Booster - Wann, wo und für wen gibt es die dritte und vierte Impfung?

Stand: 16.03.2022, 09:37 Uhr

Wir beantworten Ihre Fragen zur Corona-Impfung. Hier: Booster - wann, wo und für wen gibt es die dritte und vierte Impfung? Und welche Empfehlungen gibt die Stiko?

Die Booster-Impfung, also die dritte Impfung, gilt als bester Schutz vor der Omikron-Variante des Coronavirus. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt einigen Menschen aber auch schon die vierte Impfung. Was muss man zu den Auffrischungsimpfungen wissen? Fragen und Antworten.

Was sagt die Stiko zur vierten Impfung?

Mitte Februar ist mit dem neuen Epidemiologischen Bulletin die offizielle Stiko-Empfehlung zur vierten Impfung erschienen. Demnach wird der zweite Booster für Über-70-Jährige, Menschen in Pflegeeinrichtungen, Menschen mit Immunschwäche ab fünf Jahren sowie Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen empfohlen.

Bei gesundheitlich gefährdeten Menschen soll der zweite Booster frühestens drei Monate nach der ersten Auffrischimpfung erfolgen, das Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen soll den zweiten Booster frühestens nach sechs Monaten erhalten.

Wo erhält man die Booster-Impfung?

Auffrischungsimpfungen erhält man insbesondere bei Haus-, Fach- und Betriebsärzten. Es gibt aber auch viele weitere Möglichkeiten, sich boostern zu lassen, teilweise in Gesundheitsämtern sowie in anderen kommunalen Impfstellen oder bei mobilen Impfteams. Seit Anfang Februar bieten auch Apotheken Booster-Impfungen an. Einen Überblick über die Impfangebote gibt es unter diesen Links:

Wer hat Anspruch auf den Booster? Und welche Impfstoffe sind zugelassen?

Laut Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums hat grundsätzlich jeder in Deutschland Anspruch auf eine Booster-Impfung. Der Abstand zur vorherigen Impfung ist darin nicht festgelegt - auch nicht das Alter. Der Bund macht in dieser Hinsicht also keine verbindlichen Vorgaben.

Entscheidend für die Frage, wer im Falle eines Impfschadens haftet, ist grundsätzlich die Zulassung eines Impfstoffs. Für die Booster-Impfungen hat die EU-Kommission bislang die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna sowie den Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson zugelassen. Für Biontech und Moderna liegt eine Booster-Zulassung ab 18 Jahren vor - und für Immungeschwächte ab 12 Jahren. Für Johnson & Johnson liegt nur eine Zulassung ab 18 Jahren vor.

In Deutschland sind aber auch Drittimpfungen ab 12 Jahren grundsätzlich problemlos in Arztpraxen und Impfstellen möglich. Das Bundesgesundheitsministerium sicherte am 27. Dezember zu, dass der Bund auch bei Booster-Impfungen von 12- bis 17-Jährigen im Falle eines Impfschadens einen Versorgungsanspruch garantiert. Voraussetzung: Es wurde ein für diese Personengruppe zugelassener mRNA-Impfstoff verwendet, also Biontech oder Moderna.

Übrigens: Ärztinnen und Ärzte dürfen auch außerhalb der Zulassung Impfstoffe verabreichen (Off-Label-Use). Das betrifft zum Beispiel Kleinkinder. Allerdings hat das Auswirkungen auf die Haftung im Falle eines Impfschadens.

Welchen Abstand empfiehlt die Stiko für den Booster?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte sich im Dezember für einen verkürzten Abstand zwischen zweiter und dritter Impfung ausgesprochen. Zwischen der Grundimmunisierung und der Auffrischungsimpfung empfiehlt sie allen Erwachsenen einen Abstand von drei statt bisher sechs Monaten.

Der Grund für die Verkürzung ist die mittlerweile dominante Omikron-Variante des Coronavirus. Gegenüber dieser nehme der Impfschutz "bereits drei bis vier Monaten nach Grundimmunisierung signifikant ab", so die Stiko.

Ältere und vorerkrankte Menschen sollen wegen ihres höheren Covid-19-Risikos bevorzugt geimpft werden. Für Immungeschwächte kann ein noch kürzerer Abstand zwischen zweiter und dritter Dosis sinnvoll sein, so die Stiko.

Welchen Impfstoff empfiehlt die Stiko zur Booster-Impfung?

"Für die Auffrischimpfung soll möglichst der mRNA-Impfstoff verabreicht werden, der bei der Grundimmunisierung zur Anwendung gekommen ist. Wenn dieser nicht verfügbar ist, kann bei Über-30-Jährigen der jeweils andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden", so die Stiko. Bei Unter-30-Jährigen und Schwangeren solle allerdings nur Biontech verwendet werden. Ansonsten seien die beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna "hinsichtlich ihrer Wirksamkeit gleichwertig".

Warum es beim Booster dennoch "möglichst" der gleiche Impfstoff sein sollte, erklärte das Robert Koch-Institut auf WDR-Anfrage so: "Das ist das, was in den Studien untersucht worden ist", so eine Sprecherin. Jeder Hersteller untersuche nur seinen eigenen Impfstoff. "Moderna macht keine Studien mit Biontech. Und Biontech macht keine Studien mit Moderna."

Warum erhalten Astrazeneca- und Johnson-&-Johnson-Geimpfte eine Kreuz-Impfung als Auffrischung?

Menschen, die mit dem Vektor-Impfstoff von Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden, haben laut Studien nicht denselben Impfschutz wie jene, die mit Biontech oder Moderna geimpft wurden. Daher empfiehlt die Stiko ihnen eine Kreuzimpfung mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe. Dies erhöht die Schutzwirkung deutlich.

Für Menschen, die zuerst mit Johnson & Johnson, ist mittlerweile eine zweite Impfung (mit einem mRNA-Impfstoff) nötig, damit sie als grundimmunisiert gelten. Die zweite Spritze sollte schon vier Wochen nach der Erstimpfung erfolgen, so die Stiko. Erst die dritte Impfung gilt als Booster.

Was muss man zur Booster-Impfung mit Johnson & Johnson wissen?

Seit Dezember ist ab 18 Jahren auch eine Auffrischimpfung mit dem Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson zugelassen - unter anderem als Kreuzimpfung nach einer Grundimmunisierung (zwei Spritzen) mit Biontech oder Moderna. Die Stiko empfiehlt dagegen, Auffrischimpfungen in Deutschland nur mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna durchzuführen.

Ist eine Auffrischungsimpfung überhaupt nötig?

Empfohlen wird eine dritte Impfung, weil der Schutz nach einer zweimaligen Corona-Grundimmunisierung mit der Zeit nachlässt, so die Stiko. Gegenüber der Omikron-Variante lässt die Wirkung demnach noch früher nach.

Im höheren Alter falle die Immunantwort nach der Impfung zudem insgesamt geringer aus. Aus diesen Gründen können sogenannte Impfdurchbrüche - also Erkrankungen trotz vollständiger Impfungen - häufiger zu schweren Krankheitsverläufen führen. Auch die Weltgesundheitsorganisation hat sich im März dieser Meinung angeschlossen - entgegen ihrer anfänglichen Meinung, Auffrischungsimpfungen seien für gesunde Menschen nicht nötig. Angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante spreche alles für einen "dringenden und breiten Zugang" zum Booster.

Welche Empfehlung zum Boostern gibt es für Genesene?

Genesene, die danach einmal geimpft sind, sollten drei Monate nach der vorangegangenen Impfung eine Auffrischimpfung erhalten. So sagt es die Stiko. Geimpfte, die sich nach der ersten oder zweiten Impfung mit Corona infiziert haben, sollten drei Monate nach der Infektion eine Booster-Impfung bekommen.

Kann das Boostern gleichzeitig mit der Grippeimpfung erfolgen?

Ja. Eine Grippe-Impfung kann gleichzeitig mit dem Boostern stattfinden. So sagt es die Ständige Impfkommission. Geimpft wird dann in unterschiedliche Arme. Es kann allerdings passieren, dass die Impfreaktionen, also leichten Nebenwirkungen, etwas stärker ausfallen.

Muss man für die Booster-Impfung bezahlen?

Nein. Laut Bundesgesundheitsministerium sind alle Corona-Impfungen, die nach der Impfverordnung erfolgen, für die Bürgerinnen und Bürger kostenlos. Das gilt auch für die Auffrischungsimpfungen.

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