Booster - Wann, wo und für wen gibt es die dritte Impfung?

Menschen in der Stadt mit und ohne Maske

Booster - Wann, wo und für wen gibt es die dritte Impfung?

Wir beantworten Ihre Fragen zur Corona-Impfung. Hier: Booster - wann, wo und für wen gibt es die dritte Impfung? Und welche Empfehlung gibt die Stiko zur Auffrischungsimpfung?

In den kommunalen Impfstellen in NRW werden mittlerweile für alle Menschen ab zwölf Jahren Booster-Impfungen angeboten. Was muss man zu den Auffrischungsimpfungen wissen? Fragen und Antworten.

Wo erhält man die Booster-Impfung?

Auffrischungsimpfungen erhält man insbesondere bei Haus-, Fach- und Betriebsärzten. Es gibt aber auch viele weitere Möglichkeiten, sich boostern zu lassen, teilweise in Gesundheitsämtern sowie in anderen kommunalen Impfstellen oder bei mobilen Impfteams. Einen Überblick über viele kommunale Impfangebote gibt es unter diesem Link:

Welche Impfstoffe sind für die Auffrischung zugelassen?

Die EU-Kommission hat für die Booster-Impfungen die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna zugelassen. Moderna sollte laut Stiko-Empfehlung aber erst Über-30-Jährigen verabreicht werden, die jüngeren Altersgruppen sollen Biontech erhalten - und damit auch die Gruppe der 12- bis 17-Jährigen. Für Immungeschwächte sind beide Präparate ab zwölf Jahren zugelassen.

Ärztinnen und Ärzte dürfen aber auch außerhalb der Zulassung Impfstoffe verabreichen (Off-Label-Use). Allerdings hat das Auswirkungen auf die Haftung im Falle eines Impfschadens.

Wer hat Anspruch auf eine Booster-Impfung?

Laut Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums hat grundsätzlich jeder in Deutschland Anspruch auf eine Booster-Impfung. Der Abstand zur Zweitimpfung ist darin nicht festgelegt - auch nicht das Alter. Der Bund macht in dieser Hinsicht also keine verbindlichen Vorgaben. Entscheidend ist, für welche Verwendung die jeweiligen Impfstoffe durch die EU-Kommission zugelassen sind. Und das ist bisher nur für Menschen ab 18 Jahren bzw. für Immungeschwächte ab zwölf Jahren der Fall.

Allerdings sicherte das Bundesgesundheitsministerium am 27. Dezember zu, dass der Bund auch bei Booster-Impfungen von 12- bis 17-Jährigen im Falle eines Impfschadens einen Versorgungsanspruch garantiert - sofern ein für diese Personengruppe zugelassener mRNA-Impfstoff verwendet wurde.

Infolgedessen sind Booster-Impfungen von 12- bis 17-Jährigen nun auch in den Impfstellen der Kreise und kreisfreien Städte in NRW erlaubt. Gleiches gilt für mobile Impfteams. Vorab ist eine ärztliche Aufklärung erforderlich.

Welchen Abstand empfiehlt die Stiko für den Booster?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat sich mittlerweile für einen verkürzten Abstand zur Booster-Impfung ausgesprochen. Zwischen der Grundimmunisierung und der Auffrischungsimpfung empfiehlt sie allen Erwachsenen einen Abstand von drei statt bisher sechs Monaten.

Der Grund für die Verkürzung ist die sich ausbreitende Omikron-Variante des Coronavirus. Gegenüber dieser nehme der Impfschutz "bereits drei bis vier Monaten nach Grundimmunisierung signifikant ab", so die Stiko.

Ältere und vorerkrankte Menschen sollen wegen ihres höheren Covid-19-Risikos bevorzugt geimpft werden. Für Immungeschwächte kann ein noch kürzerer Abstand zwischen zweiter und dritter Dosis sinnvoll sein, so die Stiko.

Welchen Impfstoff empfiehlt die Stiko zur Booster-Impfung?

"Für die Auffrischimpfung soll möglichst der mRNA-Impfstoff verabreicht werden, der bei der Grundimmunisierung zur Anwendung gekommen ist. Wenn dieser nicht verfügbar ist, kann bei Über-30-Jährigen der jeweils andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden", so die Stiko. Bei Unter-30-Jährigen und Schwangeren solle allerdings nur Biontech verwendet werden. Ansonsten seien die beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna "hinsichtlich ihrer Wirksamkeit gleichwertig".

Warum es beim Booster dennoch "möglichst" der gleiche Impfstoff sein sollte, erklärte das Robert Koch-Institut auf WDR-Anfrage so: "Das ist das, was in den Studien untersucht worden ist", so eine Sprecherin. Jeder Hersteller untersuche nur seinen eigenen Impfstoff. "Moderna macht keine Studien mit Biontech. Und Biontech macht keine Studien mit Moderna."

Diese Impfstoff-Reihenfolgen empfiehlt die Stiko:
AltersgruppeErstimpfungZweitimpfungDrittimpfung
5- bis 11-Jährige*BiontechBiontech-
12- bis 17-JährigeBiontechBiontech-
18- bis 29-JährigeBiontechBiontechBiontech
30- bis 59-JährigeBiontechBiontechBiontech (sonst Moderna)
30-bis 59-JährigeModernaModernaModerna (sonst Biontech)
Über-60-JährigeBiontechBiontechBiontech (sonst Moderna)
Über-60-JährigeModernaModernaModerna (sonst Biontech)
Über-60-JährigeAstrazenecaBiontechBiontech (sonst Moderna)
Über-60-JährigeAstrazenecaModernaModerna (sonst Biontech)
Über-60-JährigeJohnson & JohnsonBiontechBiontech (sonst Moderna)
Über-60-JährigeJohnson & JohnsonModernaModerna (sonst Biontech)
Schwangere jeden AltersBiontechBiontechBiontech

* Kinder mit Vorerkrankungen oder mit Kontakt zu Menschen, die durch Corona besonders gefährdet sind.

Warum erhalten Astrazeneca- und Johnson-&-Johnson-Geimpfte eine Kreuz-Impfung als Auffrischung?

Menschen, die mit dem Vektor-Impfstoff von Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden, haben laut Studien nicht denselben Impfschutz wie jene, die mit Biontech oder Moderna geimpft wurden. Daher empfiehlt die Stiko ihnen eine Kreuzimpfung mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe. Dies erhöht die Schutzwirkung deutlich.

Johnson-&-Johnson-Geimpften wird außerdem früher als üblich eine Auffrischungsimpfung empfohlen. Die Intensivmediziner-Vereinigung DIVI bewertet eine einmalige Johnson -Impfung als Teil-Immunisierung: "Mit der Einmal-Impfung von Johnson & Johnson verhält es sich genauso wie mit Einmal-Impfungen bei anderen Impfstoffen - es ist kein vollständiger Impfschutz."

Die Auffrischungs-Kreuzimpfung soll deshalb schon vier Wochen nach der Erstimpfung erfolgen, da für den Impfstoff von Johnson & Johnson eben keine Zweitimpfung vorgesehen ist.

Werden für die Booster-Impfungen nur mRNA-Impfstoffe empfohlen?

Mitte Dezember 2021 empfahl die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) eine Auffrischimpfung auch mit dem Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson mindestens zwei Monate nach der ersten Impfung. Der Johnson-Impfstoff kann nach Ansicht der EMA-Experten auch als Booster nach einer Impfung mit den Präparaten der Hersteller Biontech oder Moderna gegeben werden. Die Stiko empfiehlt dagegen, Auffrischimpfungen in Deutschland nur mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna durchzuführen.

Einer Studie der südafrikanischen Forschungsorganisation SAMRC (South African Medical Research Council) zufolge verhindert eine Johnson-Auffrischungsimpfung mit einer Wirksamkeit von 85 Prozent eine Einweisung ins Krankenhaus - bei einer Infektion mit der Omikron-Variante. Das gelte für ein bis zwei Monate. Für die Studie habe man medizinisches Fachpersonal untersucht, das sich in der vierten Corona-Welle in Südafrika mit Omikron angesteckt habe.

Ist eine Auffrischungsimpfung überhaupt nötig?

Empfohlen wird eine dritte Impfung, weil der Schutz nach einer zweimaligen Corona-Grundimmunisierung mit der Zeit nachlässt, so die Stiko. Gegenüber der Omikron-Variante lässt die Wirkung demnach früher nach.

Im höheren Alter falle die Immunantwort nach der Impfung zudem insgesamt geringer aus. Aus diesen Gründen könnten sogenannte Impfdurchbrüche - also Erkrankungen trotz vollständiger Impfungen - häufiger zu schweren Krankheitsverläufen führen.

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Welche Empfehlung zum Boostern gibt es für Genesene?

Genesene, die danach einmal geimpft sind, sollen in frühestens drei Monaten nach der vorangegangenen Impfung eine Auffrischimpfung erhalten. So sagt es die Stiko. Geimpfte, die sich nach der ersten oder zweiten Impfung mit Corona infiziert haben, sollten drei Monate nach der Infektion eine Booster-Impfung bekommen.

Kann das Boostern gleichzeitig mit der Grippeimpfung erfolgen?

Ja. Eine Grippe-Impfung kann gleichzeitig mit dem Boostern stattfinden. So sagt es die Ständige Impfkommission (Stiko). Geimpft wird dann in unterschiedliche Arme. Es kann allerdings passieren, dass die Impfreaktionen, also leichten Nebenwirkungen, etwas stärker ausfallen.

Muss man für die Booster-Impfung bezahlen?

Nein. Laut Bundesgesundheitsministerium sind alle Corona-Impfungen, die nach der Impfverordnung erfolgen, für die Bürgerinnen und Bürger kostenlos. Das gilt auch für die Auffrischungsimpfungen.

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Stand: 14.01.2022, 16:55

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