Corona-Infektion: Wo stecken wir uns am häufigsten an?

Menschen sitzen auf Klappbänken an Tischen in der gesperrten Vogelsangerstraße in Köln.

Corona-Infektion: Wo stecken wir uns am häufigsten an?

Von Volker Schaffranke

Um zu wissen, ob das neue Infektionsschutzgesetz etwas bringt, müssten wir genau hinschauen: Wo passieren denn bei uns die meisten Ansteckungen mit dem Covid-19 Virus? Eine Frage, die sich nicht eindeutig beantworten lässt.

Die Covid-19 Fallzahlen stiegen in den letzten Wochen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark bei den Jüngeren (6-20 Jahre). Die große Unbekannte dabei: niemand kann genau sagen, wo sich am häufigsten angesteckt wird. Bei einem Großteil der Fälle ist der Infektionsherd schwer auszumachen oder nicht bekannt.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt in seinen Lageberichten allerdings Hinweise, wo die Ansteckungsgefahr derzeit am meisten nachgewiesen werden kann. Momentan werden Ansteckungen besonders in privaten Haushalten, in immer mehr Kitas, Schulen und im beruflichen Umfeld festgestellt. Die Anzahl der Covid-19 Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen hat immer mehr abgenommen.

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Auf einer Grafik des RKI zeigen die bunten Balken sehr deutlich, wo sich die Ausbrüche mit mindestens zwei Fällen verorten lassen. Konkret heißt das:

  • Der Großteil der Ausbrüche lässt sich Privathaushalten zuordnen
  • Weitere Infektionsorte sind der Arbeitsplatz, sowie Kindergarten oder Horte
  • Der Anteil größerer Ausbrüche (ab 5 Fällen) an allen dokumentierten Ausbrüchen hat seit Anfang des Jahres deutlich abgenommen
Grafik, zeigt wo die meisten Infektionen stattfinden

Das Diagramm mit den hellgrauen Balken stellt eindeutig fest, wie viele Ausbrüche nicht genau erkannt werden konnten.

Das große Problem ist: ein genauer Ansteckungsort lässt sich meistens nicht ausmachen. Das RKI schreibt dazu: "Nur ein kleiner Teil der insgesamt gemeldeten Covid-19 Fälle kann einem Ausbruch zugeordnet werden, damit fehlen für eine Vielzahl der Fälle Informationen zur Infektionsquelle". Denn ob wir uns im ÖPNV oder im Job angesteckt haben, ist für ein Gesundheitsamt viel schwerer zu erfassen, als in nicht-anonymen Gruppen wie Familie, Kita, Schule.

Dirk Brockmann ist Physiker an der Humboldt-Universität in Berlin und beschäftigt sich schon länger mit dem Ausbruchsgeschehen von Covid-19. Sein Rat ist eindeutig: "Es muss versucht werden, all das zu reduzieren, was intensive Kontakte in Innenräumen betrifft".

Corona-Test-Angebote in Unternehmen werden Pflicht

WDR 5 Morgenecho - Interview 20.04.2021 05:44 Min. Verfügbar bis 20.04.2022 WDR 5


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Um Ausbrüche am Arbeitspatz zu verhindern, hat das neue Infektionsschutzgesetz die Regeln für Home-Office verschärft. 1. Unternehmen die ihre Mitarbeitenden nicht ins Home-Office schicken können, müssen sie zweimal pro Woche auf eine Corona-Infektion testen. 2. Arbeitnehmer können verpflichtet werden, das Angebot von Home-Office anzunehmen.

Stand: 22.04.2021, 15:47

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