Clubhouse - der Social-Media-Hype der Stunde

Die App Clubhouse

Clubhouse - der Social-Media-Hype der Stunde

Von Dennis Horn

Die Social-Media-App Clubhouse bewegt sich irgendwo zwischen öffentlicher Telefonkonferenz und Live-Podcast. Und trotz kritischer Aspekte beim Datenschutz: Clubhouse sorgt aktuell für einen Hype in der Digitalszene.

"Hauptstadtgeflüster" hieß an diesem Sonntag eins der Gespräche in Clubhouse. Wer zu den Nutzerinnen und Nutzern gehörte, die eine Einladung für die Plattform erhaschen konnten, war oft überrascht: Zu den Teilnehmern dieser Gesprächsrunde gehörte mit Christian Lindner von der FDP sogar ein waschechter Parteichef.

Eine Plattform ausschließlich für Live-Audioinhalte

Spricht das für Christian Lindner? Oder zeigt das nur den Hype um Clubhouse? Die App jedenfalls fühlt sich neu an: eine Art Twitch für Audioinhalte, eine öffentliche und soziale Telefonkonferenz, eine Plattform, deren Nutzer kleine Gesprächsrunden starten und ihr Publikum dabei mit so etwas wie einem Live-Podcast unterhalten und es einbinden.

Die Gespräche bei Clubhouse finden in "Räumen" statt: Jeder kann diese Räume neu eröffnen oder bestehenden Räumen beitreten - und die Gespräche dort erst einmal verfolgen oder selbst daran teilnehmen. Wie "Sendungen" lassen sich Gesprächsrunden auch für bestimmte Zeiten planen.

Aktuell kommt in dem virtuellen Club nur eine auserwählte Runde zusammen: Es sind Menschen, die ein iPhone ihr Eigen nennen, eine Android-App gibt es bisher nicht. Und die Anmeldung ist nur über eine Einladung möglich - ein altbekannter Trick, den Hype um eine neue Plattform anzufachen, indem man den Zugang künstlich verknappt.

Das Kleingedruckte: außergewöhnlich und problematisch

Die Einladungspolitik wirft gleichzeitig Fragen auf. Denn wer eine andere Person zu Clubhouse einladen möchte, muss der App dafür zunächst den Zugriff aufs Adressbuch gestatten - und so landen bei den Machern der Plattform nicht nur Daten über Menschen, die eingeladen werden, sondern auch über deren Umfeld.

Und wer Clubhouse für sensiblere Gespräche nutzt, sollte wissen, dass sämtliche Gesprächsrunden mitgeschnitten werden - laut Clubhouse, um Verstöße gegen die Community Guidelines untersuchen zu können. Die Mitschnitte würden gespeichert, sobald während eines Gesprächs auch nur einmal ein Verstoß gemeldet werde.

Clubhouse fasziniert die Digitalszene

Trotzdem: Clubhouse ist einige Monate nach seinem Start in den USA nun auch Thema in Deutschland. Davon angezogen fühlen sich auch bekannte Namen. Waren es in den USA Paris Hilton, Ashton Kutcher oder Oprah Winfrey, sind es in Deutschland Joko Winterscheidt, Dunja Hayali oder eben Christian Lindner - die allein mit ihrer Anwesenheit den Hype um Clubhouse noch einmal verstärken.

Für den Moment jedenfalls ist die App "faszinierend", sagt eine Nutzerin im Gespräch bei Clubhouse selbst: "Das hier ist wie eine Party, auf die ich komme und mich für gute Gespräche unter die Leute mische. Wann gab es das schon - seit Corona?"

Stand: 17.01.2021, 16:35

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