Combat 18: So ticken die Mitglieder des Rechtsterror-Netzwerks

Symbole der Neonazi-Gruppe Combat 18, "Kampfgruppe 18" auf T-Shirt

Combat 18: So ticken die Mitglieder des Rechtsterror-Netzwerks

Von Christof Voigt und Tobias Al Shomer

  • Innenminister hat Verbot der rechtsextremen Gruppe angekündet
  • Reul: von Waffenaffinität und Gewaltbereitschaft auszugehen
  • unter anderem Schießtraining im Ausland absolviert

Robin S. ist in der rechtsextremen Szene und auch bei "Combat 18"-Anhängern europaweit bekannt. Als Brieffreund von NSU-Mitglied Beate Zschäpe machte er Schlagzeilen. Da saß er bereits seit mehreren Jahren im Gefängnis, weil er einen Menschen angeschossen und lebensgefährlich verletzt hatte. Er gilt aktuell als einer der Köpfe von "Combat 18", ist europaweit vernetzt.

Dass an diesem Morgen Ermittler mit speziell ausgebildeten Datenspürhunden vor seiner Tür stehen mit einem Durchsuchungsbeschluss, wird ihn kaum überrascht haben. Seit Bundesinnenminister Horst Seehofer im Sommer angekündigt hatte, ein Verbot des Rechtsterror-Netzwerks "Combat 18" prüfen zu lassen, bereitet sich die Szene auf diesen Tag vor.

Welches Ansehen Robin S. in der Dortmunder Szene hat, zeigt, dass noch am Morgen drei Dortmunder Rechtsextremisten vor seiner Wohnung erscheinen, um sich solidarisch zu zeigen.

Gewaltbereit und Waffenaffin

"Combat 18", das heißt übersetzt "Kampfgruppe Adolf Hitler". Die 18 steht für den ersten und achten Buchstaben des Alphabets: A und H. Die Initialen von Adolf Hitler. Anfang der 90er Jahre in England gegründet, erlangten sie schnell Kultstatus in der rechtsextremen Szene. Mehrere Bombenanschläge mit Toten in London Ende der 90er-Jahre werden mit dem Netzwerk in Verbindung gebracht.

NRW-Innenminister Herbert Reul beschreibt das Rechtsterror-Netzwerk so: "Bei Anhängern von Combat 18 ist von einer Waffenaffinität und einer individuellen Gewaltbereitschaft auszugehen. (...) Die Vereinigung hat eine nationalsozialistische, eine rassistische, fremdenfeindliche und antisemitische Ideologie."

Schießtraining im Ausland

Wie gefährlich die Gruppierung ist, zeigt ein Vorfall aus dem Jahr 2017. An der deutsch-tschechischen Grenze stoppt die GSG 9 eine Gruppe Combat 18-Mitglieder auf der Rückkehr von einem Schießtraining in Tschechien. Bei zwei Extremisten finden sie scharfe Munition. Nach WDR-Informationen machen Rechtsextreme weiter solche Schießtrainings, auch Extremisten aus NRW.

Robin S. hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er "Combat 18"-Anhänger ist. Auf vielen rechtsextremen Demos hat er Symbole des Netzwerks offen zur Schau gestellt. Auch bei der Europawahl-Abschlusskundgebung der rechtsextremen Splitterpartei "Die Rechte" Ende Mai.

Stand: 23.01.2020, 19:58

Aktuelle TV-Sendungen