Viele unangemeldete Proteste gegen Corona-Maßnahmen in NRW

Viele unangemeldete Proteste gegen Corona-Maßnahmen in NRW

In vielen Städten und Orten Nordrhein-Westfalens sind am Montagabend wieder Impfgegner und Kritiker der Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. Allein in Bielefeld versammelten sich laut Polizei bis zu 1.500 Menschen.

Die Beamten riefen die Teilnehmer der unangemeldeten Demonstration dazu auf, nach Hause zu gehen. Diejenigen, die das ignorierten, ließen sie dann aber weiterziehen und ihren Marsch durch die Innenstadt beenden. Eine Person wurde in Gewahrsam genommen. Später hieß es von der Polizei, sie habe nicht eingegriffen, weil die Demonstration friedlich abgelaufen sei.

Im WDR-Gespräch erklärte Polizeisprecherin Sonja Rehmert, dass ein Augenmerk auf den sozialen Netzwerken liege, in denen sich in Gruppenchats Demonstrationszüge organisieren würden.

"Wir können aber eben nicht alle im Blick behalten, denn es gibt auch geschlossene Gruppen. All die Erfahrungen, die wir hier in Bielefeld gemacht haben, fließen natürlich in die nächsten Einsätze mit ein", sagt Rehmert.

Versammlungen wurden nicht aufgelöst

Auch in fast 20 anderen Orten Ostwestfalen-Lippes gab es Proteste, allerdings mit deutlich weniger Teilnehmern. In Paderborn und Rheda-Wiedenbrück kamen schätzungsweise jeweils 300 Personen zusammen, in Höxter 120. Keine der Versammlungen dort wurde aufgelöst.

Oliver Huth vom Bund deutscher Kriminalbeamter ordnete in der Aktuellen Stunde des WDR am Montag (27.12.2021) die Strategie der Versammlungen ein: "Was wir hier sehen ist eine Untergrabung des Rechtstaats. Es ist eine Strategie, die Demonstrationen nicht anzumelden." Den Behörden werde somit absichtlich verschwiegen, dass da etwas stattfindet.

2.000 Protestler in Münster

In Münster haben mehr als 2.000 Menschen bei einer angemeldeten Demo gegen Coronamaßnahmen und eine mögliche Impfpflicht protestiert. Zu einer Gegendemo kamen nach Polizeiangaben 120 Teilnehmer. Auch in anderen Städten im Münsterland haben Menschen gegen die Corona-Politik demonstriert - zum Beispiel in Gronau, Lengerich, Ochtrup und Dülmen mit bis zu 230 Teilnehmern.

Dortmund: Rechtsextreme im Demonstrationszug

In Dortmund kamen etwa 650 Menschen zu einer Demo, die von der Querdenker-Szene organisiert wurde. Die Polizei verzögerte den Start der Demo, weil viele Menschen keine Masken aufsetzen wollten. Unter den Teilnehmern waren auch stadtbekannte AfD-Politiker und Dortmunder Neonazis.

Der Protestzug um den Wallring dauerte gut anderthalb Stunden. Viele Autofahrer waren genervt, als sie nach dem Weihnachtsmarktbesuch nicht aus der Innenstadt herauskamen. Auf der Wallring-Innenseite liefen reihenweise Menschen, die sich Lichterketten umgewickelt hatten oder Grabkerzen vor sich hertrugen. Vereinzelt gab es Sprechchöre.

Dortmunder Polizei will Masken-Atteste prüfen

Corona-Demo in Dortmund wird von Polizei beobachtet

Dabei blieb alles friedlich, allerdings wurde die Maskenpflicht von vielen missachtet. Etliche Demonstrierende hatten im Vorfeld ein Attest bei der Dortmunder Polizei vorgelegt, dass sie aus medizinischen Gründen keine Maske tragen dürfen. Einige der Atteste will die Polizei im Nachhinein prüfen.

Weil deutlich mehr Teilnehmer kamen als erwartet, soll es nächsten Montag wieder eine Demo der Querdenker geben. Auch in Lünen waren gestern etwa 100 Querdenker in der Innenstadt unterwegs und demonstrierten.

Auch in Bonn und im Kreis Wesel unangemeldete Proteste

In Bonn kamen nach Polizeiangaben rund 800 Menschen zusammen. Bei dieser Demo liefen auch mehrere Kinder im Alter von schätzungsweise fünf bis 12 Jahren mit, beobachteten WDR-Reporter.

Auch im Kreis Wesel gab es mehrere Demos und sogenannte "Spaziergänge", um Corona-Vorgaben für Versammlungen zu umgehen. Teilweise gaben sich keine Veranstaltungsleiter zu erkennen, was nach Aussage der Polizei gegen das Versammlungsrecht verstößt.

Stand: 28.12.2021, 10:38

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