Robert Koch-Institut.

Demnach dürfen auch Pflegekräfte und Arzthelfer impfen. Die Injektionstechniken seien Teil der Berufsausbildung, so die Bundesbehörde. "Impfungen sollten aber nur in Anwesenheit eines Arztes ausgeführt werden, damit bei unerwarteten Nebenwirkungen und Komplikationen, die in sehr seltenen Fällen auftreten können, sofort optimale Hilfe geleistet werden kann."

Geplant sind 20 Impfungen pro Stunde und Impfzentrum

Die Landesregierung plant zurzeit den Aufbau von 53 Impfzentren in NRW. Geplant sind pro Zentrum 20 Impfungen pro Stunde im Zwölf-Stunden-Betrieb. Massenimpfungen gegen das Coronavirus sind in NRW erst für Mitte nächsten Jahres geplant. Vorher sind unter anderem Pflegebedürftige, Alte und Kranke dran.

Stand: 30.11.2020, 20:18

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